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Laos - Reis als Vorsorge und Währung

Reis als Währung

In Laos ermöglichen Reisbanken Kleinbauern das Überleben

Der Reisspeicher aus Holz in einem Dorf in Laos.
Der Schlüssel zum Speicher wird vom Vorstand des Reisbank-Komittees im Dorf vewaltet. © Beyer
Versammlung der Dorfgemeinschaft in einem Dorf in Laos.
Versammlung der Dorfgemeinschaft. Gemeinsam wird entschieden, welche Familien durch die Reisbanken unterstützt werden. © Beyer
Ein Haus in Laos.
Zu Besuch bei einer Familie, die Unterstützung erhält. Das Haus steht auf Stelzen, um es so vor Nässe und Ungeziefer zu schützen. © Beyer
Reis wird verarbeitet. Es ist das Hauptgrundnahrungsmittel in Laos.
Reis ist das Hauptgrundnahrungsmittel in Laos. An die Bauern im Projektgebiet wurden neue, ertragreichere Saatgutsorten verteilt. © Beyer
Reis wird gemahlen und sortiert.
Nach der Ernte wird der Reis gemahlen und sortiert. © Beyer

von Peter Beyer

Im abgelegenen Bergland des laotischen Distrikts Sepon leben zahlreiche ethnische Minderheiten. Viele dieser Menschen leben von der Hand in den Mund. Rund um ihre Dörfer haben sich ausländische Unternehmen Ländereien gesichert und legen Plantagen an. Den Dorfbewohnern bleiben nur kleine Anbauflächen für ihren Reis. Und die Ernte reicht meist nur für ein halbes Jahr. Deshalb hat die Welthungerhilfe im Juli 2012 in dieser Region Banken eingerichtet. Banken, die mit nur einer Währung handeln: mit dem Saatgut Reis.

Korn als Kapital

Diese neuen Banken sind aus Holz und Bambus gebaut und stehen auf Stelzen. So kann das wertvolle Korn nicht von Ratten oder Mäusen angenagt werden und ist gleichzeitig vor Regen und Überschwem-
mungen geschützt. Ein dickes Vorhängeschloss sichert die Reis-
speicher vor unbefugtem Zugriff durch Menschen. Den Schlüssel verwahrt der Vorsitzende des Reisbank-Komitees.

Rückzahlung in gleicher Währung

Bauern, die nach einer Missernte in Not geraten sind und nicht mehr genug Reis zur Aussaat aufsparen konnten, können sich das fehlende Saatgut von der Bank leihen. Wer diese neue Chance nutzen will, muss einen Antrag vor der versammelten Dorfgemeinschaft stellen. Diese entscheidet dann darüber, ob die entsprechende Familie tatsächlich bedürftig ist. Nach der nächsten Ernte muss der Kredit in gleicher Währung zurückgezahlt werden. Damit das Kapital der Bank wächst, wird ein Zinssatz von zehn Prozent erhoben.

Spürbarer Fortschritt

Bislang mussten sich Dorfbewohner häufig als Hilfsarbeiter verdingen, um das teure Saatgut für die nächste Aussaat erstehen zu können. Zwangsläufig vernachlässigten sie dabei die Pflege ihrer eigenen Reisfelder. Dank der neuen Reisbank können sie diese nun intensiver bearbeiten.

Peter Beyer ist freier Autor und Mitbegründer des Journalistennetzwerks Storymacher.

Aktuelle Kommentare

Ich finde es sehr löblich, dass sich die Welthungerhilfe engagiert und einen Unterschied macht in dieesr Welt, in der 40.000 Menschen am Tag verhungern.Eine Welt in der Hunger als Waffe eingesetzt wird, in der sich Bauern umbringen, weil sich ihr Saatgut nur einmal verwenden lässt und Sie kein Geld für den erneuten Kauf von neuem, optimiertem Saatgut haben Hoffentlich wird sich die menschliche Geschichte zum Guten wenden und die Rüstungsausgaben werden anders, menschlicher genutzt. Mit diesem Geld könnten alle Probleme der Menschheit gelöst werden.

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