Kongo: Straßenbau schafft Einkommen

Beim Straßenbau im Kongo muss noch vieles ohne Maschinen erarbeitet werden. © Herzau

Die Wirtschaft der Demokratischen Republik Kongo prosperiert nur wenig - der schlechte Rang des zentralafrikanischen Staates im Human Development Index der UN von 2010 belegt es: Rang 168 von 169 untersuchten Staaten. Damit gehört der Staat zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Die Probleme des Landes sind vielschichtig: Unter dem Diktator Mobutu (1965-1997) zerfiel der Staatsapparat. In weiten Teilen des Landes wurde die vorhandene Infrastruktur zerstört. Ethnische, politische und soziale Auseinandersetzungen im Nachbarland Ruanda führten 1994 zum Zustrom von über einer Million Flüchtlingen. Kriegerische Auseinandersetzungen der letzten Jahre mit Plünderungen, Brandschatzungen und Massenvergewaltigungen verursachten enormes menschliches Leid mit mehreren Millionen Opfern.  

 

Wiederaufbau der Infrastruktur

Seit 1999 unterstützt die Welthungerhilfe den Wiederaufbau wichtiger ländlicher Wegeverbindungen. Wichtigstes Straßenbauprojekt ist die rund 700 Kilometer lange Verbindung zwischen der Grenzstadt Goma im Osten und Kisangani am Kongo-Fluss. Diese einstige zweispurige Nationalstraße ließ der Diktator Mobutu wie auch andere Straßen bewusst verfallen. Er hatte Angst, dass Rebellen in den Provinzen sie zum Marsch auf die Hauptstadt nutzen könnten.

Viele Frauen arbeiten im Straßenbau mit, hier beim Steineklopfen. © Meissner
Viele Frauen arbeiten im
Straßenbau mit, hier beim
Steineklopfen. © Meissner
Das jetzige Projekt ist eine Fortsetzung des zuvor abgeschlossenen Straßenbauprojektes. Mit der Rehabilitierung weiterer 76 Kilometern Straße zwischen Lubutu und Punia in Richtung der Provinzhauptstadt Kindu werden sich die Lebensbedingungen dort verbessern. Denn die etwa 140.000 Menschen, die entlang dieser Verkahrsachse leben, werden durch die Wiedereröffnung der Wirtschaftswege wieder Handel treiben können. Die Bevölkerungs- und Produktionszentren im kongolesischen Osten sollen über den Hafen in Kisangani mit der Hauptstadt Kinshasa verbunden werden.


Straßenbau schafft Arbeitsplätze und Einkommen

Wichtig ist, dass die dort lebenden Menschen in dem arbeitsintensiven Straßenbau vorübergehende Arbeitsplätze bei der Rodung, Brückenbauten und Terrassierungen finden. Dauerhaft werden aber auch Arbeitsplätze durch den nachhaltigen Unterhalt der Straße sowie durch praktische Ausbildungsmaßnahmen geschaffen.

Harte Arbeit, die sich kurz- und langfristig lohnt. © Meissner
Harte Arbeit, die sich kurz-
und langfristig lohnt. ©
Meissner
Bei der Durchführung der Arbeiten werden Umweltschutzaspekte soweit wie möglich berücksichtigt. Abholzungen erfolgen nur dann, wenn eine dringende Notwendigkeit besteht. Baumschulen federn die Auswirkungen der Arbeiten ab, indem sie schnell für Neuanpflanzungen sorgen. So wird die lokale Flora und Faune erhalten. Für den Fall, dass geschützte Tiere und Pflanzen gefährdet werden, ist eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Naturschutzorganisationen geplant.

 

Euro

Letzte Änderung an dieser Seite: 18.01.2011
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