Wo und wie wir arbeiten
Interaktive Karte: So geht's

Finden Sie unsere Projekte direkt in der Weltkarte! Per Klick auf die Symbole gelangen Sie zum Projekt. Oder suchen Sie mithilfe des Filters Projekte speziell nach Kontinent, Land oder Thema.

Kongo: Flughafenausbau – Sicherheit, Logistik und Einkommen

FLUGHAFENAUSBAU - MEILENSTEIN FÜR DIE ENTWICKLUNG

Wiederaufbau abgeschlossen: Neue Landebahn ist fertig

(Februar 2015) Vor mehr als 13 Jahren brach der Vulkan Nyiragong in der Demokratischen Republik Kongo aus und schickte seine Lavamassen in Richtung der Stadt Goma und ihrem Flughafen. Meterdick war die Lavaschicht, die ein Drittel des Rollfelds überdeckte. Starts und Landungen waren seither schwierig bis unmöglich. Größere Flugzeuge, und besonders Frachtflugzeuge, konnten keine Güter mehr bringen - fatal für den Handel in der Provinz Nord-Kivu. 

Lediglich kleinere Flugzeuge und Helikopter schafften es. Doch durch die verkürzte und beschädigte Landebahn kam es immer wieder zu Unfällen. Zuletzt im März 2008, als ein Passierflugzeug in das nur wenige Meter an das Rollfeld angrenzende Marktviertel von Goma raste. Viele Menschen starben. Es war klar: Der Wiederaufbau des Flughafens ist zwingend erforderlich. 2009 begann die Welthungerhilfe mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes, der Régie des Voies Aérienne (RVA) sowie den privaten Unternehmen Sapsama und Safricas mit den Arbeiten. Jetzt konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.

Warum übernahm die Welthungerhilfe das Projekt Flughafenausbau?

  • Ziel 1: Sicherheit fördern
    Der Flughafen galt für Flugpassagiere und Anwohner als extrem unsicher. Es gab zahlreiche Unfälle mit vielen Opfern, da die Start- und Landebahn mitten in einem stark besiedelten Gebiet liegt, ohne Ausrollmöglichkeiten.

  • Ziel 2: Logistik aufbauen, um Menschen in Krisenzeiten und Notfällen erreichen zu können
    Der Flughafen in Goma ist von zentraler Bedeutung für die Blauhelm-Mission MONUSCO der Vereinten Nationen, die vor Ort mit mehr als 20.000 Soldaten stationiert ist und der Sicherung des Friedens und dem Wiederaufbau im Osten der DR Kongos dient. Wenn auch Airbusse zukünftig Goma anfliegen, können MONUSCO und weitere humanitären Hilfsorganisationen in Konfliktsituationen schneller eingreifen, Hilfsgüter schneller verteilen und Flüchtlingen besser helfen.

  • Ziel 3: Wirtschaft stärken, Arbeitsplätze und Einkommen schaffen
    Die Arbeitslosenquote in der Region liegt bei 90 Prozent. Durch den Flughafenausbau konnten Arbeitsplätze geschaffen, die Wirtschaft gestärkt und die friedensfördernden Maßnahmen der kongolesischen Regierung unterstützt werden.
Außenminister Steinmeier weiht die neue Landebahn ein. © Reith
Der Vulkanausbruch begrub 2002 ein Drittel der Start- und Landebahn des Flughafens © Reith
Wichtig für die Region - Der Ausbau der Landebahn macht Transporte wieder möglich. © Reith
Bauarbeiten am Flughafen Goma im Kongo. © Stedtle
Hunderte von Familien haben beim Wiederaufbau des Flughafens Arbeit gefunden. © Herzau
Frauen tragen Lava ab, zerkleinern und verkaufen sie an Bauunternehmer. © Stedtle

Der Flughafen Goma ist also mehr als ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, er ist Motor für die Entwicklung der Region und er spielt eine wichtige Rolle in der Versorgung von Flüchtlingen und der Friedenssicherung. Im Osten der DR Kongo kommt es immer wieder zu Unruhen und gewaltträchtigen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Rebellengruppen. Außerdem leben rund um Goma tausende Vertriebene aus dem eigenen Land sowie aus den Nachbarländern Ruanda, Südsudan und der Zentral Afrikanischen Republik in Flüchtlingscamps.

2009 startete der Wiederaufbau: Was wurde gemacht?

  1. Vermessen und kartographieren.

  2. Lava-Gestein auf einer Länge von 720 Metern und einer Höhe von sechs Metern abtragen. Das waren 50.000 LKW-Ladungen! Hunderte von Familien fanden dadurch Arbeit und Einkommen. Männer halfen beim Abtragen, Frauen zerkleinerten Lavastücke und verkauften sie an einheimische Transport- und Bauunternehmen.

  3. Mehr Schutz und Sicherheit für Reisende und Anwohner: Der Aufbau einer Landebahn erfolgte nach modernen Standards inklusive Sicherheitszonen und Rollfelder.

  4. Ausbau und Verlängerung der Start- und Landebahn. Sie ist nun um einen halben Kilometer länger als früher - endlich können auch größere Maschinen den Flughafen wieder ansteuern und damit Handel und Wirtschaft in der Provinz Nord-Kivu ankurbeln.

  5. Beim Wiederaufbau zukünftige Katastrophen mitdenken und einplanen. Am Ende der Landebahn steht ein etwa vier Meter hoher Schutzwall, um Lavaflüsse bei künftigen Vulkanausbrüchen abzulenken.

Ausblick
Am 20.02. weihte Außenminister Steinmeier die neue Landebahn ein. Mehr dazu im Welthungerhilfe Blog. Und Ethiopian Airlines hat bereits angekündigt, Goma ab Frühjahr 2015 wieder in ihren regelmäßigen Flugplan aufzunehmen. Die kongolesische Regierung finanziert eine Verdoppelung der Asphaltschicht, um die Tragfähigkeit der Piste zu erhöhen. Die Weltbank wird die Piste weiter verlängern und die Beleuchtung nach internationalen Standards ausbauen.

Wiederaufbau der verschütteten Landebahn am Flughafen in Goma, in der Demokratischen Republik Kongo. Die Baumaßnahmen wurden vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland finanziert und von der Welthungerhilfe durchgeführt. Erfahren Sie mehr im Video!

Erfahren Sie mehr: Unsere Projektarbeit im Kongo

Leben im Flüchtlingslager

Trotz der Gewalt im Kongo arbeiten die Menschen an einer positiven Zukunft

Das Leben in der DR Kongo ist von Konflikt und Gewalt bestimmt. Viele Menschen leben in Übergangscamps. Wir unterstützen beim Bau von Latrinen.

Straßen im Kongo

Keinen Handel ohne Anbindung an Märkte

Insgesamt hat die Welthungerhilfe gemeinsam mit der Bevölkerung 1.500 Kilometer Straße gebaut. Viele von ihnen bringen Hilfe für Flüchtlinge und die Chance auf Selbstständigkeit.

Ein Krieg gegen die Frau

Krankenhaus bietet vergewaltigten Frauen Hilfe

Nirgends auf der Welt werden so viele Frauen vergewaltigt wie im Ostkongo. Ein Krankenhaus in Butembo bietet medizinische und psychologische Hilfe.

Zahlen und Fakten

Laufzeit: 2009 - 2015
Kosten: 13.231.910 Euro
Beteiligte: Deutsche Welthungerhilfe e.V., Auswärtiges Amt, Régie des Voies Aérienne, Sapsama, Safricas

Nord-Kivu, Kongo

Die humanitäre Situation der Einwohner der Provinzen Nord- und Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo zählt nach Einschätzung der Vereinten Nationen zu den prekärsten weltweit. Immer wieder kommt es zu Konflikten und internationalen Friedenseinsätzen.

Zu Besuch im Kongo

Keine Unfälle mehr auf dem Flughafen Goma!

Blog: Wolfgang Niedecken berichtet aus der DR Kongo

Baumaterial, Maschinen und Bürobedarf: Wir funktioniert die Logisitk in der Entwicklungszusammenarbeit?

Blog: Ein Bericht aus dem Nähkästchen

Kongo: Zukunft im Anflug
Einweihung einer neuen Landebahn - Lesen Sie jetzt den Bericht von Peter Seidel!