Dürre in Kenia:
"Notverkäufe" der eigenen Habe können zur Katastrophe führen

John und Agnes Ngila auf ihrem eigenen Stück
Land. Wenn die Not noch schlimmer wird,
müssen sie es verkaufen - um zu überleben.
© Krebber(Febr. 2009). Es gab immer schon trockene Jahre und schlechte Ernten in Nguumo, einem kleinen Ort im Südosten Kenias. Nicht zum ersten Mal ist es für die Menschen hier ungewiss, ob und wann sie überhaupt etwas zu essen bekommen. Doch nie zuvor waren die Dürren so extrem und kamen in solch kurzen Abständen wie heute.
Abhängig vom Klima
Auch Agnes (50) und John Ngila (67) mitsamt ihrer rund 20-köpfigen Familie leiden unter der Trockenheit. Der diesjährige Maisanbau war durch die viel zu trockene Regenzeit nicht möglich. Und die kalendarisch heißen Monate stehen erst noch bevor.
Zudem sind die Preise für Düngemittel und Saatgut in den vergangenen Monaten rasant in die Höhe geschnellt und wurden unerschwinglich für viele Kleinbauern. So setzt das Paar alle Hoffnung auf die nächste Ernte – die wird allerdings erst im Februar 2010 sein. Das heißt nun: Ein Jahr bangen und warten. Warten auf den nächsten Regen am Ende des Jahres, der die Bauern hoffentlich nicht ein weiteres Mal im Stich lassen wird.

Die Tiere der Familie
müssen verkauft werden,
damit die Kinder zur Schule
gehen können. © Krebber
Eine Kuh gegen Schulunterricht
Doch hoffen alleine reicht nicht zum Überleben. Um Essen auf dem Markt kaufen zu können, trägt sich das Paar mit dem Gedanken, einen Teil ihres Landes zu verkaufen. Fünf Töchter, zwei Söhne und insgesamt 13 Enkelkinder müssen ernährt werden. Die letzte Kuh ging Ende schon im letzten Jahr auf den Markt, damit die Familie das Schulgeld bezahlen konnte. Auch ihre Ziegen wollen sie verkaufen, falls sie keine Hilfe erhalten.
Doch der "Notverkauf" der eigenen Habe hilft nur kurzfristig. Langfristig verstärkt er nur den Hunger-Kreislauf. Die Möglichkeit der Selbstversorgung wird auf diese Weise sukzessiv zerstört. Eine Katastrophe nicht nur für Agnes und John, sondern für alle Menschen, die ähnlich handeln müssen in den Dürregebieten in Kenia.
Spendenaufruf
Wir bitten dringend um Spenden für die Opfer der Dürre:
Sparkasse KölnBonn
Kontonummer1115
BLZ 370 501 98
Stichwort: Nothilfe
Aktuell:
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Hilfe in Kenia
Die Welthungerhilfe unterstützt bereits seit mehr als 30 Jahren kenianische Partnerorganisationen bei der Durchführung von Projekten. Seit 1993 ist die deutsche Hilfsorganisation mit einem eigenen Büro in Kenia präsent. Derzeit sind neun internationale (darunter acht Deutsche) und rund 100 kenianische Mitarbeiter in 10 Projekten tätig.
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