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Nepal - Zu Besuch bei den "grünen Schulen"

Grün ist die Hoffnung

Naturschutz und Armutsbekämpfung in Nepal

Die Welthungerhilfe hat ihr Engagement in Korak beendet, die Bevölkerung ist nun in der Lage, sich selbständig zu helfen. Den Menschen in Nepal wird die Welthungerhilfe auch in Zukunft zur Seite stehen, besonders nach den schweren Erdbeben im April und Mai 2015.

Welthungerhilfe-Mitarbeiterin Nora Korthals staunt über die unglaubliche Tatkraft und die innovativen Ideen der Bewohner in der abgelegenen Bergwelt Nepals. Lesen Sie hier ihren Bericht.

Bei meiner Ankunft zieht mich das Land sofort in seinen Bann. Selten habe ich mich in der Fremde so sicher, so willkommen und akzeptiert gefühlt. Meine Reise geht in den Süden des Landes - in wunderbare, unberührte Naturlandschaften. Hin und wieder lassen sich einige Hütten zwischen Wäldern und Reisfeldern blicken. Eine Idylle! Scheinbar.

Fruchtbare Landschaften in den Bergen Nepals.
Fruchtbare Landschaften in den Bergen Nepals: Die Menschen in Korak erfahren in Schulungen, wie sie ihre Ernten steigern können.
Schüler in  Korak, Nepal. Sie lernen die Kinder schonend mit der Natur umzugehen.
Bildung ist der Weg aus der Armut. In der Grünen Schule lernen die Kinder schonend mit der Natur umzugehen.
Wurzeln zu kochen, um den Magen in den Wintermonaten zu füllen, gehört nun der Vergangenheit an.
Wurzeln zu kochen, um den Magen in den Wintermonaten zu füllen, gehört nun der Vergangenheit an.
Obst und Gemüse aus Nepal.
Seit sie eine Vielfalt an Obst und Gemüse anbauen, hat sich die Ernährungssituation enorm verbessert.
Die Bewohner zeigen stolz ihre neuen Bio-Toiletten.
Die Bewohner zeigen stolz ihre neuen Bio-Toiletten.

Wurzeln, Pilze und Beeren - zu wenig, um satt zu werden

Auf unserem Weg nach Korak passieren wir viele Familien, die ihre Nahrungsmittel selbst anbauen und im Einklang mit der Natur leben; doch mit Romantikidylle hat all das jedoch wenig gemein, es ist gelebte Armut. Oftmals reicht die Reis- und Gemüseernte nur sechs Monate aus, danach ernähren sich die Familien von Wurzeln, Pilzen und Beeren, die sie im Wald sammeln. Dazu kommen schlechte Hygienebedingungen, mangelnde medizinische Versorgung, beschwerliche Wege und kaum sauberes Trinkwasser. Es gibt keinen Strom und keine Möglichkeit, Einkommen zu erwirtschaften. Die Welthungerhilfe unterstützt daher die Menschen in der Region mit einem ganzheitlichen Ansatz, der Naturschutz und Armutsbekämpfung vereint.

Ein Riesenschritt zu neuen Ufern

In Korak angekommen, sehen wir, was die Bewohner hier bereits erreicht haben. Seit sie nicht mehr nur Reis, sondern auch eine Vielfalt an Obst und Gemüse anbauen, hat sich die Ernährungssituation der Familien enorm verbessert. Zudem kann nun das ganze Jahr über geerntet und sogar Überschüsse verkauft werden. Es gibt eine neue Straße, die eine Anbindung an die Märkte in der Umgebung ermöglicht, neue Toiletten und Bewässerungslösungen für die Felder. Eine Bauernkooperative hat sich gegründet, die überschüssige Erzeugnisse mit einem gemeinsam finanzierten Auto zum Markt transportiert. „Heute treffen sich sogar einige Bauern mit den Hoteliers des nahegelegenen Nationalparks, um das Marketing der biologischen Erzeugnisse zu besprechen. Ein Riesenschritt!“, berichtet mir Projektkoordinator Philippe Dresrüsse.

Neues Modellprojekt –Grüne Schule

Doch der schonende Umgang mit der Natur will gelernt sein, daher unterstützt die Welthungerhilfe die Einrichtung von zwei Grünen Schulen in Korak, in denen schon die Kinder lernen, schonend mit natürlichen Ressourcen umzugehen. Auch alternative Anbaumethoden stehen auf dem Stundenplan sowie Hygiene und das Wissen um eine gesunde Ernährung. Ich habe hier viele Schüler getroffen, die wissbegierig bis zu zwei Stunden bergigen Fußmarch auf sich zu nehmen, um für das Leben zu lernen.

Die Menschen sind in Bewegung

Während meines Besuches treffe ich noch auf viele beeindruckende Menschen. Wie den Ingenieur Rabindra Tamang. Stolz erklärt er uns eine neu errichtete Biotoilette, die durch eine Sickergrube rund 15 Jahre lang ohne Anbindung an ein Abwassersystem betrieben werden kann. Sein Wissen hat er in Schulungen der Welthungerhilfe erworben. Er trägt es weiter an seine Nachbarn. Oder die alte Chepang Frau, die uns eifrig die sechs Schritte des Händewaschens vorführt, die sie von ihrer Enkelin gelernt hat. Also funktioniert der Ansatz, über die Kinder in der Schule ganze Familien zu erreichen, ganz wunderbar.

Diese Menschen stehen für unglaubliche Tatkraft und ich bin dankbar dafür, sie kennengelernt zu haben. Mit eigenen Augen habe ich gesehen, wie viel bereits verändert wurde. Helfen auch Sie dabei, den Menschen in Nepal und anderen Ländern das Handwerkzeug zu bieten, mit dem sich aus eigener Kraft ihre Zukunft gestalten können.

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