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Mosambik: In der Schule über Hygiene lernen

Hygiene als Schulstoff

In Mosambik geben Schülerinnen ihr Wissen im Dorf weiter

Die elfjährige Annabella wohnt mit ihren drei Geschwistern bei der Großmutter. Ihre Mutter ist vor drei Jahren gestorben, ihr Vater arbeitet in einer Mine im benachbarten Südafrika – für viele in der bitterarmen Region im Süden Mosambiks die einzige Möglichkeit Geld zu verdienen. Er kommt nur alle paar Monate zu Besuch. Die Großmutter ist fast den ganzen Tag auf dem Feld, und deshalb verbringt das Mädchen mit dem Wuschelkopf die meiste Zeit bei ihrer Freundin Elisa. Die lebt mit ihrer 14-köpfigen Familie ein paar Hundert Meter entfernt – da fällt ein weiteres Gesicht gar nicht weiter auf.

Elisas Familie lebt vom Anbau von Erdnüssen, Bohnen, Wassermelonen und Kürbissen. Mutter Roma hält große Stücke auf Tochter Elisa und ist froh, dass sie gerne in die Schule geht.

Frisches Wasser aus dem neuen Schulbrunnen

Mit dem Gang zur Schule beginnt für Annabella und Elisa der Tag. Aber nicht, um den Klassenraum aufzusuchen. Stattdessen steuern die beiden Mädchen jeden Morgen um fünf Uhr den Brunnen auf dem Schulgelände an. Dort pumpen sie im Wechsel Wasser in ihre mitgebrachten Kanister und bringen das kühle Nass nach Hause. Zweimal, manchmal dreimal müssen sie die zweihundert Meter lange Strecke zurücklegen, bis der notwendige Tagesvorrat angelegt ist. Bevor die Pumpe des Brunnens instand gesetzt wurde, mussten sie einen viel weiteren und beschwerlichen Weg durch den Busch zurücklegen.

Jeden Morgen pumpen Annabella und Elisa Wasser in ihre Kanister und tragen sie nach Hause. © Huber
Endlich ein Brunnen in der Nähe: Bevor die Pumpe instand gesetzt wurde, führte ein beschwerlicher Weg durch den Busch.© Huber
Hygiene mit einfachen Mitteln: Direkt vor den neu gebauten Toiletten kann sich jeder mit sauberen Wasser die Hände waschen. © Huber
Jeden Morgen pumpen Annabella und Elisa Wasser in ihre Kanister und tragen sie nach Hause. © Huber
Endlich ein Brunnen in der Nähe: Bevor die Pumpe instand gesetzt wurde, führte ein beschwerlicher Weg durch den Busch.© Huber
Hygiene mit einfachen Mitteln: Direkt vor den neu gebauten Toiletten kann sich jeder mit sauberen Wasser die Hände waschen. © Huber
Ein Hochregal lässt Pfannen, Töpfe und Geschirr außerhalb der Reichweite der Tiere trocknen. © Huber
Ein Hochregal lässt Pfannen, Töpfe und Geschirr außerhalb der Reichweite der Tiere trocknen. © Huber

Die Themen Hygiene und Sauberkeit sind angesagt

Wenn dann der Unterricht beginnt, richtet sich das größte Interesse der beiden Mädchen seit neuestem auf die Schulungen, die nun dank der lokalen Partnern der Welthungerhilfe im Unterrichtsplan zu finden sind. Was sie dort über Hygiene und Sauberkeit lernen, bringt die beiden mit nach Hause. "Meine Tochter hat nicht nur gelernt, wie wichtig es sich vor jedem Essen die Hände zu waschen, sie besteht auch darauf, dass es bei uns hier jeder tut!", bestätigt Elisas Mutter lächelnd. Auch dass die von der Welthungerhilfe gebauten Latrinen immer abgedeckt sein müssen, damit sie nicht von Fliegen bevölkert werden, haben Annabella und Elisa zu Hause kundgetan und erinnern ihre jüngeren Geschwister daran. Und das neue Hochregal vor ihrer Hütte, auf dem Pfannen, Töpfe und Geschirr nun außerhalb der Reichweite der Tiere gelagert werden, geht ebenfalls auf die Erkenntnisse aus dem Hygienekurs zurück.

Die Kurse stärken das Selbstvertrauen der Kinder  - sie machen nun  Pläne für ihre Zukunft

Bei so viel Hang zur Sauberkeit kann das Berufsziel von Elisa nicht weiter verwundern. Krankenschwester will sie einmal werden. Freundin Annabella kann sich derweil gut vorstellen, als Lehrerin selbst einmal Wissen zu vermitteln. Bis es so weit ist, werden die beiden Mädchen noch viele Wasserkanister hin und her schleppen müssen: Auf 200 Liter am Tag schätzt Elisas Mutter den Bedarf für ihre Familie. Viel Wasser wird für das Waschen, die Wäsche und natürlich das Kochen benötigt. Apropos kochen: Wenn es nach Elisa ginge, käme dabei jeden Tag ihr Lieblingsgericht auf den Teller – ein schmackhafter Brei aus Bohnenblättern, Cashewnüssen und Maismehl.

In Mosambik sind mehr als die Hälfte der Menschen extrem arm. Für sauberes Trinkwasser müssen sie weite Wege auf sich nehmen, meist mehr als eine halbe Stunde. Oft wird auch verschmutztes Wasser getrunken, da meistens nur Flüsse oder nicht gewartete Brunnen als Quellen zu erreichen sind. Die Folge: Viele Menschen, besonders Kinder leiden an Durchfallerkrankungen; das Immunsystem wird dadurch stark geschwächt, was wiederum die Entwicklung der Kinder stark beeinträchtigt. Die Welthungerhilfe hat daher an 34 Schulen im Süden Mosambiks gemeinsam mit den Dorfbewohnern Brunnen gebaut oder repariert und die Bewohner darin trainiert, sie selbst regelmäßig zu warten. In Schulungen erfahren die Menschen außerdem Tipps und einfache Mittel, wie sie Krankheiten vorbeugen können. Dabei werden auch die Jüngsten - die Schulkinder - mit ins Boot geholt. Wie sich zeigt mit gutem Erfolg!


Unterstützen Sie uns, damit weitere Familien wie die von Elisa und Annabella sich selbst helfen können!

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