Wenn der Regen einfach ausbleibt

Menschen in Entwicklungsländern trifft der Klimawandel hart

Dürre in Kenia: Bäume und Pflanzen vertrocknen.
Dürre in Kenia: Bäume und Pflanzen vertrocknen.

Das Klima weltweit verändert sich: Trotz einer Vielzahl von Klimaschutzmaßnahmen geht der Co2-Ausstoß nicht zurück. Klimaexperten gehen davon aus, dass sich die Temperaturen bis zum Jahr 2100 um zwei bis vier Grad erhöhen wird. Und die, die am wenigsten zu dieser Entwicklung beigetragen haben, leiden besonders unter den Folgen des Klimawandels: die Menschen in Entwicklungsländern. Dürren, Überschwemmungen oder Wirbelstürme ziehen Ernteausfälle, Hunger und Seuchen nach sich.  

 

Immer neue Katastrophenmeldungen bestätigen diesen Trend: Erst Mitte 2011 suchte eine verheerende Dürre Ostafrika heim. Die Regenzeit blieb aus – und damit auch die erwartete Ernte. Über 13 Millionen Menschen hungerten, tausende suchten Hilfe in Flüchtlingslagern. Im Herbst wurden die Länder Mittelamerikas, insbesondere Guatemala und El Salvador, von den heftigsten Regenfällen seit 50 Jahren überrascht. In vielen Gebieten vernichtete wochenlang andauernder Starkregen die Ernte. Auf den Regen folgten Überschwemmungen, die Hütten und Häuser mitrissen. Klimaexperten sehen als Ursache für diese Ereignisse – ebenso wie für zahlreiche Unwetterkatastrophen der vorangegangenen Jahre den Klimawandel.   

 

Die Natur wird vernichtet 

Überschwemmung in Guatemala.
Überschwemmung in Guatemala.

Die Folgen der Erdeerwärmung sind größtenteils vom Menschen verschuldet. Zumeist auf Veranlassung der Industrie- und Schwellenländer werden Flussufer betoniert, Wälder abgeholzt und Ressourcen verschwendet. Das hat fatale Auswirkungen auf die Natur, die Lebens- und Nahrungsmittelgrundlage für Menschen in Entwicklungsländern ist: Sie wird nach und nach vernichtet.

 

Schon heute sind diese Menschen deshalb den Folgen des Klimawandels nahezu ungeschützt ausgeliefert. Sie leben überwiegend von der Landwirtschaft und sind auf natürliche Ressourcen, zum Beispiel Wasser und Holz angewiesen. Doch die Ressourcen gehen immer weiter zurück. Die schon zuvor benachteiligte Bevölkerung besitzt kaum oder nur wenig Vorräte, mit denen sie einen Ernteausfall überbrücken könnte. Nur in seltensten Fällen sind die Opfer des Klimawandels abgesichert durch Ersparnisse und Versicherungen. Zerstört ein Hurrikan ihre Ernte, oder wird ihr Haus bei einer Überschwemmung mitgerissen, ist das nicht nur ein kurzfristiges schlimmes Ereignis: Die Lebensgrundlage der Menschen wird über Jahre hinweg – oder im schlimmsten Fall sogar für immer – zerstört.

 

Folgen des Klimawandels nach WGBU

Die Verwundbarkeit dieser Menschen wird sich mit Voranschreiten des Klimawandels weiter verschärfen. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (WBGU) rechnet damit, dass es aufgrund des Klimawandels zu vier zentralen Konfliktkonstellationen in den Entwicklungsländern kommen wird: 

  1. Die Süßwasserressourcen werden zu Neige gehen.
  2. Sie Nahrungsmittelproduktion wird zurückgehen.
  3. Trockenzeiten, Hungersnöte und Dürren werden verstärkt auftreten.
  4. Die Folge wird eine zunehmende umweltbedingten Migration sein.
Letzte Änderung an dieser Seite: 22.11.2011
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