Kenia: Wasser speichern für Dürrezeiten

Hintergrund: Brennpunkt - Korruptes Kenia

Masai-Frau trinkt aus einem Wasserkanister. © Grossmann

 

Wiederkehrende Dürren, wachsende Armut und eine hohe HIV&Aids Rate – die Probleme Kenias sind vielfältig und drängend. Das bestätigt auch ein Blick auf den Entwicklungsindex der UN: Darin nimmt das ostafrikanische Land Rang 147 von 182 untersuchten Staaten ein (HDI 2009) und zählt damit zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Welthungerhilfe schafft Abhilfe: Im Osten des Landes schafft sie gemeinsam mit der Landbevölkerung die Grundlagen für eine bessere Wasserversorgung und baut Brunnen, Dämme und Regenfänge.

 



Frau treibt ihr Vieh zur Wasserstelle. © Krebber
Frau treibt ihr Vieh zur
Wasserstelle. © Krebber
Auf die Dürre folgt die Armut

Zwischen 2004 und 2006 litt Kenia unter einer anhaltenden Dürre. Auch 2007 und 2009 fiel der Regen in manchen Regionen nur spärlich. Es regnete zwar, aber in den letzten Jahren kam das rettende Nass häufig erst, als es für die Ernten bereits zu spät war. Leidtragende sind bis heute vor allem die Hirten und Kleinbauern im Osten, Südosten und Westen des Landes. Ihnen fehlt es an Wasser und Nahrungsmitteln, denn die Ernten sind fast vollständig ausgefallen, das Vieh hat keine Weidegründe mehr und die Wege zu den verbliebenen Wasserquellen werden immer länger. In Kajiado, wo die Welthungerhilfe besonders aktiv ist, haben die ansässigen Masai während der letzten grossen Dürre mehr als zwei Drittel ihres Viehbestands verloren und damit auch ihre Lebensgrundlage.


Die Dürren kann die Welthungerhilfe zwar nicht stoppen, aber sie kann der Bevölkerung dabei helfen, sie besser zu überstehen. Rund 72.000 Masai sollen mit Unterstützung der Welthungerhilfe künftig auch in Dürrezeiten ausreichend sauberes Trinkwasser für sich und ihre Tiere vorfinden und ihre Felder bewässern können. Um dies zu erreichen, nutzt die Welthungerhilfe unter anderem einfache Methoden um Regenwasser zu sammeln.



Speichertank für Wasser am Fuß eines Felsregenfangs. © Grossmann
Speichertank für Wasser am
Fuß eines Felsregenfangs.
© Grossman
Regen mit Felsen einfangen

Ein eindrucksvolles Beispiel ist der so genannte "Felsregenfang". Dieses System ist ebenso simpel wie effektiv: Ein hoher und kahler Felsen wird von einer Mauer eingefasst. Bei Regen läuft das Wasser den Stein hinab und sammelt sich in der Einfassung. Durch Rohre und einen Steinfilter fließt es in ein Sammelbecken, das bis zu 300 Kubikmeter Wasser fassen kann. Zum Schluss wird ein Teil des Wassers in die großen Speichertanks geleitet. Ein anderer Teil fließt in die offenen Becken, an denen die Masai ihr Vieh tränken. So werden Trinkwasser für Mensch und Vieh hygienisch getrennt und die Menschen werden nicht krank.

 

Blank geschrubbt und eingefasst: ein Felsenregenfang in Kenia. © Manoocher Deghati / IRIN
Felsenregenfang in Kenia,
blank geschrubbt und
eingefasst: . © Manoocher
Deghati / IRIN

Außer Felsregenfängen baut die Welthungerhilfe gemeinsam mit den Menschen vor Ort auch Dachregenfänge an Grundschulen, Brunnen und Dämme. Die Bevölkerung stellt nicht nur das Material zur Verfügung, sondern arbeitet auch selbst auf den Baustellen und verwaltet später die Einrichtungen. Dafür bekommen sie von der Welthungerhilfe einen Lohn ausgezahlt, mit dem sie während der Bauarbeiten ihre Familien ernähren können. Jeder, der mithilft, teilt auch den Nutzen der Wasserstellen.

 

 

Gesundheit durch Hygiene und neue Sanitäranlagen

Mit Hilfe der Welthungerhilfe sollen auch die sanitären Einrichtungen und Hygiene in der Region verbessert werden. Denn mit zunehmendem Wassermangel steigt auch die Zahl der Krankheiten, die durch unsauberes Wasser und mangelnde Hygiene verursacht wurden. Zur Vorbeugung stattet die Welthungerhilfe Grundschulen mit neuen Toiletten und Waschbecken aus. Die Bedeutung von sauberem Trinkwasser für die Gesundheit wird der Bevölkerung in Trainings vermittelt. Die Welthungerhilfe legt besonderen Wert darauf, die Selbsthilfekapazitäten der Gemeinden zu stärken, damit sie kommende Dürren aus eigener Kraft überstehen können.

 

Masai transportiert Material für einen neuen Regenfang. © Krebber
Masai transportiert Material
für einen neuen Regenfang.
© Krebber
Frauen und Kinder profitieren besonders

Von der Arbeit der Welthungerhilfe profitiert zwar die ganze Bevölkerung, aber in besonderem Maße werden Frauen und Kinder berücksichtigt. Frauen übernehmen wie in vielen Entwicklungsländern einen großen Teil der Land- und Hausarbeit. Sie sind verantwortlich für die Beschaffung von Wasser und leiden besonders darunter, wenn die Wege zur nächsten Wasserquelle immer weiter werden. Um bestehende Ungleichheiten in den Dörfern auszugleichen, werden sie explizit in Entscheidungsprozesse einbezogen. Bei allen Schulungen müssen mindestens 50 Prozent der TeilnehmerInnen weiblich sein.

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Letzte Änderung an dieser Seite: 21.10.2009

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20.2 Besorgnis erregend
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Die Welthungerhilfe in Kenia

Die Welthungerhilfe unterstützt bereits seit mehr als 30 Jahren kenianische Partnerorganisationen bei der Durchführung von Projekten. Seit 1993 ist die deutsche Hilfsorganisation mit einem eigenen Büro in Kenia präsent. Derzeit sind neun internationale (darunter acht Deutsche) und rund 100 kenianische Mitarbeiter in 10 Projekten tätig. Die aktuellen Vorhaben haben ein Gesamtvolumen von ca. 10 Millionen Euro.

Karte von Kenia 235 Px

Projektfinanzierung

- DP ECHO

Projektdauer

Januar 2008 bis September 2010

Projektorte

- Kajiado-Distrikt, Provinz Rift Valley

Schwerpunkt

Dürreprävention
- Trinkwasserversorgung
- Sanitärversorgung
- Hygienemaßnahmen

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