Bundespräsident Köhler zu Besuch bei der Welthungerhilfe in Ruanda

Ein neuer Mitschüler: Bundespräsident Horst
Köhler "drückt" die Schulbank einer Primarschule
in Ruanda. © WHHGroße Aufregung in Ruanda: Der Bundespräsident und Schirmherr der Welthungerhilfe, Horst Köhler, besuchte Anfang Februar die Millenniumsregion Base-Kiryango-Tal. Die Reise fand im Rahmen eines einwöchigen Afrikabesuchs statt, der ihn nach Uganda und Ruanda führte. Begleitet wurde der wichtige Staatsmann von einer über hundertköpfigen deutschen Delegation.
Wichtigster Anlass für diesen Besuch war die offizielle Einweihung der Primarschule von Muyunzwe. Hier wurden mit Beiträgen der Welthungerhilfe und des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz/Ruanda in den Jahren 2006 und 2007 zehn neue Klassenzimmer gebaut. Dabei wurde der baufällige Schulflügel der 1935 gebauten Schule ersetzt, da das Dach drohte, zusammenzubrechen.

Fleißige Schüler. © DWHHDer von der Welthungerhilfe errichtete neue Flügel mit fünf Klassenräumen wurde zwischen Oktober und Dezember 2006 gebaut. Nachdem die neuen Bänke, Lehrerpulte und Schränke geliefert wurden, konnte der Schulbetrieb im Februar 2007 in Betrieb beginnen. Ein guter Teil der jetzt 1.101 Schüler dieser Primarschule kann jetzt unter angemessenen Bedingungen unterrichtet werden.
Köhler lobt gute Zusammenarbeit
In seiner Ansprache betonte der Bundespräsident die Bedeutung von Erziehung in einem Land im Übergang von einer rein agrarischen zu einer post-industriellen Gesellschaft. Dies sei von besonderer Bedeutung in Anbetracht des weiter ansteigenden Bevölkerungsdrucks bei gleichzeitiger Armut an natürlichen Ressourcen und der marginalen Lage zu den Marktzentren. Doch dieses rasantes Wachstum des Dienstleistungssektors setze ein breites und hohes Bildungsniveau voraus. Er lobte daher die gute Zusammenarbeit zwischen Welthungerhilfe und dem Partnerschaftsverein Rheinland-Pfalz/Ruanda bei der Erstellung von Infrastruktur, die für die Erreichung dieses Ziels erforderlich sei.

Präsentation für Köhler.
© WHHPräsentation für den Bundespräsidenten
Im Anschluss an dem Schulbesuch bekam Köhler eine Darstellung des Millenniumsdorfes in Ruanda geboten, präsentiert vom Welthungerhilfe-Koordinator in Ruanda, Fred Göricke. Dabei betonte der erfahrende Mitarbeiter die Projektziele der Welthungerhilfe im Rahmen ihrer Millenniumsinitiative: die Erreichung des Millenniumsziels Nr. 1, die Reduzierung der Armut und die Verbesserung der Ernährungssicherung. So wird in der gleichen Projektregion, im Dorf Rubona, eine weitere Schule gebaut, um noch mehr Kindern eine zukunftsweisende Bildung zu ermöglichen. Die voraussichtliche Fertigstellung ist für Mai veranschlagt.
Als weitere Maßnahmen zur Erreichung der Projektziele werden Bewässerungsgebiete für eine intensive Landwirtschaft eingerichtet. Bislang werden die Flussauen des Tals nur unzureichend genutzt. Terrassenbau auf den Hängen soll die fortschreitende Umweltzerstörung eindämmen sowie die Produktivität der Hanglagen spürbar steigern. Die Infrastruktur im Gebiet soll weiter ausgebaut werden.
Am Ende des Besuchs stellte Köhler die abschließende Frage, ob er Göricke einen Wunsch erfüllen dürfe. Die Antwort des Welthungerhilfe-Mitarbeiters: "Ich wünsche mir, dass die Bundesregierung ihre derzeitige Zurückhaltung bei der Förderung der ländlichen und landwirtschaftlichen Entwicklung aufgibt. Wenn sie es mit substanziellen Beiträgen zur Erreichung der Millenniumsziele ernst meine, könne sie nicht einen Wirtschaftssektor vernachlässigen, von dem nahezu neunzig Prozent der Ruander abhängig seien."
Bankverbindung der
Welthungerhilfe
Weitere Informationen:
Millenniumsdorf Base-Kiryango Tal:Landwirtschaftlicher Fortschritt im Base-Kiryango Tal
Monitoring der Daten im Base-Kiryango Tal
Länderinformationen
Multimedia
Galerie: Bilder aus dem Millenniumsdorf Base-Kiryango Tal in Ruanda

Burkina Faso - Kongoussi
Indien - Ghandhiji Songha
Kambodscha - Kanat Toch
Mosambik - Mabote
Nicaragua - Auhya Pihni
Peru - Ayacucho
Tadschikistan - Veshab
Uganda - Ogur

