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Kenia - Mangozucht

Die Mango macht's!

Mit Geduld und neuen Ideen machen Bäuerinnen in Kenia die süße Frucht zum Exportschlager

Eine Mangozüchterin aus Kenia vor einem ihrer Bäume.
Josephine Mwema ist eine der erfolgreichsten Mangozüchterinnen in Keisaiani. Von einem Baum erntet sie 136 Früchte.
Eine Mangozüchterin aus Kenia gießt die Baumsetzlinge.
Mangosetzlinge brauchen viel Pflege. Miriam Ndunda, die Vorsitzende des Mangoclubs, gießt sie deshalb regelmäßig.

Die Mangos, die die Bäuerinnen aus Keisaiani in Kenia züchten, sind der Exportschlager der Gemeinde. Auf den Märkten reißen sich die Kunden um Pflanzen, Setzlinge und Früchte. Die Einnahmen aus dem Verkauf steigen stetig an. Nach Jahren des Hungers haben die Bewohner des kleinen Bauerndorfs nun genug zu essen. 

Angefangen hat die Erfolgsgeschichte mit einem Versuchsfeld am Dorfrand, das die Welthungerhilfe im Jahr 2007 angelegt hat. Bohnen, Sorghum und Erbsen sind in einer so ausgefeilten Reihenfolge gepflanzt, dass sie sich ergänzen und nicht gegenseitig Licht oder Wasser stehlen. Bis vor kurzem wurden hier auch Mangobäume angebaut. Damit der Boden nicht erodiert, ist die Fläche eingefasst von Akazienbäumen.

In Schulungen wurde den Bauern vermittelt, wie nachhaltige Landwirtschaft funktioniert. Durch die gemeinschaftliche Arbeit auf dem Feld wuchs die Gemeinde enger zusammen. 2011 hat die Welthungerhilfe das Projekt an die Dorfgemeinschaft übergeben. Das erste Ziel ist bereits erreicht: Die Bauern produzieren nun genug Nahrung für sich und ihre Familien und müssen nicht mehr hungern. Jetzt geht es darum, mit neuen Konzepten wirtschaftliche Erfolge zu erzielen.

Deshalb haben 30 Bäuerinnen aus Keisaiani den „Mangoclub“ gegründet. Die Frauen haben die Mangobäume aus dem ehemaligen Versuchsfeld der Welthungerhilfe ausgegraben - für ihre Baumschule mit den vielen Mangobäumen brauchten sie ganz einfach mehr Platz, als das Versuchsfeld anbot. Am Rand wachsen klein und grün die Setzlinge, weiter hinten stehen Reihe an Reihe die Mangobäume, einige tragen schon Früchte. „Man braucht einen langen Atem bei der Zucht“, erklärt Miriam Ndunda, die Vorsitzende des Mangoclubs. Sie zeigt stolz die Quittung des letzten Setzlingverkaufs auf dem Markt. Von 500 gezogenen Pflanzen hat der Mangoclub auf einen Schlag 400 verkauft! Die verblieben 100 Setzlinge werden sicher auch bald weg sein, ist sich Ndunda sicher.

Bis eine Pflanze erstmals Blüten und anschließend Früchte trägt, dauert es mindestens drei Jahre. Ndunda selbst hat auf ihrem Feld 30 Mangobäume angepflanzt, 20 davon tragen bereits Früchte. Das ist nichts im Vergleich zu Ihrer Nachbarin Josephine Mwema. Sie hat mit Abstand den größten Mangoerfolg: Von einem vierjährigen Baum wird die Bäuerin in den nächsten Wochen 136 reife Früchte ernten! Früher hatte sie auf ihrem Feld eine Papayaplantage. Weil es jetzt mit den Mangos so gut läuft, ersetzt sie nach und nach alle Papayas durch Mangobäume.

Mangos sind heute der Exportschlager der kleinen Gemeinde – in diesem Jahr züchten mehr als die Hälfte der Bauern in Keisaiani eigene Mangobäume. Damit nicht alle Früchte gleichzeitig reif sind und am Ende ein Überangebot herrscht, experimentiert der Versuchsfeldgärtner des Dorfes mit neuen Sorten. Mit Aufpfropfen und unterschiedlicher Bewässerung sollen Ernten außerhalb der Saison erzielt werden. Mit der Methode hat er guten Erfolg: Im Februar erntet er Apfelmangos und im Mai Kent Mangos. Und zwar beide Sorten vom gleichen Baum!

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Aktuelle Kommentare

Schönes Projekt! Interessant ist, dass der Mangobauer, der mit unterschiedlichen Sorten experimentiert, ein Mann ist. Frage ist auch, wie die reifen Mangos vermarktet, bzw. verarbeitet werden? Wir wissen doch, dass es viele wunderbare Mangobäume in Dörfern gibt, deren Früchte einfach verfaulen.
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