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Syrien: zu Besuch bei einer Flüchtlingsfamilie

Zu Besuch bei Flüchtlingen

Syrien: Nach drei Jahren Bürgerkrieg sind Flüchtlinge entwurzelt und traumatisiert

Welthungerhilfe-Mitarbeiter Abu Muhannad besuchte Flüchtlingsfamilien in Syrien und bekam einen Eindruck von der Not und den Ängsten der Menschen. Im Norden Syriens, sah er viele notdürftige Unterkünfte und Behausungen. Unterschiedliche Bilder bringt er von seiner Reise mit nachhause – die in seinem Herzen und die auf seiner Kamera.

Darauf waren die syrischen Familien einfach nicht eingerichtet. Sie mussten aus ihrer Heimat flüchten mit dem, was sie auf dem Leib trugen, und dem Wenigen, was in eine Tasche passte. Für Matratzen, Decken oder Einrichtungsgegenstände gab es da keinen Platz. Bereits im Oktober 2013 begann die Welthungerhilfe mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes, Kleidung, Matratzen, Decken und Lebensmittel an Flüchtlinge zu verteilen. Welthungerhilfe-Mitarbeiter Abu Muhannad berichtet von bewegenden Momenten.

Wer seid ihr? - Flüchtlinge

In Manbij transportieren zwei Männer Nothilfelieferungen und Matratzen auf einem Motorrad davon.
In Manbij transportieren zwei Männer Nothilfelieferungen und Matratzen auf einem Motorrad davon.
Familien treffen sich bei der Verteilung von Hilfsgütern.
Familien treffen sich bei der Verteilung von Hilfsgütern.
Eine überschaubare Ration, bis die nächsten Lieferungen eintreffen.
Eine überschaubare Ration, bis die nächsten Lieferungen eintreffen.
Dürftig eingerichtet: Die Unterkünfte der Flüchtlinge in Manbij.
Dürftig eingerichtet: Die Unterkünfte der Flüchtlinge in Manbij.

"Heute ist unsere Ration riesig", höre ich einen Jungen flüstern. "Was meinst du damit?", raunt sein Begleiter. "Diesmal sind es drei Lebensmittelpakete, zwei Matratzen und ein Paket mit anderen Dingen", antwortet der Erste. Ich werde misstrauisch und spreche sie an. "Wer seid ihr?" "Flüchtlinge." "Und wo wohnt ihr?" "In einem Haus." Nun will ich genau wissen, ob unsere Hilfe wirklich richtig ankommt, und lasse mich von den Jungen und ihren Eltern heimführen.

Lokale Organisationen versuchen zu helfen

Auf dem Weg erfahre ich Folgendes: Der junge Jalal und seine Familie flohen vor den Kämpfen in der Stadt Homs. Als sie nach Manbij gelangten, half ihnen für kurze Zeit eine lokale Organisation. Lange sei es aber schon her, dass sie von dort Hilfe bekamen. Als die Not immer größer wurde, haben sie sich verzweifelt an eine andere Organisation gewandt, die sie aber ablehnte, weil sie ja schon anderweitig registriert seien, erzählt die Mutter unter Tränen.

Entwurzelt und traumatisiert

Seit anderthalb Jahren leben sie nun schon hier. Unterdessen starb ihr Schwiegersohn bei einem Bombenangriff in Homs. Ihre Tochter zieht die beiden Kinder nun allein groß. Ein kleiner Junge und seine Schwester – entwurzelt und traumatisiert. Nichts wird sie je dafür entschädigen können, dass ihnen eine unbeschwerte Kindheit und der Besuch einer Schule verwehrt blieben. Was ich bei der Ankunft am "Haus" der Familie vorfinde, sagen die Fotos besser als alle Worte. Von diesem Besuch nehme ich zwei Arten von Bildern mit – die einen sind auf der Speicherkarte meiner Kamera verewigt, die anderen in meinem Herzen – als eine immerwährende Erinnerung an die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Menschen in Syrien heute leben.

Die Hilfsmaßnahmen in Syrien werden finanziell unterstützt vom Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, People in Need und der Welthungerhilfe.

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