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Landwirtschaft in Nordkorea

Nordkorea-Konflikt

Den Alltag bestimmen andere Sorgen!

(April 2013) Die Welthungerhilfe ist die letzte deutsche Hilfsorganisation in Nordkorea. Gerhard Uhrmacher, Projektleiter für Nordkorea berichtet über die aktuelle Situation. Tagtäglich steht er im engen Kontakt mit den Mitarbeitern vor Ort.

Im nordkoreanischen Alltag spürt man zurzeit noch sehr wenig von einer militärischen Mobilmachung. Das alltägliche Leben der Menschen geht seine gewohnten Wege. Nächste Woche steht ein großer nationaler Feiertag an und hierfür laufen die Vorbereitungen im privaten Kreis und im öffentlichen Leben.

Armut und Hunger: kein neues Problem

In Nordkorea sind Lebensmittel immer knapp. Schuld daran sind eiskalte Winter, ausgedorrte Böden und heftiger Monsunregen im Sommer. Jetzt im Frühjahr herrscht eine bekannte Mangelperiode im Land: Die Nahrungsmittelvorräte sind zum großen Teil ausgegangen, noch bevor die neue Ernte überhaupt heranwächst. Dies führt dazu, dass die Menschen zu wenig zu essen haben. Die Leidtragenden sind vor allem die Kinder. Mangel- und Fehlernährung lassen Sechsjährige wie Vierjährige aussehen, berichtet Katja Richter, Leiterin des Welthungerhilfe-Büros in der Hauptstadt Pjöngjang.

Knappe Nahrungsmittelvorräte in Nordkorea.
Abseits aller politischen Geschehnissen, sorgen sich die Menschen besonders um eines: Nahrungsmittelvorräte sind zum großen Teil ausgegangen, noch bevor neue Ernte überhaupt heranwächst.
Frau im Gewächshaus.
Die Welthungerhilfe fördert städtische Landwirtschaft in der Hauptstadt.
Treibhaus mit Bewässerungssystem.
Treibhaus mit Bewässerungssystem - nachhaltiger Umgang mit den knappen Ressourcen.

Die Arbeit der Welthungerhilfe vor Ort

Zurzeit engagiert sich die Welthungerhilfe in Nordkorea mit sechs Großprojekten, in denen es darum geht, die lokale Landwirtschaft zu fördern, die Ernte und ihre Lagerhaltung zu verbessern und Nahrungsmittel anzubauen, die an Klima und Bodenqualität angepasst sind. Auch finden Schulungen, Trainings und Aktivitäten im Bereich nachhaltige Wasser- und Sanitärversorgungen statt.

Alle diese Projekte laufen weiter. Für die geförderten landwirtschaftlichen Betriebe, Bauern-Genossenschaften und Kleinbauern ist momentan eine besonders wichtige Zeit: Die Aussaat der neuen Ernte. Unbeeinflusst von den politischen Geschehnissen muss gerade jetzt für die die zukünftige Versorgung mit Nahrung und für das Familieneinkommen gesorgt werden. Felder werden vorbereitet, die Saat ausgebracht und Lagerstätten kontrolliert und ausgebessert.

Situation wird genau beobachtet: Projektbesuche finden statt

Im April 2013 fanden für kurze Zeit keine Besuche und Fahrten in die Projektgebiete der Welthungerhilfe statt. Die Sicherheitslage hat sich jedoch seit einigen Wochen wieder etwas entspannt und die Projektbesuche in die verschiedenen Provinzen wurden wieder aufgenommen. Allgemein wird die Sicherheitslage stetig beobachtet und die Welthungerhilfe steht im engen Kontakt mit den Behörden, Botschaften und dem koreanischen Außenministerium.

Das Projektbüro in Pjöngjang ist geöffnet und die Mitarbeiter der Welthungerhilfe, die bereits seit vielen Jahren im Land sind, gehen ihrer Arbeit mit hohen Engagement nach und versuchen, den Betrieb relativ normal aufrecht zu erhalten. Zu beobachten ist, dass in letzter Zeit verstärkte Kontrollen und Sanktionen zu beobachten sind, die insbesondere zeitlich und organisatorisch die Projektarbeit beeinflussen: Finanzmittel sind schwieriger zu überweisen und die Kontrollen verlangsamen die Transporte von Hilfsgütern. Für die Mitarbeiter bedeutet diese mehr Arbeit und mehr zeitlichen Aufwand.

Mehr Informationen finden Sie hier
O-Töne: Die Menschen in der Diktatur. Gerhard Uhrmacher berichtet über die aktuelle Lage (Stand April 2013)

Aktuelle Kommentare

Hallo Welthungerhilfe,

seit Monaten oder mittlerweile Jahren habe ich ein Interesse (oder Faszination) an Nordkorea. Richtig begründen kann oder konnte ich das bislang nicht. Bei der Suche nach Informationen hört man ja im besten Fall nichts, oder wie sonst üblich nur negatives (Schurkenstaat, am meisten isoliert, Hungerkatastrophe, DMZ, usw.) Sogar Geheimdienste wissen nichts über dieses Land (z.B. der Tod von Kim Jong-il). Was machen Diplomaten in diesem Land? Was machen die Menschen in diesem Land, wenn sie nicht gerade für irgendwelche Massenveranstaltungen üben? Was machen die Menschen, die nicht in Pjöngjang leben und gerade nicht ernten oder aussäen?

Für mein Interesse an Nordkorea ernte ich meist Unverständnis oder muss mich sogar dafür rechtfertigen.

Es scheint wirklich, daß für Nordkorea der Rest der Welt nicht existiert. Aber: Für den Rest der Welt scheint Nordkorea ebenfalls nicht zu existieren! Sogar dieser Artikel der Welthungerhilfe wurde noch nicht kommentiert!

Umso erfreuter war ich, daß doch Hilfsorganisationen sich um die Verbesserung der Situation der Menschen kümmert!

Sich ganz klar von der politischen Situation distanziert und den Fokus auf die humane Situation konzentriert. Die politische Situation ist auch für mich sehr problematisch, aber in sehr vielen anderen (auch westlichen) Ländern ist die Situation aus meiner Sicht (durchaus ähnlich) unbefriedigend.

Aber erstmal leben in dem Land Menschen, und um diese geht es!

Danke Welthungerhilfe für diesen kleinen Einblick in den Alltag in Nordkorea. Ich hoffe, daß auch (zumindest ein Teil) der Rest der Welt bemerkt, daß Nordkorea mehr ist als das, was über Nordkorea berichtet wird und die Berichterstattung etwas neutraler wird!

Falls Ihr noch mehr Informationen habt dürft Ihr mich gerne anschreiben...mein Interesse ist noch lange nicht gestillt!

Dirk Ducrée
Ich befürchte, dass Ihr Engagement in Nordkorea der herrschenden Clique mehr hilft, als den Bürgern; ihr die Aufgabe abnimmt, selbst für die Bevölkerung zu sorgen. Eine Regierung, die irrwitzige Summen in den Bau von Atombomben investiert, sollte - wenn sie wollte, es aber offensichtlich nicht will - auch in der Lage sein, ihre Bevölkerung zu ernähren. Durch Ihre Arbeit unterstützen Sie insofern letztlich eines der grauenhaftesten Systeme der Erde.
Hallo,
vielen Dank für Ihren Kommentar. Die Welthungerhilfe arbeitet in allen Projektländern direkt mit den Menschen zusammen. Unser Ansatz ist das Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe". Wir unterstützen die Menschen dabei, ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in Würde und Gerechtigkeit wahrnehmen zu können. Es sind eben diese Menschen selbst, die in ihren Ländern soziale Veränderungen anstreben. Wir begleiten sie dabei.
Viele Grüße

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Die Welthungerhilfe ist die einzige deutsche Hilfsorganisation in Nordkorea. Wie ist es, unter einer Diktatur zu arbeiten?

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Nordkorea: Luxuslimousinen in der Hauptstadt Pjöngjang, Dürre und Hunger auf dem Land. Dr. Wolfgang Jamann berichtet von seiner Projektreise.

Gerhard Uhrmacher, Projektleiter für Nordkorea berichtet.

Weitere Infos

Blog-Beitrag
Der Nordkorea-Konflikt aus Sicht der Welthungerhilfe: "Es geht um die Menschen"

Zum Blog bei NachDenkSeiten

Interview  Deutsche Welle (09.04.2013)

Gerhard Uhrmacher, Programm-Manager für Nordkorea: "Wir blicken täglich auf Korea"