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Philippinen: Zerstörung durch Taifun Haiyan

Solidarität nach Haiyan

Taifun hinterließ eine Schneise der Zerstörung

(20.12.2013) In der Telefonleitung rauscht es. Keine technische Störung, sondern ein sintflutartiger Regen, der seit Stunden auf die Insel Panay herabprasselt. Auf die zerschmetterten Fischerboote am Strand. Auf Palmenstümpfe, die grotesk in alle Richtungen ragen. Auf Menschen, die in ihren notdürftig reparierten Hütten kauern. Und auf die Nothelferin Elisabeth Biber. „Die Regenzeit ist noch nicht vorbei", sagt sie später im Trockenen. „Umso mehr drängt für uns die Zeit."

Die 26-Jährige ist die Jüngste von sechs Nothelfern der Welthungerhilfe, die die Bewohner auf den Inseln Panay und Cebu beim Wiederaufbau unterstützen.

Menschen reparieren Boote
Das ganze Land hilft: In Panay reparieren die Menschen gemeinsam ihre Boote. © Concern Worldwide
Nothelferin im Gespräch mit Freiwilligen
Nothelferin Elisabeth Biber im Gespräch mit Freiwilligen, die bei Verteilungen der Hilfsgüter mit anpacken.
Zerstörte Hütten
Der Regen erinnert an den Taifun. Viele Hütten in Panay liegen brach.

Seit der Taifun Haiyan am Morgen des 9. November die Philippinen erreichte, ist das einstige Inselparadies der Visayas nicht wiederzuerkennen. Über vier Millionen Menschen haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren, über 5.000 Menschen sind gestorben. „Die Zerstörung ist unfassbar groß." Elisabeth Bibers Stimme stockt. Den Betonbauten der Mittelschicht konnte der Taifun wenig anhaben, doch die Hütten der armen Fischer, Tagelöhner und Kleinbauern riss er fort.

Schutz bei den Nachbarn

Eine Tagelöhnerin hatte noch einmal Glück gehabt: Von ihrer eigenen Hütte ist nichts mehr zu sehen, doch sie rettete sich ins Haus ihrer Nachbarn. Am dringendsten fehlt es ihr und den anderen Obdachlosen an Werkzeug und sauberem Wasser. Die Welthungerhilfe hat daher mobile Wasserfilter nach Panay gebracht, mit denen 2.500 Menschen vor Ort täglich sauberes Trinkwasser erhalten. Außerdem verteilt sie Pakete mit Planen, Moskitonetzen, Solarlampen und Reparaturmaterial an 5.000 Familien. So können sie ihre Hütten selbst zusammennageln und die Dächer flicken.

Bei den Jüngsten sitzt der Schock tief

„Der Regenguss bringt die Erinnerung an den Taifun zurück", berichtet Elisabeth Biber. „Ein Kind erzählte mir heute, wie es sich in Todesangst unter das Waschbecken quetschte, während der Taifun tobte und der Vater noch immer nicht zu Hause war." Zusammen mit Gemeindevorständen und der lokalen Partnerorganisation Philippine Rural Reconstruction Movement (PRRM) hat die junge Nothelferin Familien ausgewählt, die Werkzeug erhalten sollen. „Die Entscheidung fiel uns nicht leicht", berichtet Biber. Im Hochland erkundigte sich eine Mutter vor den Resten ihrer Hütte, ob ihr Name auf der Liste stehe. Biber musste passen: „Wir können erst einmal nur die Familien versorgen, die gar keine Hütte mehr haben und kaum Einkommen – weil sie viele Kinder, keine Jobs und keine Verwandten im Ausland haben." Zu ihrer Überraschung lächelte die Frau; es sei gut, dass ihre Nachbarinnen zuerst an die Reihe kämen, wo diese doch gar nichts mehr hätten. Es gibt viel Solidarität auf den Philippinen, das ganze Land hilft.

Ganzer Schaden zeigt sich im Frühling

Elisabeth Biber ist immer auf dem Sprung; wie immer in den letzten Wochen ist sie seit sechs Uhr morgens unterwegs, wie immer wird sie erst nach Mitternacht ins Bett fallen. „Dafür sehen wir jeden Tag, wie sehr sich unsere Arbeit lohnt", sagt sie. „Die Menschen sind so dankbar, dass ihr Unglück die Welt nicht kaltlässt." Und doch ahnen sie bereits, dass sich spätestens im Frühling die volle Wirkung des Taifuns zeigt: Wenn die Kokospalmen nicht tragen, die Ernte auf den versalzenen Feldern nicht aufgeht – und die meisten Organisationen wieder abgezogen sind.

Die Menschen auf den Philippinen brauchen daher nachhaltige Unterstützung. Helfen Sie mit beim Wiederaufbau! Ihre Spende wirkt!

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Welternährung 4/2013.

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