Kambodscha: Besser Leben am und mit dem Nationalpark

Wie baue ich den Reis nachhaltig und effektiv an? Beratungsgespräch im Reisfeld. © Kopp

Kambodscha ist eines der ärmsten Länder Südostasiens. Im Landesdurchschnitt muss jeder dritte Kambodschaner mit weniger als einem Dollar pro Tag leben, in den Provinzen Stung Treng und Ratanakiri im Nordosten des Landes sind es sogar fast die Hälfte aller Menschen. Krankheiten wie Cholera, Diarrhoe und Parasiten sind hier, wo etwa 70 Prozent der Bevölkerung zu den ethnischen Minderheiten Kambodschas gehört, weit verbreitet.

Der Virachy National Park erstreckt sich über 332.500 Hektar in den beiden Provinzen. Der Park ist einer der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Asien und Lebensraum für eine Vielzahl bedrohter Tiere und Pflanzen. Die in den Randgebieten lebenden Menschen sind von den vorhandenen natürlichen Ressourcen des Parks abhängig. Doch die Lebensbedingungen der Menschen sind dort in den letzten Jahren immer schlechter geworden. Die Ursachen sind Bevölkerungswachstum, Zwangsumsiedlungen und immer weniger Gemeindeland.

Auch der Gemüseanbau - hier ein Bohnenfeld - lässt sich gut an. © Kopp
Auch der Gemüseanbau -
hier ein Bohnenfeld - lässt
sich gut an. © Kopp
Für den Landverlust sind oft ausländische Investoren - auf der Suche nach Metallen und Holz oder der Nutzung weiter Flächen für beispielsweise Kautschukplantagen - verantwortlich. Der traditionelle Anbau des Grundnahrungsmittels Reis wird immer schwieriger und Hunger ist allgegenwärtig.  

Vor Beginn dieses Projekts führte das kambodschanische Umweltministerium in Zusammenarbeit mit der Weltbank sogenannte "Community Protected Areas" (CPA) ein. Ziel der CPAs ist es, in den Gemeinden Pläne zum Ressourcenmanagement zu erarbeiten. Die Gemeinschaften in den Provinzen Stung Treng und Ratanakiri, die bereits mit CPA vertraut sind, sollen ressourcenschonende Methoden zur Bewirtschaftung ihres Lebensraumes umsetzen. Wichtig ist dabei: Die Menschen sollen die ökologischen Zusammenhänge verstehen und den Wert eines intakten Ökosystems erkennen. Dabei werden nicht nur die Gemeindemitglieder angesprochen, sondern auch die auf lokaler Ebene verantwortlichen Regierungsangestellten.

Wasserpumpen an einem der neuen Brunnen. © Grossmann
Wasserpumpen an einem der
neuen Brunnen. © Grossmann
Die Welthungerhilfe und ihre kambodschanische Partnerorganisation SCW (Save Cambodia’a Wildlife) bieten deshalb Schulungen, Seminare und Informationsmaterialien rund um die Themen Erhaltung und Schutz natürlicher Ressourcen und nachhaltige Landwirtschaft.
In der Feldarbeit werden neue Methoden angewendet und verbessertes Saatgut eingesetzt. Hier macht sich vor allem die SRI-Methode (System der Reisanbau-Intensivierung) zum Anbau von Reis bemerkbar, durch die signifikant höhere Reisernten erreicht werden. SRI kombiniert einfache Techniken wie etwa das frühe Auspflanzen der einzelnen Reissetzlinge und die zeitweise Trockenlegung der Reisfelder. Außerdem werden die Bauern beraten, wie sie ihre Erzeugnisse sicher lagern, verarbeiten und besser vermarkten können.

Gleichzeitig zeigt die Welthungerhilfe den Menschen auch weitere Möglichkeiten zum Einkommenserwerb wie etwa mit Fisch- und Froschzucht oder Gemüseanbau. Daneben soll es künftig auch möglich sein, mit Öko-Tourismus Geld zu verdienen. Damit sich auch die Gesundheit der Menschen nachhaltig bessert, setzt die Welthungerhilfe hier auf vor allem auf Informationen über Hygiene und auf den Bau von Brunnen und Latrinen. Verschmutztes Trinkwasser, die Hauptursache vieler Krankheiten, wird bald Vergangenheit sein. So werden sich die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig bessern und ihre Lebensgrundlage, der Wald, zugleich genutzt und geschont.

Euro

Letzte Änderung an dieser Seite: 03.04.2011

Welthunger-Index 2011: Kambodscha

19.9 kritisch
wenig Hungergravierend

Weitere Informationen

Millenniumsdorf Kanat Toch

Flut in Kambodscha

Landraub in Projektgebieten der Welthungerhilfe

Weitere Informationen über Kambodscha

Karte von Kamboscha 235 Px

Projektnummer

KHM 1036

Projektdauer

- 1. Januar 2011 bis 31. März 2016 

Projektorte

- Stung Treng

- Ratanakiri

Schwerpunkt

- Ressourcenmanagement

Finanzierung

- Europäische Kommission

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