Kinderarbeit – schuften, um zu überleben

Grafik: Kinderarbeit - schuften, um zu überlebenWeltweit arbeiten über 350 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 17 Jahren, davon fast 320 Millionen in den Entwicklungsländern. Nach Einschätzung der Weltarbeitsorganisation ILO sind darunter etwa 250 Millionen, die gefährliche oder gesundheitsschädliche Tätigkeiten verrichten müssen und wegen der Arbeit nicht zur Schule gehen können. Etwa 100 Millionen Kinder über 12 Jahren arbeiten nur stundenweise in leichten Tätigkeiten oder stehen als Jugendliche in "normalen" Arbeitsverhältnissen. Insgesamt müssen über 200 Millionen Kinder unter 14 Jahren arbeiten.
Ausgebeutete Kinder
Am schlimmsten sind etwa neun Millionen Kinder dran, die in besonders unmenschlicher Weise ausgebeutet werden – zum Beispiel als Schuldknechte, Kindersoldaten oder Prostituierte. Noch immer gibt es über eine Million Kinder, die wie Sklaven verkauft und zur Arbeit gezwungen werden.
Fast zwei Millionen Kinder werden sexuell ausgebeutet – als Prostituierte oder bei der Produktion pornografischer Bilder und Filme. Rund 300.000 Kinder müssen in bewaffneten Konflikten mitkämpfen. Etwa fünf Millionen Jungen und Mädchen werden als Dienstboten in Privathaushalten ausgebeutet.
Hohe Rate in Afrika
Viele Kinder, die in der Landwirtschaft, in Fabriken und Werkstätten oder in privaten Haushalten schuften müssen, leben in Asien. Dort muss durchschnittlich jedes fünfte Kind arbeiten, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Noch höher liegt die Rate der Kinderarbeiter in Afrika. Dort muss jedes dritte Kind arbeiten.
Erschreckend auch der Anteil der Jüngsten: In Afrika muss schon eines von vier Kindern unter neun Jahren Schwerstarbeit verrichten. In Asien und Lateinamerika ist in dieser Altersgruppe jedes neunte bzw. zehnte Kind betroffen.
Kinderarbeit betrifft statistisch gesehen Jungen und Mädchen fast gleichermaßen. Unter den jüngeren arbeitenden Kindern sind nur wenig mehr Jungen als Mädchen. Je älter die Kinder, desto größer wird dieser Unterschied. In der Alterstufe der 15 bis 17-Jährigen liegt das Verhältnis bei 6:4.
Internationale Standards fehlen
Kinder sind billige Arbeitskräfte. Zudem sind sie nicht gewerkschaftlich organisiert und leicht einzuschüchtern. In den meisten Fällen sind die Familien auf das Zusatzeinkommen der Kinder angewiesen. Wirksame Maßnahmen gegen Kinderarbeit müssen deshalb für höhere Einkommen der Erwachsenen sorgen.
Die zunehmende weltweite Liberalisierung mit vielfältigen Strukturanpassungen sorgt vielerorts jedoch für sinkende Löhne und wachsende Armut. Es reicht deshalb nicht aus Kinderarbeit einfach zu verbieten. Zugleich müssen auch internationale Standards durchgesetzt werden, die gerechte Preise und Löhne im Handel mit den ärmsten Ländern gewährleisten.
Weitere Informationen
Aktion Stopp Kinderarbeit - Schule ist der beste Arbeitsplatz
