Kenia in der Krise: "Die Situation ist unberechenbar."

Eine Frau wartet auf den Erhalt eines
Nothilfepaketes. © Zeitler
Noch immer ist die Lage in Kenia nach den Wahlen sehr "angespannt und unberechenbar", so berichten unsere Welthungerhilfe-Mitarbeiter vor Ort. Mittlerweile haben sich Flüchtlingsströme in Richtung Uganda und Tansania gebildet. In Uganda suchen derzeit 6.000 Kenianer Schutz. Auffanglager werden bereits eingerichtet.
In den vergangenen Tagen konnte das Welthungerhilfe-Team in Kenia mit der Verteilung von Nothilfepaketen zur Erstversorgung im Westen des Landes beginnen. Aufgrund der angespannten Sicherheitssituation war es leider nicht möglich, allen 5.000 Familien in den Projektgebieten die Not-Utensilien zu überreichen. 1.000 Familien, das sind 5.000 Bedürftige, konnte allerdings schon geholfen werden. Sobald sich die Lage entspannt, werden die Verteilungen weiter fortgesetzt. Die finanziellen Mittel wurden vom Auswärtigen Amt (AA) in Berlin der Hilfsorganisation als Soforthilfe zur Verfügung gestellt.
Bildergalerie: Verteilungen der Nothilfepakete
Die Pakete enthalten unter anderem Kochsets, Geschirr, Decken, Planen, Hygieneartikel, Tabletten zur Wasseraufbereitung und Holzkohle zum Kochen. Diese Güter werden in den Lagern selbst dringend benötigt, aber sie sind auch wichtig für Familien, die sich zur Rückkehr entschließen: "Wenn sich in einzelnen Regionen die Lage wieder beruhigt hat und deren Bewohner nach Hause gehen, werden sie häufig geplünderte oder verbrannte Hütten und Häuser vorfinden", erklärt Krebber.
Aufgrund der Unruhen nach den Wahlen in Kenia Anfang Januar waren Tausende Menschen gezwungen, ihre Dörfer und Heimatregionen zu verlassen. Nach Angaben unserer Mitarbeiter in Nairobi sind ca. 500.000 Menschen insgesamt von der schwer einschätzbaren Situation betroffen, davon 250.000 intern Vertriebene. Über 600 Tote haben die Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei schon gefordert.
Aus Sicherheitsgründen hatte die Welthungerhilfe ihr Regionalbüro in Nairobi geschlossen. Die Arbeit wird kann nur eingeschränkt fortgesetzt werden. Den Mitarbeitern wurde es freigestellt, zur Arbeit zu kommen.
Weitere Informationen zu Kenia
Die Welthungerhilfe in Kenia
Die Welthungerhilfe unterstützt bereits seit mehr als 30 Jahren kenianische Partnerorganisationen bei der Durchführung von Projekten, seit 1993 ist die deutsche Hilfsorganisation mit einer eigenen Struktur in Kenia präsent. Derzeit sind neun internationale (darunter acht Deutsche) und rund 100 kenianische Mitarbeiter in 11 Projekten tätig. Die aktuellen Vorhaben haben ein Gesamtvolumen von ca. 8,5 Millionen Euro.
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