Bevor die Hoffnung verdorrt.

Klimawandel fordert neue Wege der Entwicklungszusammenarbeit

Von Constanze Bandowski

Den vollständigen Artikel finden Sie im Magazin 04/2009

Dürre in Kenia: Wo einst Wasser floss, ist nur noch trockener, brüchiger Lehm. © Weiss
Dürre in Kenia: Wo einst Wasser floss, ist nur
noch trockener, brüchiger Lehm. © Weiss
Klimawandel und Treibhauseffekt sind in aller Munde. Die Folgen betreffen uns alle, denn das Wetter verändert sich grundlegend auf der ganzen Welt. Die Menschen in den Entwicklungsländern leiden darunter jedoch besonders stark: Dürren, Überschwemmungen oder Wirbelstürme ziehen Ernteausfälle, Hunger und Seuchen nach sich.


Betroffen sind die armen Länder

Allein die aktuellen Katastrophenmeldungen dieses Herbstes bestätigen den dramatischen Trend. In Guatemala sind durch Dürre und Weltwirtschaftskrise 400.000 Familien von Hunger bedroht. In Westafrika überflutet ein Jahrhundertregen Felder, Straßen und Häuser. Hunderttausende werden obdachlos. In Kenia bangen 3,8 Millionen Menschen wegen einer dramatischen Dürre um ihr Leben. Und im Golf von Bengalen haben mehr als sechs Millionen Menschen ihre Bleibe durch den Wirbelsturm "Aila" verloren.

 

Wiederaufbau nach dem Zyklon Nargis in Myanmar. © Sasse
Wiederaufbau nach dem
Zyklon Nargis in Myanmar.
© Sasse
Dies alles sind Folgen der Erderwärmung – und zu großen Teilen von Menschen verschuldet. Gerade in den Industrie- und Schwellenländern werden Flussufer betoniert, Wälder abgeholzt und Ressourcen verschwendet. Und das hat fatale Auswirkungen auf die Natur. Werden die Menschen in den Entwicklungsländern ihrer Nahrungsmittelgrundlagen beraubt, verlassen sie ihre Heimat und die Zahl der Umweltflüchtlinge steigt. Die Welthungerhilfe und andere Organisationen haben ihre Arbeit schon seit längerem auf solche Entwicklungen ausgerichtet.


Sie helfen, die Folgen des Klimawandels für die betroffenen Menschen abzumildern, ihre Ernten zu sichern und Einkommensmöglichkeiten zu schaffen. Mit konkreten Vorsorgemaßnahmen wird das Problem an der Wurzel gepackt. Zum Beispiel schützen die Bauern in den vegetationsarmen Gebieten Burkina Fasos und Malis ihre wertvollen Ackerflächen mit Steinwällen vor Erosion. So können Wind und Regen den fruchtbaren Mutterboden nicht länger abtragen. In Indien wiederum setzt die Welthungerhilfe auf Sonnenenergie, wo Holz oder andere Rohstoffe Mangelware sind. Kleine Solarpaneele sind ebenso kostengünstig wie effektiv und zusammen mit einfachen, Holz sparenden Öfen ergeben sie für Mensch und Umwelt einen großen Mehrwert. Bei all diesen Maßnahmen bezieht die Welthungerhilfe nach ihrem Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe die Frauen und Männer in den Projektgebieten aktiv mit ein.


Industrieländer tragen Verantwortung

Laut der Welternährungsorganisation (FAO) waren im vergangenen Jahr 16 von 36 Hungerkrisen auf witterungsbedingte Ursachen zurückzuführen. Nur 16 Prozent der seit 1980 auftretenden Naturkatastrophen wurden durch Erdbeben oder Vulkanausbrüche hervorgerufen. Der Rest ist auf selbstverursachte Klimaeinflüsse zurückzuführen. Um den Menschen in den Entwicklungsländern eine sichere Zukunft zu bieten, stehen internationale Hilfsorganisationen und Politiker vor neuen Herausforderungen. Im Kampf gegen den weltweiten Hunger müssen sie den Klimawandel berücksichtigen. Besonders die Industrieländer als Hauptverursacher der Erderwärmung stehen in der Verantwortung. Die Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember dieses Jahres soll verbindliche Lösungen und Regeln für den Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen festlegen. Die Welthungerhilfe wird sich dort dafür einsetzten, dass die reichen Länder Verantwortung übernehmen und die Folgekosten des Klimawandels in den armen Ländern mittragen.

Letzte Änderung an dieser Seite: 05.11.2009

Autorin

Constanze Bandowski ist freie Journalistin.

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