Mit Konflikten sensibel umgehen: Herausforderung von Entwicklungszusammenarbeit

Mitarbeiter der Welthungerhilfe im krisengeschüttelten Sudan. © Meissner
Mitarbeiter der Welthungerhilfe im
krisengeschüttelten Sudan. © Meissner
Die Bewältigung von Konflikten spielt in der Arbeit der Welthungerhilfe eine maßgebliche Rolle. Um ihre Maßnahmen konfliktsensibel zu gestalten, wendet die Welthungerhilfe das von Mary B. Anderson entwickelte "Do no harm-Konzept" ("Richte keinen Schaden an"). Dieses geht zurück auf die Einsicht, dass Hilfsprojekte in Bürgerkriegen oder lokalen Konflikten unvermeidliche Nebenwirkungen haben: Je nachdem, wer Hilfsgüter erhält und welche impliziten ethischen Botschaften die Hilfsorganisationen senden, können sie Gewalt fördern oder ihr entgegenwirken.

"Do no harm" geht davon aus, dass einerseits in jedem sozialen Konflikt Kräfte vorhanden sind, die Gewalt fördern oder aufrecht erhalten (Gewaltpotenziale). Andererseits auch Friedenspotenziale, die für friedliche Lösungen genutzt werden können. Ziel ist, konfliktverschärfende Faktoren zu neutralisieren bzw. zu mindern. Faktoren, die eine gewaltfreie Konfliktlösung unterstützen, sollen verstärkt werden.

Die "Do no harm-Analyse" ist ein wichtiges Instrument zur Verbesserung einer konfliktsensiblen Planung und Durchführung von Interventionen und Bestandteil von Ansätzen zur Krisenprävention. "Do no harm" schärft den Blick für positive und negative Wirkungen des eigenen Verhaltens in Konfliktsituationen. Dazu gehört auch das Lernen aus negativen Erfahrungen innerhalb der Arbeit der Humanitären Hilfe. Das Konzept wird vor allem bei Projekten angewandt, die nicht direkt den Konflikt bearbeiten, aber sensibel darauf reagieren wollen.

 

Do no harm - Instrument der Welthungerhilfe

Die Welthungerhilfe verankert das konfliktsensible Projektmanagement als Querschnittsthema in ihren Auslandsprogrammen. "Do no harm" ist ein wichtiges Instrument, um alle Beteiligten von vorne herein in die Planung und die Durchführung von Entwicklungsprojekten mit einzubeziehen und konfliktsensibel zu agieren.

 


"Für den Frieden" steht auf
dem Plakat hinter dem
kolumbianischen Mädchen.
© WHH

Konflikte durch Entwicklungszusammenarbeit

Das Ziel der Entwicklungszusammenarbeit (EZ), die Verbesserung von wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und politischen Lebensbedingungen benachteiligter Gruppen, schließt auch den Abbau struktureller Konfliktursachen mit ein. Allerdings besteht bei der Förderung benachteiligter Gruppen die Gefahr, dass es zu einer ungewollten Zuspitzung von Konflikten kommen kann.

Denn latent vorhandene Konflikte, wie z. B. die ständige Unterdrückung oder Diskriminierung von Minderheiten, der gesellschaftliche Ausschluss von Gruppen oder die Verweigerung von politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Rechten sind lodernde Gewaltherde im Zusammenleben einer Gesellschaft.

Letzte Änderung an dieser Seite: 25.11.2008
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