Gandhiji Songha in Indien: Die Felder sind wieder grün

Frauen bei der Feldarbeit. © Boethling
Frauen bei der Feldarbeit. © Boethling
Gandhiji Songha ist eine Dorfgemeinschaft - bestehend aus acht  Weilern -  und liegt im indischen Bundesstaat West Bengalen. Im Jahr 2005 wurde sie von der Welthungerhilfe als Millenniumsdorf ausgewählt. Zu Beginn der Initiative beschlossen die Bewohner Gandhiji Songhas, bis zum Jahr 2010 mehrere Millenniumsziele (Millennium Development Goals / MDG) aktiv umzusetzen.

 

2005: Karge Böden und Ernten

Die Böden in Gandhiji Songha sind hart und ausgelaugt. Auf ihnen können die Mitglieder der Dorfgemeinschaft kaum Nahrungsmittel anbauen, um sich selbst zu ernähren – stattdessen hungern sie. Wiederkehrenden Naturkatastrophen wie Dürren oder Überschwemmungen sind sie hoffnungslos ausgeliefert: Ihre Wälder sind abgeholzt und die kargen Böden verlieren immer mehr Nährstoffe. Bewässerungssysteme, über die die Felder mit Wasser versorgt werden könnten, gibt es nicht.


Bei der anstrengenden und wenig ertragreichen Feldarbeit helfen die Kinder, anstatt die Schule zu besuchen. 60 Prozent der 6.000 Dorfbewohner sind unterernährt, über die Hälfte aller Kleinkinder ist untergewichtig. Neben Hunger und ungesunder Ernährung ist der Mangel an sauberem Trinkwasser das größte Problem. Infektionskrankheiten und Durchfall sind allgegenwärtig.

 

2010: Effektive Wassersysteme gegen Dürre und Hunger

Jetzt gibt es Vorschulen für die jüngeren Kinder. © Boethling
Jetzt gibt es Vorschulen für
die jüngeren Kinder. ©
Boethling
Die Menschen von Gandhiji Songha haben den Kampf gegen Hunger und Armut erfolgreich aufgenommen. Heute haben fast alle Dorfbewohner genug zu essen! Dank eines ausgefeilten Wasserspeichersystems und neuen Anbaumethoden haben sie Maßnahmen gegen die Dürre ergriffen. Hülsenfrüchte, Getreide, Obst und Gemüse gedeihen auf ihren Feldern. Der Boden ist so fruchtbar, dass nun zwei Mal im Jahr geerntet werden kann. Außerdem wurden gerodete und verkarstete Waldgebiete wieder aufgeforstet. Die Bewohner haben bestehende Brunnen renoviert und neue an strategisch wichtigen Stellen gebaut. Diese sichern die Versorgung mit Trinkwasser. Dadurch dass die Menschen nun sauberes Wasser zu sich nehmen, gibt es weniger Krankheiten.

 

Anstatt auf dem Feld zu arbeiten, besuchen Kinder die Vorschule, ihre Mütter können während der Zeit ihren Lebensunterhalt verbessern und etwas Geld verdienen. Sie haben sich in Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen, in denen sie Handwerk, Gartenbau und Buchhaltung lernen. Auch die Bauern haben sich organisiert, um die Entwicklung ihres Dorfes gemeinsam voranzubringen. Junge Leute erhalten sich in den Ausbildungskursen der Welthungerhilfe und der Partnerorganisation Kalyan neue Perspektiven.

 

Letzte Änderung an dieser Seite: 10.09.2010
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