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Hirten in Äthiopien freuen sich über mehr Vieh

Familienzuwachs auf vier Hufen

Nach langer Dürre schöpfen Vieh-Hirten in Äthiopien wieder Hoffnung

Die Tiere sind in Äthiopien die Versicherung gegen die nächste Dürre.
Die Tiere sind in Äthiopien die Versicherung gegen die nächste Dürre.

 

Stolz blicken die Mitglieder des Hirten-Volkes Borana in Äthiopien auf ihre Herden. Ihre Viehbestände sind nach dem Massensterben während der großen Dürre der Jahre 2010 und 2011 in der Sahelzone langsam wieder angewachsen. Der „Familienzuwachs“ wird gehegt und gepflegt: Die Tiere sind die Versicherung der Borana gegen die nächste Dürre.

Äthiopischer Hirte mit seinen Ziegen.
Nach dem Massensterben während der Dürre in den Jahren 2010/11 wachsen die Viehherden in Äthiopien langsam wieder an.
Dhokiti Jarso Jarra und ihr Ehemann präsentieren ihre neuen Ziegen.
Dhokiti Jarso Jarra und ihr Ehemann freuen sich über Ziegen-Nachwuchs.
Für Kamelmilch ist bei Dabo Luke Boruunds Familie gesorgt.
In Dabo Luke Boruunds Familie gibt es jetzt immer frische Kamelmilch zu trinken.

Fünf Ziegendamen aus der Herde werden bald werfen, frohlockt Dhokiti Jarso Jarra. Wenn die jungen Ziegen da sind, wird sie Besitzerin von 21 Ziegen sein. Die Tiere sind Überlebensgarant für Dhokiti, ihren Mann und ihre fünf Kinder. Die Familie lebt vom Verkauf der Milch und des Fleisches und ernährt sich auch selbst von tierischen Produkten. „Wir haben immer Ziegenmilch, die wir trinken können wann wir wollen“, freut sich die 45-Jährige.

Tausende Tiere verhungerten und verdursteten

Während der Dürre 2011/2012 war das anders. In der regenlosen Zeit gingen Gräser und Büsche ein, Bäche und Wasserstellen trockneten aus. Das Vieh der Borana fand weder zu fressen noch zu trinken, tausende Tiere verhungerten und verdursteten. Auch Dhokitis Familie verlor viele Tiere. Am Ende der Dürre hatte die einst wohlhabende Hirtenfamilie noch eine Ziege, zwei Schafe und eine Kuh übrig. Die Tiere waren zu mager und auch zu wertvoll um sie zu schlachten und zu essen. „Die einzige Nahrung, die wir hatten, kam von der Regierung oder von Hilfsorganisationen“, sagt Dhokiti.

Dass sie jetzt wieder ein unabhängiges Leben führen, haben sie der Welthungerhilfe und ihrem Partner Gayo Pastoral Development Initiative zu verdanken. Vor einem Jahr spendeten die Organisationen an 300 von der Dürre stark betroffene Haushalte insgesamt 3000 Ziegen und hundert Kamele. Dhokitis Familie erhielt eine Kamelstute und zehn Ziegen. Die kleine Ziegenherde ist inzwischen auf`s Doppelte angewachsen.

Mit Viehverkauf über die Runden kommen

„In schweren Zeiten können wir einen Teil des Viehs verkaufen und so über die Runden kommen“, sagt Dhokiti voller Optimismus. „Ohne die Unterstützung der Welthungerhilfe müssten wir jetzt als Bettler durch die Gegend ziehen und Fremde um Hilfe bitten. Doch stattdessen sind wir eine angesehene Familie mit einer Herde. Wir können in Würde leben”, sagt Dhokitus Ehemann.

Auch Nachbarin Dabo Luke Boru (38) denkt, dass sie ohne die Tierspende der Welthungerhilfe heute bettelnd durch durchs Land ziehen müsste, anstatt im Dorf zu leben. Vor fünf Jahren starb ihr Mann und ließ sie mit einem Berg Schulden und fünf Kindern alleine zurück. „Es war hart, meine Familie durchzubringen. Besonders während der Dürre.“ Die Ziegen und das Kamel, die sie vor einem Jahr von der Welthungerhilfe erhalten hat, hütet sie liebevoll. Die Kamelstute hat jetzt sogar ein Junges bekommen. „Wir sind die einzige Familie in der Gegend, bei der es immer Kamelmilch gibt“, sagt sie stolz.

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