Wie lässt sich Hunger bekämpfen?

 


Aufbau eines vom Erdbeben
zerstörtes Haus in
Afghanistan. © DWHH

Durch die betroffenen Menschen selbst

Sie sind die entscheidende Kraft zur dauerhaften Verbesserung ihrer Lebensumstände. Durch Partizipation und gezielte Hilfe zur Selbsthilfe schaffen sich die betroffenen Menschen selbst Arbeitsplätze, Einkommen und Zukunftsperspektiven. Gemeinsam erarbeiten sie bessere Standards für ihre Gemeinden. Doch dazu müssen sie verstärkt an politischen Entscheidungsprozessen, die ihr Leben betreffen partizipieren.

 

 


Menschen im Kongo. © DWHH 

Durch die Regierungen der Entwicklungsländer

Sie sind maßgeblich für die Bekämpfung von Hunger und Armut in ihren Ländern verantwortlich. Durch eine verantwortungsvolle Politik – durch so genannte good governance – müssen sie die Grundlage für bessere Lebensbedingungen und ein stabiles Wirtschaftswachstum schaffen sowie demokratische Strukturen fördern. Durch gezielte Investitionen muss der Staat eine soziale Grundversorgung für die Bevölkerung sicherstellen. Diese umfasst Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, medizinische Versorgung sowie die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen für alle Haushalte.

Um eine ausreichende Nahrungsmittelproduktion vor Ort zu sichern, müssen Kleinbauern gefördert und Infrastruktur und Bewässerungssysteme in ländlichen Gebieten ausgebaut werden. Eine Stärkung des privaten Sektors kurbelt die Wirtschaft an und schafft Arbeitsplätze. Bestehende Ackerflächen müssen vor Wind- und Wassererosion und vor chemischer Zerstörung geschützt werden. Darüber hinaus sind häufig Land- und Agrarreformen notwendig, um auch benachteiligten Bevölkerungsgruppen wie Landlosen und Frauen ein Recht auf Ressourcen wie Boden, Wasser und Kredite zu sichern.

 


Flüchtling im Sudan.
© DWHH

Durch die Industrieländer

Die Industrieländer können durch Geld- und Wissenstransfer sowie durch Reformen der internationalen Wirtschaftsbeziehungen zur Überwindung von Hunger und Armut beitragen. Wichtige Aufgaben sind der Schuldenerlass und der Abbau von Zoll- und Handelsschranken, um den Entwicklungsländern zu mehr Export und höheren Deviseneinnahmen zu verhelfen.

Internationale Wirtschaftsorganisationen wie die Weltbank, der Internationale Währungsfonds und die Welthandelsorganisation müssen einer gesicherten Ernährung für alle einen höheren Stellenwert als bisher einräumen. Darüber hinaus können die Industrieländer die Landwirtschaft in ärmeren Ländern durch Wissenstransfer und eine Agrarforschung fördern, die auf umweltverträgliche Methoden der Produktionssteigerung und die Bedürfnisse von Kleinbauern ausgerichtet ist.

 


Fahrzeug der Welthungerhilfe
in Afghanistan. © DWHH

Durch Organisationen

Unmittelbare Armutsbekämpfung durch Hilfe zur Selbsthilfe lässt sich in der Praxis oft am wirksamsten von privaten, nicht profitorientierten Organisationen umsetzen. Sie tragen zur politischen Meinungsbildung in ihren Ländern bei, bringen unabhängige Zielvorgaben für Regierungen und andere internationale Institutionen in die Diskussion und dringen auf ihre Umsetzung und Einhaltung. Zum einen sind NROs ein wichtiges Korrektiv, wenn staatliches Handeln im Kampf gegen Hunger und Armut hinter den eigenen Versprechen zurückzubleiben droht.

Zum anderen können sie auch dann noch wirksam arbeiten, wenn der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit in schwierigen Länderkontexten öffentliche Ansprechpartner für eine sinnvolle Kooperation fehlen. Private Entwicklungsorganisationen können dann auf ein Netz an nichtstaatlichen Partnern zurückgreifen und unabhängiger agieren. Zum Glück: Denn gerade in Ländern, in denen die staatlichen Institutionen zerfallen, ist die Not oft am größten.

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