Aktuell: UN-Klimagipfel 2012 in Doha

Geld für den Klimaschutz

Zahlungen, um Schäden zu kompensieren

Ausgedörrte Erde in Pakistan.
Dürre in Pakistan. © Kopp

Aus der EU sind insgesamt nur 8,3 Milliarden Euro bis 2015 zugesagt worden. Die europäische Finanzkrise und der z. Zt. extrem niedrige C02-Preis belasten die Ausstattung der diversen Fonds für Klimaschutz und Anpassung, klagen die Vertreter Südeuropas. Doch in der Vergangenheit hatten die Industrieländer vereinbart, den Betrag für Klimaschutz bis 2020 auf jährlich 100 Milliarden Euro aufzustocken - die Entwicklungsländer hatten bis 2015 Zusagen in Höhe von mindestens 60 Milliarden Euro gefordert. Auch hier wurden weitere Entscheidungen auf die nächsten Jahre verschoben.

"Loss and Damage"

Der Begriff "Loss and Damage" kommt aus der Versicherungswirtschaft, und dabei geht es vor allem um Kompensationszahlungen. Besonders die USA weigern sich anzuerkennen, dass sie als Mitverursacher kleinere Länder - wie die Inselstaaten im Südpazifik - für entstandene Schäden entschädigen müssen. Schließlich einigte man sich darauf, im nächsten Jahr einen Mechanismus zu schaffen, der das Problem der klimawandelbedingten Schäden regeln soll. "Die Entwicklungsländer haben beim Geld nachgegeben, dafür mussten die USA akzeptieren, dass das Thema „Loss and Damage“ weiter auf der Agenda bleibt“, so ein Beobachter der Konferenz.

Landwirtschaft und Klimaschutz

Viele NGO warnten davor, dass das Thema Landwirtschaft ausschließlich unter dem Aspekt der Schadensminderung betrachtet werden könnte. Denn so könnten Länder mit großflächiger und intensiver Produktionsweise ihre hohen Emissionen über den Handel mit Zertifikaten kompensieren. Und so würden sie von dem eigentlichen Zweck, der Reduktion von C02, ablenken. Vertreter der eher kleinbäuerlichen Landwirtschaft sehen außerdem die Gefahr, dass so zusätzlich Anreize für Enteignungen und Landgrabbing geschaffen werden können. Dadurch würde sich die ohnehin prekäre Lebensgrundlage der Kleinbauern weiter verschlechtern. Ideologische Differenzen und Interessengegensätze zwischen den Teilnehmern verhinderten in Doha ein Übereinkommen, so dass die weitere Diskussion der Frage, wie das Thema Landwirtschaft bei der Klimaverhandlungen eingebracht werde soll, ebenfalls auf das nächste Jahr verschoben wurde.

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Michael <br /> Kühn

Michael
Kühn

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