Der Klimawandel und seine Folgen

Der Klimawandel und seine Folgen

Was wird passieren, wenn wir so weitermachen wie bisher?

Der Klimawandel schreitet unaufhaltsam voran. In den vergangenen 30 Jahren traten wetterbedingte Katastrophen dreimal so häufig auf wie zuvor. Die Folgen sind vor allem für die Menschen in Entwicklungsländern verheerend, denn sie verlieren nicht nur ihr Hab und Gut; zumeist verschlechtert sich auch ihre Ernährungslage.

Der Klimawandel ist längst da: Wissenschaftler schätzen, dass 2015 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen wird – und dies ist erst der Anfang. Mit Hilfe von Computersimulationen können bereits heute die Auswirkungen der Erderwärmung auf das Klima abgeschätzt werden. Die heutige, globale Erwärmung von 0,8°C im Temperaturmittel könnte bis 2100 um 4°C und mehr ansteigen – mit fatalen Folgen. Zum Vergleich: Das entspräche dem Temperaturunterschied von der letzten Eiszeit zu heute.

Mit dem Klima leiden Um- und Tierwelt ebenso wie der Mensch: Die steigende Hitze beeinträchtigt unser Wohlbefinden. Luftverschmutzung, verseuchtes Wasser und Mangelernährung als indirekte Klimafolgen führen zu weitreichenderen Problemen.  © Kopp
Mit dem Klima leiden Um- und Tierwelt ebenso wie der Mensch: Die steigende Hitze beeinträchtigt unser Wohlbefinden. Luftverschmutzung, verseuchtes Wasser und Mangelernährung als indirekte Klimafolgen führen zu weitreichenderen Problemen. © Kopp
Peru zählt zu den 10 Ländern der Welt, die am stärksten vom Klimawandel bedroht sind.
Peru zählt zu den 10 Ländern der Welt, die am stärksten vom Klimawandel bedroht sind.
Wer kommt für klimabedingte Schäden und Verlust auf? Verursacher = Industrieländer müssen den Menschen in Entwicklungsländern mehr Unterstützung zukommen lassen.
Wer kommt für klimabedingte Schäden und Verlust auf? Verursacher = Industrieländer müssen den Menschen in Entwicklungsländern mehr Unterstützung zukommen lassen.

Ursache für den Klimawandel ist der menschengemachte Treibhauseffekt: Trotz einer Vielzahl von Maßnahmen zum Klimaschutz geht der CO₂-Ausstoß nicht zurück. Die Erde erwärmt sich durch die höhere Konzentration der Treibhausgase, was zu mehr Wasserdampf in der Atmosphäre führt. Dies bringt weitere Klimafolgen mit sich: Massive Niederschläge und stärkere Extrem-Wetterereignisse.

Doch es gibt große, regionale Unterschiede: Der Regen fällt in erster Linie in hohen geographischen Breiten und Teilen der Tropen, während die Subtropen noch stärker unter Trockenheit leiden. Die Kluft zwischen feuchten und trockenen Klimata auf der Erde vergrößert sich, Ökosysteme geraten aus den Fugen.

Niederschläge und steigender Meeresspiegel 

Die ersten Folgen des Klimawandels erleben wir bereits jetzt: 

  • Die Schnee- und Eismengen der Pole und Gletscher gehen zurück;
  • der Pegel der Ozeane steigt;
  • es gibt mehr Hitzewellen und Dürreperioden
  • sowie Starkregen und Überschwemmungen durch Hurrikane oder Taifune. 

Diese Veränderungen werden seit 1950 beobachtet und sie treten immer häufiger auf. Was wird passieren, wenn die Auswirkungen des Klimawandels noch weiter zunehmen? Wen werden sie betreffen? Wie verändert sich das Leben – unseres und das der Menschen, die in den ärmsten Ländern der Welt leben?

  • Hitzewellen, Stürme, Dürren und Waldbrände: Im Mai 2015 starben in Indien bei einer zehntägigen Hitzewelle mit Temperaturen von 45°C mehr als 2.200 Menschen. Klimabedingte Katastrophen wie Taifune, Hurrikans und Stürme fordern Menschenleben und verursachen unermessliche Schäden. Hurrikan Sandy trug im Jahr 2012 eine 2,7m hohe Flutwelle bis ins Herz von New York, die begleitenden Starkregenfälle richteten in Haiti und auf Kuba schlimme Ernteschäden an und zerstörten Tausende Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Forscher warnen in diesem Jahr vor einem sogenannten Super-El Niño.

  • Pflanzenwelt und Ernten: Geringere Ernten durch Dürren und Schädlingsbefall haben Hunger und höhere Lebensmittelpreise zur Folge. Die Anbaugebiete für Mais, Kartoffeln, Reis und Weizen werden sich zukünftig verschieben, der Nährwert der Nahrungsmittel möglicherweise sinken

  • Ozeane und ihre Ökosysteme: Höhere Niederschläge und Schmelze des Meereises verändern den Salzgehalt des Wassers – mehr Kohlenstoffdioxid säuert die Meere, Korallen und andere Meerestiere verenden. Auch unsere Süß- und damit Trinkwasserressourcen werden beeinträchtigt. Die Küsten werden durch Sturmfluten bedroht und benötigen zusätzlichen Schutz; Inselstaaten verlieren immer mehr Landmassen.

Klimawandel-Folgen treffen Menschen in Entwicklungsländern besonders hart 

In einigen Teilen Asiens und Afrikas haben Dürren in Häufigkeit und Intensität in den letzten Jahrzehnten bereits zugenommen. Warum die armen Länder so anfällig für die Folgen der globalen Erwärmung sind, erklärt sich durch deren geographische Lage, aber auch durch ihre Verletzbarkeit und begrenzten Möglichkeiten zur Anpassung. 90 Prozent aller Menschen, die zwischen 1970 und 2008 durch Extremwetter getötet wurden, lebten in einem Entwicklungsland. Sie sind den Wetterkapriolen viel stärker ausgeliefert als wir, es gibt kaum Schutzmöglichkeiten und Rettungsarbeiten laufen - wenn überhaupt - meist schleppend. 

Viele Entwicklungsländer sind stark landwirtschaftlich geprägt. Klimatische Veränderungen wirken sich direkt auf Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen, die landwirtschaftliche Produktivität und die Qualität der Nahrungsmittel aus.

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Infomaterial

Studie: Auswirkungen des Klimawandels auf Ernährungssicherung.
Fallbeispiele aus Kenia, Pakistan und Peru.

Download Zusammenfassung Studie

Download Studie, komplett

Klimawandel als Armutsfalle

Klimakonferenz Paris:
Warum wir jetzt Klimaschutz und Klimaziele verbindlich machen müssen!
Unsere Forderungen zur Klimakonferenz in Paris

Wie sollen Klimaschutz und Anpassung finanziert werden?
Mehr im Blog: Klimafinanzierung

Klimawandel-Folgen für die Menschen in Entwicklungsländern

Führt Klimawandel zu mehr Hunger?

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Aufgrund ihrer geographischen Lage hat die globale Erwärmung auf die reichen Industrienationen bisher noch keine drastische Auswirkungen – im Gegenteil: Landwirtschaft und Weinbau profitieren von den höheren Temperaturen und fahren sogar größere Erträge ein als zuvor. In anderen Regionen der Welt jedoch nimmt das Risiko für Ernteausfälle durch Stürme, Überschwemmungen oder Dürreperioden zu. Erfahren Sie mehr: Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernährungssituation der Menschen in Entwicklungsländern.

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Katastrophen erhöhen das Risiko für Hunger

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Die Welthungerhilfe leistet Katastrophenhilfe mit Plan und Verstand: Wenn Naturkatastrophen das Leben von Menschen unmittelbar bedrohen, sind sie auf schnelle und effektive Hilfe angewiesen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben klimabedingte Katastrophen weltweit zugenommen. Wir unterstützen die Menschen sich besser auf Katastrophen vorzubereiten. Erfahren Sie mehr im WeltRisikoBericht 2015

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Mehr im Blog: Klimaschäden - wen trifft es?

Klimaschäden - wen trifft es?

Zerstört ein Hurrikan die Ernte oder wird ein Haus bei einer Überschwemmung mitgerissen oder furchtbarer Boden mit Meerwasser versalzen, hat dies gravierende Folgen für die Familien: Ihre Lebensgrundlage wird über Jahre hinweg – im schlimmsten Fall sogar für immer – zerstört. Aber wie geht die internationale Gemeinschaft mit unvermeidbaren und bereits eingetretenen Schäden – hervorgerufen durch den Klimawandel – um? Mehr im Blog zum Thema Klimaschäden

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Forscher warnen vor Super-El Niño 2015

Forscher warnen vor Super-El Niño

Wir können El Niño nicht aufhalten oder beeinflussen, aber wir können uns darauf vorbereiten und das Katastrophenrisiko für die Menschen reduzieren, um das Schlimmste zu verhindern. Die Welthungerhilfe und ihre Partner fördern bereits seit Jahren in aktuell bedrohten Ländern wie Peru, Haiti und Mozambik Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge: Hänge werden bepflanzt, um das Abrutschen zu verhindern; Flussufer werden befestigt, damit Straßen nicht überfluten; Menschen werden im Katastrophenmanagement geschult und in Frühwarn- und Erste-Hilfe-Gruppen ausgebildet.

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Sturmsicher bauen - Beispiel Philippinen

In Zukunft > sturmsicherer bauen!

Zwei Jahre ist es nun her, dass Supertaifun Haiyan über die Philippinen hinweg zog und Chaos und Zerstörung hinterließ. Über 6.000 Menschen verloren ihr Leben, mehr als 4,1 Millionen ihre Häuser. Im Zuge des Klimawandels sind immer mehr solcher Naturkatastrophen zu erwarten. Wir helfen beim Aufbau von sturmfesteren Häusern und Schulen.

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Landraub, Waldrodung: Wir heizen den Klimawandel weiter ein.

Landraub, Waldrodung und Co. Wir heizen den Klimawandel weiter ein.

Die Menschen machen die Auswirkungen des Klimawandels noch schlimmer. Es werden Flussufer betoniert, Wälder abgeholzt und Ressourcen verschwendet. Wichtige Kohlenstoff-Speicher wie Wälder, Moore und Böden werden zerstört. Die Natur, Lebens- und Nahrungsmittelgrundlage für Menschen in Entwicklungsländern, wird nach und nach vernichtet, so dass sie den Folgen der Erderwärmung nahezu ungeschützt ausgeliefert sind. Landraub, so genanntes "Landgrabbing", führt zu Hunger, Armut und Krankheit - Familien verlieren ihr Land, ihre Lebensgrundlage und werden Klimaveränderungen gegenüber noch empfindlicher.

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Klimaflüchtlinge

Klimaflüchtlinge

Wissenschaftler schätzen, dass die Zahl der Klimaflüchtlinge bis zum Jahr 2050 auf 200 Millionen ansteigen wird. Menschen werden aufgrund von Umweltveränderungen, die eindeutig dem Klimawandel zuzuordnen sind (z.B. gestiegener Meeresspiegel), aufgrund von bestehenden Problemen, die durch den Klimawandel verstärkt werden (z.B. Wassermangel) und aufgrund von Konflikten in Folge von Veränderungen zur Flucht gezwungen. Erfahren Sie, wie wir Flüchtlingen weltweit helfen.

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Klimaflüchtlinge: Flucht vor dem Hunger

Die besondere Verletzlichkeit der Menschen, die bereits heute in Armut leben, ergibt sich daraus, dass ihr Einkommen, ihre Lebensgrundlage direkt von der Landwirtschaft abhängt und dass ihnen Finanzmittel, Know-how und Strukturen fehlen, um sich an den Klimawandel anzupassen. Wissenschaftler rechnen mit diesen gravierenden Klimawandel-Folgen in vielen Entwicklungsländern:

  • Die Süßwasserressourcen werden zur Neige gehen.
  • Die Nahrungsmittelproduktion wird zurückgehen.
  • Trockenzeiten, Hungersnöte und Dürren werden verstärkt auftreten.
  • Die Folge wird eine zunehmende umweltbedingte Migration sein.

Viele Menschen werden ihre Heimat verlassen, da ihnen die Folgen des Klimawandels das Leben dort unmöglich machen. Klimaflüchtlinge werden weltweit zunehmen. 

Jetzt etwas ändern und eine gesündere Erde hinterlassen!

Sich an den Klimawandel und seine Folgen anzupassen – darauf sind die Menschen in Entwicklungsländern kaum vorbereitet. Selbst wenn die globale Erwärmung die Zwei-Grad-Grenze nicht übersteigt, bedeutet dies den Verlust von landwirtschaftlichen Gebieten und von Küstensiedlungen. Sollte die 4°C-Marke 2100 tatsächlich erreicht werden, steigen die Schäden exponentiell: Sogenannte „Kippelemente“ im großen Erdsystem, wie die polaren Eisschilde oder der nördliche Amazonas-Regenwald, drohen in einen neuen Zustand versetzt zu werden. Die Situation der Menschen in armen Ländern wird sich zusehends verschärfen.

Neben den Maßnahmen zum Klimaschutz die jeder einzelne treffen kann, arbeitet die Welthungerhilfe in ihren Projekten beispielsweise an nachhaltigen Anbaumethoden, versorgt Menschen, die bereits heute unter den Klimafolgen leiden und setzt sich für den globalen Klimaschutz ein. Es ist an der Zeit, etwas zu ändern – und das schnell und beherzt.

Unsere Forderungen zur Klimakonferenz in Paris

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