Kinderarbeit aus der Mode - Kann ethische Mode zur Armutsreduzierung beitragen?
Wir alle wissen: Bis ein Kleidungsstück bei uns im Kleiderschrank hängt, hat es oft schon mehrere Tausend Kilometer kreuz und quer über den Globus zurückgelegt. Er führt von den Baumwollfeldern in Indien, Westafrika oder Usbekistan über die Spinnereien, Webereien, Färbereien und Textilfabriken in Asien oder Osteuropa. Die Zulieferer stellen Bekleidung und Textilien im Auftrag der Handelsunternehmen, Markenhersteller oder Boutiquen her. Dabei können bis zu 800 Zulieferbetriebe für ein Unternehmen arbeiten. An allen Stationen dieser "textilen Kette" findet sich Kinderarbeit. Allein auf den Baumwollfeldern dieser Welt arbeiten mehr als eine Million Kinder.
Video: Kinderarbeit - Aus der Mode! Wie ethische Mode erfolgreich Armut bekämpft
Jedes Kind, das arbeiten muss, ist ein Kind zu viel
Jedes siebte Kind auf der Welt ist ein arbeitendes Kind. Weltweit arbeiten mehr als 218 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 17 Jahren, anstatt regelmäßig eine Schule zu besuchen. Sie arbeiten auf Feldern und in Fabriken, nähen Fußbälle und T-Shirts, pflücken Baumwolle und Kakao, schürfen, graben oder schuften im Haushalt. Sie kämpfen im Krieg, arbeiten im Bordell. Sie sind in Armut gefangen. Ohne Bildung haben sie keine Hoffnung auf ein Entkommen.
Welthungerhilfe im Einsatz gegen Kinderarbeit
Mit Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung wie z.B. Brunnenbau oder durch die Bereitstellung von Vieh zum Pflügen senkt die Welthungerhilfe gemeinsam mit ihren Partnern aus dem Süden den Bedarf an Kinderarbeit in den Familien zum Teil deutlich. Kinder müssen nicht mehr kilometerweit laufen, um Wasser zu holen, und sie haben Zeit für wichtige Dinge, wie die Schule.
Die Welthungerhilfe fordert von den Unternehmen, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden, Kinderarbeit in ihrer Wertschöpfungskette auszuschließen. Gerade wenn Unternehmen in der Vergangenheit von der Arbeit von Kindern profitiert haben, sind sie verpflichtet, den Kindern nun eine Alternative zur Arbeit zu eröffnen. Das heißt, sie müssen ihnen den Schulunterricht ermöglichen oder den Zugang hierzu zumindest erleichtern.
Stopp Kinderarbeit
Die Kampagne "Stopp Kinderarbeit! Schule ist der beste Arbeitsplatz" wendet sich an die Bundesregierung, die EU, Unternehmen und Konsumenten, um auf den engen Zusammenhang zwischen der Abschaffung von Kinderarbeit und dem Zugang zu guter, kostenloser Schulbildung für alle aufmerksam zu machen.
Flyer: Kinderarbeit geht uns alle an!
DVD bestellen
Die DVD zum Video können Sie in Kürze kostenlos bei uns bestellen.
Warum ist Kinderarbeit ein Problem?
Tipps
Weblog "Grüne Mode": Hier bloggt Dr. Kirsten Rodde über ökologische Mode. Auch eine Liste aller namhaften Öko-Labels findet man auf der Seite der Hamburger Autorin.

Buch: Saubere Sachen - Wie man grüne Mode findet und sich vor Öko-Etikettenschwindel schützt. Von Kirsten Brodde (ISBN-10: 3453280032)

Buch: Fair einkaufen - aber wie? Der Ratgeber für Mode, Geld, Reisen und Genuss. Von Martina Hahn und Frank Herrmann. (ISBN-10:3-86099-610-X)
Weitere Informationen
Nachgefragt: Kommt Ethik in Mode? Diskussionsveranstaltung mit jungen Designern m Dezember 2009
