Jährlich sterben fast elf Millionen Kleinkinder


Grafik: Jährlich sterben fast elf Millionen Kinder.

Alle drei Sekunden stirbt irgendwo in den Entwicklungsländern ein Kleinkind unter fünf Jahren an einer eigentlich vermeidbaren Krankheit. Oft überleben Kinder eine Infektion nicht, weil ihr Körper von Hunger geschwächt keine ausreichenden Abwehrkräfte entwickelt. So werden Lungenentzündungen, Durchfälle, Malaria oder Masern zur tödlichen Bedrohung. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind rund ein Viertel aller Kinder unter fünf Jahren unterernährt. Etwa drei Millionen Kinder verhungern. Drastisch formuliert: Allein die Unterernährung bei Kleinkindern raubt alljährlich fast 200 Millionen zu erwartende Lebensjahre.

Regionale Unterschiede

Weltweit sterben 80 von 1.000 Kindern bevor sie fünf Jahre alt sind. Damit ist die weltweite Kindersterblichkeit in den vergangenen zehn Jahren um rund zehn Prozent zurückgegangen. Doch das Milleniumsziel der Vereinten Nationen (UN), die Kindersterblichkeit von 1990 bis 2015 um zwei Drittel zu senken, wird weit verfehlt werden. Nur Lateinamerika und Südostasien werden die Vorgabe voraussichtlich erreichen. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara stirbt heute noch jedes sechste Kind vor seinem fünften Geburtstag. In einigen Ländern wie Sierra Leone, Niger oder Angola ist es sogar mehr als jedes vierte Kind. Im Jahr 2005 verzeichneten 26 Staaten eine Kindersterblichkeit von über 15 Prozent. Außer Afghanistan liegen sie allesamt in Afrika.  

 

Ursachen des Sterbens

Hauptursachen für die hohe Kindersterblichkeit sind verschmutztes Wasser, mangelnde Sanitäreinrichtungen und fehlende Impfungen. In mehr als der Hälfte aller Todesfälle kommt mangelnde Ernährung hinzu. Vor allem in Afrika fehlen darüber hinaus wirksame Maßnahmen gegen Mückenstiche, so dass dort etwa eine Million Kinder an Malaria sterben. Medikamente und Moskitonetze könnten helfen, doch für eine flächendeckende Versorgung fehlt das Geld und mancherorts wohl auch der politische Wille.

Noch immer sterben viele Babys während oder kurz nach der Geburt, weil ihre Mütter ohne jede Hilfe gebären müssen. Vermeidbare Frühgeburten, Infektionen und Sauerstoffmangel bei der Geburt führen jährlich zu etwa drei Millionen Todesfällen.

 

(Karl-Albrecht Immel; Stand: Jan/Feb. 2006)

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