Indien: Von Boomtowns und Slumdogs
Mit der Wirtschaft und der Bevölkerung wachsen auch die Spannungen

Traditionell gekleidete Inderin. Die Republik Indien nimmt den größten Teil des indischen Subkontinents ein. Der Himalaya bildet die natürliche Nordgrenze Indiens. Im Süden umschließt der Indische Ozean das Staatsgebiet. Indien grenzt an Pakistan, die chinesische autonome Region Tibet, Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch. .
Indien ist mit einer Fläche von 3.287.590 Quadratkilometern der siebtgrößte Staat der Erde und besitzt die zweithöchste Bevölkerungszahl weltweit. Der gewaltfreie Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft führte 1947 zur Unabhängigkeit, die 1950 in der Gründung der Republik Indien mündete.
Hohe Armut zwingt Kinder zur Arbeit
Trotz des deutlichen wirtschaftlichen Aufschwungs lebt, laut UNDP-Bericht, noch immer ein Drittel der Inder (über 300 Millionen Menschen) von weniger als einen US-Dollar pro Tag. Rund 45 Prozent der indischen Bevölkerung ist mit bis zu zwei US-Dollar pro Tag nicht weit von der Armutsgrenze entfernt.
Ein Ausdruck der Armut Indiens ist die Kinderarbeit, die hauptsächlich in den ländlichen Gebieten geleistet wird, da das Einkommen vieler Bauernfamilien nicht zum Überleben ausreicht. Gemäß nationaler Gesetzgebung ist Kinderarbeit schon seit 1986 verboten, doch noch immer besitzt Indien weltweit die höchste Zahl an Kinderarbeitern.
Als Folge der zunehmenden Verstädterung Indiens, bedingt durch Landflucht und Naturkatastrophen, hat Indien heute 34 Städte mit mehr als einer Million Einwohner. Allein der Ballungsraum Mumbai hat mittlerweile über 20 Millionen Einwohner und damit eine größere Bevölkerung als ganz Australien. Die Zuwanderer aus dem ländlichen Umland leben oft in den unkontrolliert wachsenden Slums der Metropolen.

Begehrte Wasserstelle. ©
Boethling
Zu wenig Wasser für zu viele Menschen
Zu den größten Umweltproblemen des Landes gehört die Wasserknappheit. Staudämme und künstliche Bewässerungssysteme sollen die Wasserversorgung in trockenen Gebieten sicherstellen. Übermäßige Bewässerung ist jedoch einer der Hauptgründe für die vielerorts sinkenden Grundwasserspiegel.
Zudem sind schätzungsweise 60 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen von Bodenerosion, Versalzung oder Vernässung betroffen. Verschmutztes und verseuchtes Wasser trägt wesentlich zur Entstehung und Verbreitung von Infektionskrankheiten bei. Nur eine Minderheit der Einwohner Indiens hat Zugang zu sanitären Anlagen.
Fragiles Land durch Naturkatastrophen
Indien wird immer wieder von verschiedenen Naturkatastrophen heimgesucht. Besonders Überschwemmungen, die während des Sommermonsuns durch extreme Niederschlagsmengen im ganzen Land auftreten können. Während der trockenen Jahreszeit oder bei Ausbleiben der Monsunregenfälle kommt es dagegen häufig zu Dürren. Zyklone und dadurch bedingte Flutwellen an der Ostküste kosten oft viele Menschenleben und richten verheerende Schäden an. In einigen Gebieten besteht auch erhöhte Erdbebengefahr. Im Dezember 2004 verursachte ein Seebeben im Indischen Ozean einen verheerenden Tsunami.
Dank seiner Landschaftsvielfalt findet man in Indien eine äußerst artenreiche Tierwelt vor. Viele Arten kommen allerdings nur noch in Rückzugsgebieten wie Wäldern, Sümpfen, Berg- und Hügelländern vor.

Lernen in der Abendschule.
© BoethlingImmer noch werden Mädchen benachteiligt
Das Bildungswesen ist Sache der Bundesstaaten. Dementsprechend weist es große regionale Unterschiede auf. Dies äußert sich am deutlichsten in der sehr ungleichen Analphabetenrate. Während sie in Kerala, dem Staat mit der höchsten Alphabetisierungsrate, 2001 nur ca. neun Prozent betrug, war sie im finanziell ärmsten Staat Bihar mit etwa 53 Prozent fast sechsmal so hoch.
Ein weiteres Problem ist die Benachteiligung von Mädchen, deren Einschulungsrate geringer ist als die von Jungen. DAs zeigt sich auch hier in der Analphabetenrate, die bei Frauen bei 46 Prozent, bei Männern hingegen bei 24 Prozent liegt. Vor allem in den ländlichen Regionen werden nur zwei Drittel der Kinder eingeschult und von ihnen erreicht nur ein Dritte die zehnte Klasse.
Lebenserwartung ist gestiegen
Obwohl die Gesundheitsbetreuung auf dem Land bereits erheblich verbessert wurde, insbesondere durch Erste-Hilfe-Stationen in Dörfern, besteht noch ein großes Stadt-Land-Gefälle. In vielen Dörfern gibt es keine medizinischen Einrichtungen. Verschlimmert wird die Lage durch schlechte hygienische Bedingungen, wie fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen.
Ähnliche Bedingungen herrschen in städtischen Elendsvierteln. Neben Seuchen wie Malaria, Filariose, Tuberkulose und Cholera stellt HIV/Aids zunehmend eine große Herausforderung für das indische Gesundheitswesen dar. Nach offiziellen Schätzungen der UNAIDS für 2004 sind bereits 5,1 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Trotz aller Schwierigkeiten und Hemmnisse stieg die Lebenserwartung.
Bankverbindung der
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Burkina Faso - Kongoussi
Indien - Nimpith
Kambodscha - Kanat Toch
Mosambik - Mabote
Nepal - Korak
Nicaragua - Auhya Pihni
Peru - Ayacucho
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Uganda - Ogur

