Die Felder trocknen aus

Klimawandel erschwert den Anbau von landwirtschaftlichen Produkten

Nach Hitzwellen trocknen Flussbetten und Felder aus. © Weiss
Nach Hitzwellen trocknen Flussbetten und Felder aus. © Weiss

80 Prozent der Weltbevölkerung fürchtet um ihre Existenzgrundlage. Der überwiegende Teil der Menschen, die auf der Südhalbkugel der Erde leben, sind von Armut betroffen und sind gleichzeitig abhängig von der Landwirtschaft. Die extremen Wetterereignisse, die der Klimawandel hervorruft, wirken sich negativ auf die schon jetzt schlechten Bedingungen für die Landwirtschaft in diesen Ländern aus.  

 

Für die nördliche, technologisch und industriell weiter entwickelte westliche Hemisphäre hat der Klimawandel zunächst positive Folgen. Die Temperatur erhöht sich, in der Konsequenz erhöht sich die landwirtschaftliche Produktivität. Die Effekte für den Süden sind wesentlich extremer – und weitgehend negativ. Steigende Temperaturen führen dazu, dass der Boden austrocknet. Bodenerosion und Wüstenbildung in Entwicklungsländern sind die Folge.  Den Menschen stehen dadurch immer weniger Flächen für den Ackerbau zur Verfügung. Nach Hitzewellen und Dürreperioden schwinden außerdem die Wasservorräte. Der Anbau von Nahrungsmitteln ist unter solchen Bedingungen nur noch schwer möglich. In der Konsequenz geht die Verfügbarkeit von Lebensmitteln in den Entwicklungsländern zurück. Selbst wenn es den Staaten, die das Kyoto-Protokoll unterzeichnet haben, gelingen sollte, den Co2-Austoß bis Ende 2012 um zwei Grad zu senken, wird die Produktivität in diesen Gebieten weiter sinken.

 

Der Anbau von Nahrungsmitteln wie Reis wird immer schwieriger. © Boethling
Der Anbau von Nahrungsmitteln wie Reis wird immer schwieriger. © Boethling

Zerstörte Infrastrukturen

Der Klimawandel bedroht zugleich den Zugang zu Lebensmitteln. Die wenigen vorhandenen Infrastrukturen werden durch extreme Wetterereignisse zerstört – Schotterstraßen beispielsweise werden von heftigen Regenfällen weggeschwemmt, Wirbelstürme reißen Lagerhütten für Getreide einfach mit sich. Verschärft wird die Situation dadurch, dass die betroffenen Menschen oft weder über landwirtschaftliches Expertenwissen noch über Kapital verfügen – beide Faktoren würden ihnen dabei helfen, sich an Klimaveränderungen anzupassen.

 

Der globale Temperaturanstieg wirkt sich auch auf die Verwendung und Verwertung von Nahrungsmitteln aus: Auf ausgelaugten oder ausgetrockneten Böden werden noch weniger Nahrungsmittel angebaut als heute. Das Angebot an vitaminreichem Obst und Gemüse sinkt, die wenigen kultivierten Produkte weisen einen geringeren Nährstoffgehalt auf. Eine ausgewogene Ernährung ist unter diesen Bedingungen kaum noch möglich. Darüber hinaus erschwert eine Verschlechterung der Trinkwasserverfügbarkeit und -qualität die hygienische Verarbeitung und Zubereitung der Nahrungsmittel.

 

Der Klimawandel zieht Wetterveränderungen mit sich, die nicht vorhersehbar sind: zum Beispiel Dürren oder Niederschläge, die von jahreszeitlich üblichen Wetterveränderungen abweichen. Dies hat negative Konsequenzen auf die Stabilität der Ernährungssicherung. Eine geplante Nahrungsmittelproduktion – abhängig von Jahreszeiten – ist unter diesen Umständen nur schwer möglich. Mit sinkender Planungssicherheit schwindet auch die Chance für eine stabile Nahrungsmittelversorgung.

Letzte Änderung an dieser Seite: 22.11.2011
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