Kenia: Eskalierende Gewalt nach den Wahlen


Eines der "besseren Elendsviertel" in Kenia.
© Herzau

Kenia hatte gewählt und viele glaubten an einen Wechsel an der Spitze des Landes, das mittlerweile in Ostafrika als Musterland in Sachen Demokratie gilt.  Als die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen jedoch bekannt gegeben wurden, eskalierte in Kenia die Gewalt, vor allem in der Hauptstadt Nairobi. Bei den Unruhen kamen nach Angaben der kenianischen Menschenrechtsorganisation bisher mehr als 300 Menschen ums Leben. Die meisten davon durch Schüsse der Polizei, die gezielt gegen Demonstranten vorgegangen ist. Nach Schätzungen sind mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht - viele davon Richtung Uganda.

Der amtierende Staatspräsident Mwai Kibaki hatte sich in seiner Amtzeit seit 2002 den Ruf eines "Raffzahns" erworben und so zahlreiche Sympathien verspielt. Deshalb war allgemein von seiner Abwahl ausgegangen worden. Obwohl sein Herausforderer Raila Odinga nach einem Großteil der Auszählungen erwartungsgemäß vorne lag,  wurde Kibaki am 30. Dezember 2007 offiziell zum Sieger erklärt und direkt als vierter Präsident Kenias vereidigt. 

Oppositionsführer Odinga und seine Partei, die Orange Democratic Movement (ODM), sprachen von Wahlbetrug und auch EU-Wahlbeobachter sahen Unregelmäßigkeiten.


Wahlplakat, Überbleibsel
nach den Unruhen © Reuters
International lösten die Vorgänge in Kenia tiefe Besorgnis aus. Das Auswärtige Amt (AA) in Berlin empfahl für Kenia "dringend", Menschenansammlungen zu meiden und sich von den Brennpunkten der Gewalt fernzuhalten.

Oppositionsführer Odinga äußerte sich mittlerweile internationalen Medien gegenüber skeptisch, dass sich die Lage in seinem Land rasch beruhigen könnte. "Man kann keinen Frieden haben, wenn es keine Gerechtigkeit gibt", sagte er.

 

Letzte Änderung an dieser Seite: 03.01.2008

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Karte von Kenia 235 Px

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