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Kongo: Flucht nach Uganda

FLUCHT NACH UGANDA

Erster Flüchtlingskonvoi aus dem Ostkongo erreicht Lager in Kyangwali

Im Ostkongo liefern sich Rebellen und die kongolesische Armee erneut blutige Gefechte. Die Flüchtlingsströme reißen nicht ab. Im Inland sind die Flüchtlingslager bereits überfüllt. Jeden Tag machen sich ganze Familien auf den Weg Richtung Osten. Ihr Ziel: Uganda. Doch hinter der Grenze erwartet sie kaum Besserung: Das Transitlager in Bundibugyo, das für 12.500 Menschen geplant war, hat mittlerweile 20.000 Flüchtlingen aufgenommen. Die Hygienesituation in der Zeltstadt ist miserabel. Es gibt zu wenig Latrinen, kaum noch Wasser und keinen Platz mehr für Neuankömmlinge.

Flüchtlingslager von oben
Die Flüchtlingslager im Kongo sind überfüllt. Familien flüchten nach Uganda. © Herzau
Frau mit Kind im Flüchtlingslager
Für die Familien rückt die Heimkehr immer weiter in die Ferne. © Herzau

Ausweichlager im Kyangwali

Gemeinsam mit dem UNHCR hat die ugandische Regierung ein Gebiet rund 200 Kilometer nordwestlich ausgewiesen um ein neues Lager zu errichten. Mit dem Alliance2015-Partner CONCERN hat die Welthungerhilfe die sehr dünn besiedelte Gegend analysiert und unterstützt zunächst 850 Familien bei der Umsiedlung aus Bundibugyo in das neue Lager Kyangwali. Dort werden den Familien Werkzeuge und Baumaterial zur Verfügung gestellt, damit sie sich einfache Unterkünfte errichten können. Außerdem werden Hygienekits verteilt und Latrinen gebaut. Das Gebiet am Lake Albert bietet fruchtbaren Boden, der sich für Landwirtschaft gut eignet. Ein wichtiger Aspekt, da nicht klar ist, wann und ob die Kongolesen wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Damit sie nicht von Nahrungsmittelpaketen abhängig sind, verteilt die Welthungerhilfe landwirtschaftliche Geräte und schnellreifendes Saatgut.

Der erste Flüchtlingskonvoi ist angekommen

Die Lage in ihrer Heimat ist unerträglich: Die öffentliche Verwaltung ist zusammen gebrochen und die jahrzehntelangen Kämpfe haben vielen Kongolesen jegliche Hoffnung auf Frieden geraubt. Trotz der katastrophalen Zustände fällt es den Familien schwer in das weiter entfernte Lager Kyangwali umzusiedeln. Eine Heimkehr rückt dadurch noch weiter in die Ferne. Sie haben das Gefühl von einer Ungewissheit in die nächste zu stolpern. Der Transport der Familien birgt zudem zahlreiche Probleme. Seit Beginn der Regenzeit sind die ohnehin schon schlechten Straßen und Zugangswege noch schwieriger zu passieren. Der erste Konvoi mit 80 Familien hat vergangene Woche das Lager in Kyangwali unbeschadet erreicht. Die Mitarbeiter vor Ort sind zuversichtlich, die verbliebenen Familien in den nächsten Tagen und Wochen ebenfalls sicher nach Kyangwali zu bringen.

Die Hilfsmaßnahmen in Uganda werden finanziell unterstützt vom Auswärtigen Amt.

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