Klimakonferenz Paris 2015

Historischer Schritt: Das Klimaabkommen von Paris

Ergebnisse der Klimakonferenz

Vom 30. November bis zum 11. Dezember 2015 verhandelte die Weltgemeinschaft in Paris über ein neues Klimaschutzabkommen. Mit einem historischen Ergebnis: Die Welt hat nun einen Klimavertrag, das Paris Agreement. Bei der 21. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkonvention (COP) in Paris haben 195 Mitgliedsstaaten einen globalen und rechtsverbindlichen Vertrag unterzeichnet.

(Dezember 2015) Die Weltgemeinschaft hat sich in Paris auf ein Paket für ernsthaften Klimaschutz verpflichtet. Besonders der Koalition der ambitionierten Staaten ist es zu verdanken, dass in dem Vertrag nicht mehr von zwei, sondern 1,5 Grad Celsius Erderwärmung die Rede ist.

Auf einem Blick: Was sind die wichtigsten Ergebnisse von Paris?

  • Die Begrenzung der Erwärmung auf deutlich unter 2 °C und Anstrengungen, um eine Begrenzung auf 1,5 °C zu erreichen.

  • Umlenken von Finanzströme, um sie mit diesen Klimazielen kompatibel zu machen.

  • Gemeinsames Emissionsziel: Globales Ziel von Netto-Null-Treibhausgasemissionen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.

  • Nationale Klimaziele: Verbindliche Verpflichtung aller Staaten, ihre Ziele einzureichen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Ziele zu erreichen. Nachschärfungsrunden alle fünf Jahre, beginnend 2018.

  • Finanzierung: Fortsetzung der Klimafinanzierung durch Industrieländer mit 100 Milliarden US-Dollar jährlich von 2020–25 plus freiwillige Ergänzung durch Schwellenländer. Sowie regelmäßige Finanzierungsberichte und -zusagen der Geber alle zwei Jahre.

  • Klimawandelbedingte Schäden und Verluste wurden als eigenes Thema anerkannt.
Klimabedingte Schäden & Verlust wer kommt für sie auf? Wir fordern, dass der loss&damage Mechanismus ins Pariser Abkommen kommt
Jeder 11. Mensch weltweit hungert. Durch Erderwärmung drohen enorme Ernteverluste in vielen Regionen. Die Folge: mehr Hunger
Klimakonferenz Paris: Zeichen setzen. Millionen Menschen vor allem in den armen Ländern sind vom Klimawandel schon heute betroffen.
Die bisherigen nationalen Ziele der Staaten reichen nicht aus, um Erwärmung bei 2 Grad zu stoppen. Emissionen müssen schnell und in großer Menge reduziert werden.
Die bisherigen nationalen Ziele der Staaten reichen nicht aus, um Erwärmung bei 2 Grad zu stoppen.
Emissionen müssen schnell und in großer Menge reduziert werden.

Paris ist aber nur der Anfang einer langen Reise: Jetzt kommt es auf die Umsetzung und Nachbesserung an!

Der Begriff Dekarbonisierung, also eine vollständige Abkehr von Kohle, Öl und Gas, kommt in dem Vertrag nicht vor. Die eigentliche Arbeit fängt jetzt erst an: Wie konkret mit bereits entstandenen und nicht mehr vermeidbaren Klimaschäden umgegangen wird, wie die Aufstockung der Finanzmittel für Anpassungsmaßnahmen im Detail aussieht, wie Klimaschutz und Armutsbekämpfung Hand in Hand gehen, wird die Umsetzung zeigen.

Die Zivilgesellschaft weltweit, die konstruktiv und kritisch den Prozess begleitet hat, wird sich nicht von dem Erfolg in Paris blenden lassen, sondern ab sofort auf seine Umsetzung pochen.

Für Deutschland heißt das: Ausstieg aus der Kohle und zwar sofort.

Unsere Wirtschaft und unser Lebensstil muss nachhaltig werden: Klimapolitik ist ein Querschnittsthema – die globale Erwärmung ist nur ein Symptom in einem Bündel gleichgerichteter Probleme wie Artensterben, Verlust fruchtbarer Böden, Überfischung und Übersäuerung der Meere. Die Ursachen sind leicht zu benennen: zu viel Verbrauch von zu viel Material für zu viel Konsum, der zu viel Müll und zu viel Emissionen erzeugt. Hier wird deutlich, dass Umweltschutz und Armutsbekämpfung zwei Seiten der gleichen Medaille sind. Der Klimavertag in Paris kann nicht alle diese Aspekte gleichwertig aufgreifen, aber er kann und muss für Politik und Investoren die zukünftige Richtung zu nachhaltig wirtschaftenden Gesellschaften vorgeben.

Die Welthungerhilfe fordert von der Bundesregierung im Hinblick auf ihre Klimapolitik:

  1. Ausstiegs aus Kohle, Öl und Gas sowie den Ausbau von erneuerbaren Energien.

  2. Die Erhöhung des Reduktionszieles für Treibhausgase auf EU-Ebene auf 30% bis 2020 und auf 55% bis 2030 (im Vergleich zum Jahr 1990).

  3. Nachhaltige Ressourcennutzung, Ernährungssicherheit und Armutsreduzierung müssen zentrale Kriterien bei der Vergabe von Klimafinanzierung in der Landwirtschaft sein.

  4. Eine Verpflichtung von Industrie- und Schwellenländern ihre Emissionen aus der Landwirtschaft umfassend offenzulegen und Maßnahmen zu ihrer Verminderung einzuleiten.

  5. Arme Länder müssen bei der Bekämpfung von Hunger und Armut die Priorität auf die Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel legen.

  6. Eine verursacherbasierte Finanzierung zur Bewältigung von Klimaschäden.

  7. Die Aufstellung eines Plans, wie bis 2020 die von Industrieländern versprochenen 100 Mrd. USD pro Jahr für Klimafinanzierung sichergestellt werden – als Soforthilfe für Länder, die besonders vom Klimawandel betroffen sind. Diese Gelder müssen zusätzlich zur öffentlichen Entwicklungsfinanzierung (ODA) gezahlt werden.

  8. Wenn der Grüne Klimafond sich zum wichtigsten Fonds entwickelt, dürfen sich andere Klimafonds, wie der Anpassungsfonds oder der Fonds für die am wenigsten entwickelten Länder nicht vernachlässigt werden.
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