Überschwemmungen in Kenia

Seit Ende Oktober 2006 wird Kenia von starken Regenfällen heimgesucht. Erst vor wenigen Tagen rief die kenianische Regierung den nationalen Notstand aus. Die aktuellen Niederschläge lösen eine vorangegangene, fast dreijährige Phase der Dürre ab, die Ende 2005 bzw. Anfang 2006 ihren Höhepunkt erreichte. Besonders betroffen sind die dürregeschädigten Distrikte in Nordostkenia, darunter die Küstendistrikte Kilifi sowie das Flüchtlingslager Dadaab. Dieses steht unter Wasser und ist komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

Die sintflutartigen Regenfälle führten zur Zerstörung von Dörfern und Infrastruktur: fünf Brücken wurden weggespült, unzählige Straßen unterspült, viele Wege aufgeweicht. Bis zu 60.000 Menschen wurden obdachlos. Der Zugang zu vielen Ortschaften ist momentan schwierig bis unmöglich. Landesweit sind derzeit über 500.000 Menschen von den Fluten betroffen, mehr als 20 verloren ihr Leben.

Viele Wasserquellen wurden aufgrund überfluteter Latrinen kontaminiert. Allein in Vanga (Südspitze des Distrikts) sind ausnahmslos alle Latrinen eingestürzt. Es droht akute Seuchengefahr. Zahlreiche Cholerafälle wurden bereits registriert. Ferner leiden viele Menschen unter akutem Trinkwassermangel. Die verfügbaren Vorräte an Chlor und anderen Trinkwasseraufbereitungsmitteln sind nahezu erschöpft

Die Wettervorhersagen für die kommenden zwei bis drei Wochen geben starken Anlass zur Sorge. Für die Küstengebiete werden weiterhin außergewöhnlich starke Regenfälle erwartet.

Das World Food Programm (WFP), das kenianische Rote Kreuz und die Regierung haben Nothilfeoperationen begonnen, welche bisher bei weitem nicht ausreichen.


(Stand: 22. November 2006)

Weitere Informationen zu Kenia

Länderinformation Kenia

Karte von Kenia 235 Px

Die Welthungerhilfe in Kenia

Die Welthungerhilfe unterstützt bereits seit mehr als 30 Jahren kenianische Partnerorganisationen bei der Durchführung von Projekten, seit 1993 ist die deutsche Hilfsorganisation mit einer eigenen Struktur in Kenia präsent. Derzeit sind neun internationale (darunter acht Deutsche) und rund 100 kenianische Mitarbeiter in 11 Projekten tätig. Die aktuellen Vorhaben haben ein Gesamtvolumen von ca. 8,5 Millionen Euro.

Videos

Wasserhelden von Kenia - Die Massai kämpfen für eine bessere Zukunft

Markus Lanz, TV-Moderator und Unterstützer der Welthungerhilfe, berichtet bei "Starvisit" über seinen Projektbesuch im September 2009 mit der Welthungerhilfe in Kenia.

TV-Moderator Markus Lanz besuchte im September 2009 ein Projekt der Welthungerhilfe in Kenia. "Eine Reise nach Afrika ist auch immer ein Lehrstück für Machos wie unsereins", bekennt Lanz schmunzelnd.

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