Jahrestag des Erdbebens bei Pisco: Was hat die Nothilfe erreicht und was bleibt zu tun?

 

Auch ein Jahr nach dem Erdbeben leben in El Carmen noch viele Menschen in Notunterkünften. ©  Schramm
Auch ein Jahr nach dem Erdbeben leben in
El Carmen noch viele Menschen in
Notunterkünften. © Schramm
Den 15. August 2007 werden die Menschen in den Regionen Pisco, Ica und Huancavelica nicht vergessen. Um 18:41 Uhr Ortszeit erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,9 auf der Richter Skala die Küstenregion bei Pisco. Über 500 Menschen starben unter den Trümmern einstürzender Gebäude. Zudem verursachte das Erdbeben Schäden, die auch ein Jahr danach nur punktuell behoben sind. Krankenhäuser, Schulen und Wohnhäuser wurden ebenso zerstört wie wichtige Straßen. Die nationale Zivilschutzbehörde berichtete von mehr als 52.100 zerstörten und 23.720 stark beschädigten Gebäuden.

 

Die Welthungerhilfe unterstützte die Betroffenen sofort

Die Welthungerhilfe begann direkt nach dem Erdbeben mit Nothilfemaßnahmen.  Für insgesamt 685.650 Euro stellten sie für die Überlebenden Notunterkünfte und Trinkwasser bereit und verteilten warme Decken.

 

Der Kindergarten in El Carmen. ©  Schramm
Der Kindergarten in
El Carmen. © Schramm
Gemeinsam mit der Bevölkerung baute die Hilfsorganisation Schulen wieder auf und setzte Bewässerungsgräben instand. Die bedürftigsten Familien wurden mit Nahrungsmitteln versorgt und halfen dafür tatkräftig bei den Baumaßnahmen und Aufräumarbeiten mit. Dazu wurden auch Werkzeuge an die Bevölkerung verteilt. Bei all dem wurden Nachhaltigkeit und Vorsorge nicht vergessen: Die Welthungerhilfe legte besonderen Wert darauf, die Katastrophenschutzeinheiten fortzubilden. Sie wurden soweit  gestärkt, dass sie bei zukünftigen Katastrophen schneller reagieren und sofortige Hilfe leisten können.


Die Kosten für den Wiederaufbau werden von der peruanischen Handelskammer Lima auf über 300 Millionen Euro geschätzt. Zwei Drittel der Finanzmittel sollen aus der Privatwirtschaft aufgebracht werden. Der peruanische Staat hat den Wiederaufbau bisher nur punktuell unterstützen können.


Ein Jahr nach dem Erdbeben

Viele Menschen haben alles verloren und leben weiterhin in Notunterkünften. Die Hauptverkehrsstraßen sind zwar wiederhergestellt, aber in den dörflichen Regionen gibt es immer noch große Mängel bei der Trinkwasserversorgung. Auch die landwirtschaftlichen Tätigkeiten der kleinbäuerlichen Betriebe sind betroffen, da die Anlagen zur Feldbewässerung nur teilweise repariert werden konnten.



Die Sofortmaßnahmen nach dem Erdbeben haben die schlimmste Not der Betroffenen gelindert und trugen dazu bei, Folgeschäden einzudämmen. Der Wiederaufbau in der gesamten Region geht jedoch nur sehr langsam voran. Damit die Menschen in der betroffenen Region mittel- und langfristig wieder selbst für sich sorgen können, die Kinder wieder zur Schule gehen können und Familien eine angemessene Unterkunft haben, brauchen sie noch weitere Unterstützung. Der Wiederaufbau ist noch lange nicht abgeschlossen und die Armutsminderung bleibt weiterhin eine wichtige Aufgabe.

Weitere Informationen

Peru: Decken und Schlafsäcke an 1.000 betroffene Familien (24.08.2007)

Finanzierung

- Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

- Auswärtiges Amt

- Europäische Kommission

- Deutsch-Peruanische Handelskammer

- Ibis und Hivos (Alliance 2015-Partner der Welthungerhilfe)

 

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