Dürre in Kenia: Immer mehr Frauen und Kinder hungern

Masai-Frau mit Kindern vor ihrer Hütte.
© Krebber(Februar 2009) Vor den Lehmhütten im Dorf Maparasha sitzen hungernde und unterernährte Frauen und Kinder. Männer gibt es kaum noch bei den Masai im Südosten Kenias. Die meisten von ihnen sind weggezogen, und Wasser und Weideland für das Vieh zu suchen. Frauen, Kinder und Alte bleiben in dem abgeschiedenen Ort im Distrikt Kajiado zurück. Ohne Wasser und ausreichend Nahrung. Die einzige Mahlzeit des Tages besteht aus einem Teller kiteke, berichtet Naisuala Karia, eine der Frauen aus dem Dorf. Kiteke, ein mit viel Wasser versetzter Maisbrei, füllt zwar den Magen, besitzt jedoch keinen Nährwert.
Ausbleiben des Regens verschärft Hunger
Die Hungerkrise in Folge der Dürre hat sich in den letzten Wochen weiter verschärft. Besonders betroffen sind die Hirtenvölker und Kleinbauern im Norden, Süden und Südosten des Landes, wie die Masaai. Die Regenzeit von Ende Oktober bis Anfang Januar fiel in diesem Jahr fast vollständig aus. In vielen Gegenden hat es nur drei Tage geregnet. Der Niederschlag betrug maximal ein Drittel der üblichen Menge. Ein harter Schlag für Menschen, die von den natürlichen Bedingungen sehr abhängig sind. Denn die kurze Regenzeit ist für die Feldarbeit und für die Erholung des Weidelandes, welches das Vieh nährt, besonders wichtig. Auch die Gewässer, auf die Mensch und Tier angewiesen sind, konnten sich nicht wieder füllen. Ein großer Teil der Pflanzen war zu diesem Zeitpunkt schon vertrocknet, der wenige Regen konnte die Ernte nicht mehr retten.

Reich geschmückt: Die Masai
im Südosten Kenias.
© Krebber Hohe Preise für Mais und Bohnen
Ein harter Schlag für die Frauen, die ohne Vieh fast vollständig auf die Erträge aus der Landwirtschaft angewiesen sind. Besonders auf Mais, der viel weniger dürreresistent ist als Hirse oder Sorghum. Doch Mais ist auf den Märkten mittlerweile fast unerschwinglich für die Armen geworden. Inzwischen müssen die Frauen mehr als das Doppelte des üblichen Preises zahlen. Und auch die Preise für Bohnen und Fleisch haben sich im letzten Jahr drastisch erhöht. Die Wege zu Wasserstellen, die noch nicht ausgetrocknet sind, verlängern sich immer mehr. Mittlerweile müssen die Frauen in einigen Gegenden Kenias bis zu 30 Kilometern laufen.

Viehhirtin im Distrikt Kajiado.
© Krebber
Kohleproduktion statt Viehhaltung
Unter normalen Umständen beziehen die Masai 85 Prozent des Einkommens aus der Viehhaltung. Mittlerweile ist es nur noch die Hälfte. In der Not sind die Menschen auf andere Einkommensquellen zum Beispiel den Verkauf von Holz für die Herstellung von Kohle. Allein die Kohleproduktion macht für viele Familien nun fast ein Viertel des Einkommens aus. Das bleibt jedoch nicht ohne Folgen für die Umwelt: Mittelfristig schädigt die Kohleproduktion die Ökosysteme zusätzlich und die Böden werden degradiert.
"Wir bleiben wegen unserer Kinder"
Trotz dieser Schwierigkeiten verlassen die Masai-Frauen ihre Heimatdörfer nicht. "Wir bleiben wegen unserer Kinder und weil wir hoffen, dass die Zukunft besser wird", so Naisula Karia. "Die Kinder müssen hier schließlich zur Schule gehen." Damit Naisula Karia und die anderen Frauen im Dorf bleiben können, unterstützt sie die Welthungerhilfe bei der Lösung ihres größten Problems, dem Wassermangel. Gemeinsam mit den DorfbewohnerInnen baut sie zwei große Staubecken aus Stein. So kann das Regenwasser gesammelt werden und versickert nicht ungenutzt in den trockenen Böden.
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Hilfe in Kenia
Die Welthungerhilfe unterstützt bereits seit mehr als 30 Jahren kenianische Partnerorganisationen bei der Durchführung von Projekten. Seit 1993 ist die deutsche Hilfsorganisation mit einem eigenen Büro in Kenia präsent. Derzeit sind neun internationale (darunter acht Deutsche) und rund 100 kenianische Mitarbeiter in 10 Projekten tätig.
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