Dürre in Kenia: 15 Kilometer bis zur nächsten Wasserstelle
Bildergalerie: Die Trockenheit und unsere Arbeit im Kajiado District (Jan./Febr. 2009)

Das Wasserholen wird zunehmend zur
Strapaze für die Menschen. © Grossmann(Febr. 2009). Die Sonne brennt vom Himmel. Stunde um Stunde. Mal gibt es ein paar Wölkchen, die für kurze Zeit ein wenig Schatten spenden. Ein paar Tropfen fallen vielleicht. Doch für kräftigen Regen besteht im Masai Kajiado District in Kenia keine Hoffnung. Schon seit Monaten.
Hier lebt Sarina Netinti mit ihrer Familie. Seitdem ihr Mann mit den Kühen in das fruchtbarere Weidegebiet Loliondo nach Tanzania gezogen ist, haben sie und ihre sechs Kinder keine Milch, kein Fleisch, kein Einkommen. Sie haben nichts, womit sie sich auf dem Markt etwas Essen kaufen könnten.
Überleben mit allen Mitteln
Obwohl es die Regierung verboten hat, stellt Sarina etwas Holzkohle her, um wenigstens ein bisschen Geld zu verdienen. Die verkauft sie auf einem Markt, 20 Kilometer entfernt von ihrem Dorf. Manchmal helfen ihr die Nachbarn und geben ihr etwas Essen für ihre Kinder. Doch sie haben selbst oft nicht genug. In normalen Zeiten spenden ihre Tiere genügend Nahrung für die Familie. Wasser erhält sie von einer Stelle, die nur ungefähr einen Kilometer entfernt liegt.

Jeder Tropfen Wasser ist
unendlich wertvoll.
© GrossmannWasser holen - Tagespflicht Nummer eins
Doch die Zeiten sind nicht normal. Um trinkbares Wasser zu bekommen, steht sie jeden Morgen früh um 4:30 Uhr auf, bepackt ihre zwei Esel mit Wasserkanistern und macht sich auf zu der 15 Kilometer entfernten Wasserstelle. Dort angekommen, muss sie warten, bis sie an der Reihe ist. Denn seitdem die Dürre in Kenia um sich greift, herrscht reger Betrieb.
Waschen ist Luxus
Das für viel Geld gekaufte Wasser reicht dann ungefähr für zwei Tage. Aber auch nur dann, wenn jedes Familienmitglied nur eine Tasse am Tag davon trinkt. Waschen ist reiner Luxus. Am nächsten, spätestens am übernächsten Morgen macht sie sich dann wieder auf den Weg. Solange die Wasserstelle aktiv bleibt, ist das Überleben der Familie einigermaßen gesichert. Doch wenn auch dieser Brunnen austrocknet – was dann?
Die Situation der Menschen wird sich weiter zuspitzen, wenn die Dürre noch länger anhält. Satina, ihre Kinder, die Nachbarn, alle werden hungern müssen. Und der Zugang zum Wasser wird sich immer weiter von ihnen entfernen.
Helfen Sie den Menschen in Kenia.
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Hilfe in Kenia
Die Welthungerhilfe unterstützt bereits seit mehr als 30 Jahren kenianische Partnerorganisationen bei der Durchführung von Projekten. Seit 1993 ist die deutsche Hilfsorganisation mit einem eigenen Büro in Kenia präsent. Derzeit sind neun internationale (darunter acht Deutsche) und rund 100 kenianische Mitarbeiter in 10 Projekten tätig.
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