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Katastrophenschutz: Haiti wappnet sich gegen Erdbeben

Haiti übt für den Notfall

Die Menschen sind vorbereitet auf die nächste Katastrophe

Nach Regenfällen oder Wirbelstürmen werden Straßen einfach weggespült. Hier wird eine Straße bei Petit Goâve wieder repariert.
Nach Regenfällen oder Wirbelstürmen werden Straßen einfach weggespült. Hier wird eine Straße bei Petit Goâve wieder repariert.
In Gemeinden werden Komitees zum Katastrophenschutz aufgebaut. © Herzau
In Gemeinden werden Komitees zum Katastrophenschutz aufgebaut. © Herzau
Die Menschen in Haiti sind jetzt besser auf Naturkatastrophen vorbereitet.
Die Menschen in Haiti sind jetzt besser auf Naturkatastrophen vorbereitet.

Haiti – die verheerende Zerstörung, die das Erdbeben im Januar 2010 anrichtete, werden die Bewohner des Karibikstaates nie vergessen. Viele Faktoren führen hier immer noch zu einem hohen Katastrophenrisiko. Extreme Abholzung des Landes und Besiedlung ungeschützter Hanglagen in Wassereinzugsgebieten begünstigen Erosion; Wirbelstürme fegen über das Land und zerstören Straßen, Häuser und Felder. Nach starken Regenfällen werden Anbauflächen und Wege weggespült.

Die Welthungerhilfe unterstützt 271.000 Menschen in drei Gemeinden im Süden Haitis: In Jacmel, Petit Goâve und Grand Goâve. Die Bewohner sollen besser auf Naturkatastrophen und deren Folgen vorbereitet sein. In den drei Gemeinden werden je 10 Brigaden und Komitees zum Katastrophenschutz aufgebaut. Die Mitglieder der Komitees entscheiden im Notfall und entwickeln ein Frühwarnsystem, mit dem eine rechtzeitige Evakuierung der Menschen möglich ist.

Besser auf Katastrophen vorbereitet

Die Brigaden reagieren in der Praxis und leisten erste Hilfe. In den beiden Gruppen sind insgesamt 1.800 Personen aktiv – neben Behörden auch prominente Personen, Dorfvorsteher, Geistliche und die ansässige Bevölkerung. Zusätzlich gibt es je ein Katastrophenschutz-Komitee auf Distrikt-Ebene. Darin vertreten sind Mitglieder der Distrikt-Behörden und der Zivilgesellschaft, der Feuerwehr, des Roten Kreuzes, der Polizei und der Pfadfinder. Sie arbeiten als Netzwerk zusammen und nehmen den Katastrophenschutz in ihre Entwicklungsplanungen auf. Auf nationaler Ebene sind Vertreter verschiedener Ministerien und wissenschaftliche Institute beteiligt.

Gute Zusammenarbeit im Netzwerk

Damit die Bevölkerung mehr über Katastrophenvorsorge erfährt, erarbeitet die Welthungerhilfe in Zusammenarbeit mit Journalisten Beiträge für Radio, Fernsehen und Zeitungen. Auch die Kooperation mit haitianischen Künstlern in Workshops soll die Themen Klimawandel und Katastrophenvorsorge an die Menschen herantragen. Die Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge in Haiti werden kofinanziert vom Disaster Preparedness Programme of the European Community Humanitarian Office (DIPECHO).

Erneute Katastrophe in Haiti

Haiti ist nicht nur Erdbeben gefährdet, sondern wegen starker Abholzung auch durch Erosion und extreme Überschwemmungen, die durch heftige Regenfälle und Wirbelstürme ausgelöst werden. Um die Bevölkerung gegen solche Katastrophen zu schützen, hat die Welthungerhilfe in drei Gemeinden - Petit Goâve, Grand Goâve und Jacmel - Trainings für Katastrophenschutzkomitees organisiert. In den Komitees arbeiten lokale Behördenvertreter, Journalisten sowie Mitglieder des Departements für Katastrophenschutz. Der Schwerpunkt dieser Trainings liegt bei der Katastrophenvorsorge.

In Haiti ist die Zerstörung nach dem Wirbelsturm Issac dank der Katastrophenvorsorge glimpflich verlaufen.
In Haiti ist die Zerstörung nach dem Wirbelsturm Issac dank der Katastrophenvorsorge glimpflich verlaufen.

Am 25. August 2012 traf der Wirbelsturm Isaac vor allem den Süden Haitis. Heftige Regenfälle und Stürme haben besonders Jacmel, Petit- und Grand-Goâve lahm gelegt. Doch Joseph Edner, Projektleiter der Welthungerhilfe in Petit Goâve stellt fest: "Wir haben erlebt, dass das Gelernte sowohl auf lokaler wie auch auf kommunaler Ebene gut umgesetzt wurde: Alle haben gut reagiert!"

 Trotz des heftigen Regens und der Überschwemmungen waren die lokalen Komitees unterwegs, um Hilfe zu leisten. Vorher haben sie die Bevölkerung über Isaac informiert. Koordinator Joseph Josué Berger sagte 2012: "Die Ausbildung hat uns gut geholfen. Ohne sie hätte es Tote gegeben. Wir haben evakuiert und die Menschen in Sicherheit gebracht. Nun brauchen wir Lebensmittel, Wasser, Matratzen und Decken, um sie zu versorgen."

Die Welthungerhilfe klärte mit den Katastrophenkomitees ab, welchen konkreten Bedarf sie haben und unterstützte sie bei der direkten Soforthilfe. Zudem wurde geprüft, wie den Bauern, deren Erntefelder zerstört wurden, über die neuen lokalen Strukturen geholfen werden kann und wie die zerstörten Uferbefestigungen der Flüsse wiederaufgebaut werden können. Die Trainings und Ausarbeitung der Risikopläne für Katastrophenvorsorge haben sich in den drei Gemeinden auf jeden Fall gelohnt. Die Menschen dort haben Isaac insgesamt gut überstanden und sind auch für die nächsten Katastrophen gut gerüstet.

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