Kinderarbeit

Indisches Mädchen bei der Baumwollernte.
© WHHWas ist Kinderarbeit?
Als Kinderarbeit bezeichnet die UN-Kinderrechtskonvention (KRK) Tätigkeiten von unter 18-jährigen, die ihnen schaden oder sie am Schulbesuch hindern (KRK, Artikel 32). Der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zufolge darf ein Kind erst dann einer Arbeit nachgehen, wenn es mit 15 beziehungsweise 14 Jahren nicht mehr schulpflichtig ist (Mindestalter-Konvention 138). Leichte Arbeiten im Haushalt oder auf den Feldern der Familie fallen nicht darunter, sofern sie die Kinder nicht am Schulbesuch hindern. Die ILO-Konvention 182 legt die sofortige Abschaffung der sogenannten schlimmsten Formen von Kinderarbeit, wie etwa Prostitution oder Zwangsarbeit, für alle Kinder bis 18 Jahre fest. Nahezu alle Staaten der Welt haben die Kinderrechtskonvention ratifiziert. Mehr als drei Viertel aller ILO-Mitgliedstaaten haben die ILO-Konvention 138 über das Mindestalter für die Zulassung zu einer Beschäftigung (15 bzw. 14 Jahre) und ILO-Konvention 182 über die sofortige Abschaffung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit untschrieben.

Ein kleines Mädchen aus
Äthiopien trägt Brennholz
nach Hause. © FrankDie meisten Kinderarbeiter gibt es in der Landwirtschaft
Weltweit arbeiten mindestens 218 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren anstatt eine Schule zu besuchen (ILO). Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Agrarprodukten, die das Überleben der eigenen Familien irgendwie sichern helfen, aber auch von Rohstoffen, die für den Export bestimmt sind, wie zum Beispiel Baumwolle, Tee, Kaffee oder Kakao. Hiervon leben unsere Märkte und hiervon profitieren auch wir als KonsumentInnen. Wegen der Verletzungsgefahren durch Chemikalien und landwirtschaftliche Geräte zählt die Arbeit in der Landwirtschaft oft mit zu den gefährlichsten.

Kleiner Schuhputzer in
Äthiopien. © LachenmaierWarum müssen Kinder arbeiten?
Die wichtigste Ursache für Kinderarbeit ist die Armut der Eltern. Zugleich ist Kinderarbeit eine Ursache von Armut, weil sie die Löhne und das Bildungsniveau drückt. Mit der Kinderrechtskonvention von 1992 haben praktisch alle Staaten sich verpflichtet, Kinderarbeit zu verhindern. 161 Staaten haben das Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO von 1999 unterzeichnet, wonach sie unverzüglich gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit vorgehen sollen. Hierzu zählen Sklaverei und Schuldknechtschaft, die Arbeit von unter Zwölfjährigen, Kinderprostitution, gesundheitsschädliche Arbeiten etwa in Steinbrüchen sowie der Einsatz von Kindern als Soldaten und für illegale Tätigkeiten wie Drogenschmuggel.

Schulunterricht in
Tadschikistan. © IrrgangBildung ist die richtige Antwort auf Kinderarbeit
Wie kann Kinderarbeit effektiv bekämpft werden? Unsere Partner im Süden fordern die Einführung der allgemeinen Schulpflicht, den Bau von ausreichend Schulen und kostenlosen Schulbesuch. Das sind notwendige Voraussetzungen, damit alle Kinder zur Schule gehen können. Außerdem sollen verstärkt LehrerInnen ausgebildet und eingestellt werden. Um auch die Schwächsten in das Bildungssystem einzugliedern fordern sie gezielte Maßnahmen, wie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Schulspeisung. Ohne die Umsetzung dieser Voraussetzungen wird das zweite Millenniums-Entwicklungsziel (MDG 2), die Grundschulbildung für alle Kinder bis 2015 zu erreichen, verfehlt. Die Erkenntnis, dass es einen engen Zusammenhang zwischen der Abschaffung von Kinderarbeit und dem Zugang zu guter, kostenloser Schulbildung gibt, setzt sich zunehmend bei der ILO, der UNESCO und auf EU-Ebene durch. Entscheidend für die Verwirklichung des MDG 2 ist der politische Wille der Süd-Regierungen. Die internationale Gebergemeinschaft und somit auch Deutschland, haben im Jahr 2000 in Dakar ein Versprechen gegeben, das sie dringlichst halten müssen: Sie haben zugesagt, jährlich rund 6 Milliarden US-Dollar bereitstellen, um allen Kindern zumindest eine Grundschulbildung zu ermöglichen.
Stopp Kinderarbeit - Schule ist der beste Arbeitsplatz
Kinderarbeit in Zahlen
Die Zahlen beziehen sich, wenn nicht anders angegeben, auf Kinder zwischen 5 und 17 Jahren (Quelle: ILO)
218 Mio. Kinder arbeiten weltweit, davon sind 165 Mio. jünger als 14
126 Mio. Kinder sind Zwangsarbeiter oder Prostituierte
132 Mio. Kinder arbeiten in der Landwritschaft
122 Mio. Kinderarbeiter leben in der Region Asien-Pazifik
49,3 Mio. Kinderarbeiter leben in Afrika
5,7 Mio. Kinderarbeiter leben in Lateinamerika
