Das Konzept des Welthunger-Index 2009
Von Beginn der 80er-bis Mitte der 90er-Jahre gelang es, die Zahl der chronisch Hungernden zu reduzieren. Seit zehn Jahren nimmt der Hunger wieder zu.

Landarbeit in Angola. © GrossmannDer Welthunger-Index (WHI) ist ein vom Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) entwickeltes Instrument. Er gibt Auskunft darüber, in welchen Regionen die Menschen am stärksten von Hunger betroffen sind.
Der WHI basiert auf drei relevanten Indikatoren:
1. dem Anteil der Unterernährten an der Bevölkerung in Prozent (Indikator für den Anteil der Menschen, die ihren Kalorienbedarf nicht decken können),
2. dem Anteil der Kinder unter fünf Jahren mit Untergewicht (Indikator für den Anteil der Kinder, die an Gewichtsverlust leiden),
3. der Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren (Indikator, der zum Teil das fatale Zusammenwirken von mangelnder Nährstoffversorgung und einem ungesunden Umfeld widerspiegelt).
WHI - ein mehrdimensionaler Ansatz
Der diesjährige Index berücksichtigt Daten aus den Jahren 2002 bis 2007 und damit die aktuellsten, weltweit verfügbaren Messwerte zu den drei WHI-Komponenten. Die jüngsten Änderungen der Hungersituation können damit jedoch nicht wiedergegeben werden. Für einige Länder, in denen extremer Hunger herrscht wie in Afghanistan, Irak und Somalia, stehen nicht genügend Daten zur Berechnung des WHI zur Verfügung.
Dieser mehrdimensionale Ansatz zur Berechnung des WHI bietet mehrere Vorteile:
- Er erfasst unterschiedliche Aspekte des Hungers in einer Indexzahl. Das verschafft einen schnellen Überblick über ein komplexes Problem.
- Er berücksichtigt sowohl die Versorgungslage der Bevölkerung insgesamt als auch die Ernährungslage der Kinder. Mangelernährung erhöht bei Kindern das Krankheits- und Todesrisiko. Zudem gefährdet es die körperliche und geistige Entwicklung.
- Durch die Kombination der unabhängig voneinander gemessenen Indikatoren können zufallsbedingte Messfehler verringert werden.
Werte, welche die Not in Zahlen fassen
Der Index bewegt sich zwischen dem besten Wert 0 (kein Hunger) und dem schlechtesten Wert 100, wobei keiner dieser Extremwerte tatsächlich erreicht wird.
- Weniger als 4,9 bedeutet: wenig Hunger
- Zwischen 5,0 und 9,9: mäßiger Hunger
- Zwischen 10,0 und 19,9: ernste Hungersituation
- Zwischen 20,0 und 29,9: sehr ernste Hungersituation
- Über 30,0: gravierendes Hungerniveau
Alle Berichte
2009
Welthunger-Index 2009. Frauen stärken, Hunger bekämpfen
2008
Übersichtseite zum Welthunger-Index 2008
Welthunger-Index 2008: 33 Länder haben sehr ernste bis gravierende Hungersituation
2007
Welthunger-Index 2007: Ein Drittel der Länder auf Kurs, Afrika bleibt Brennpunkt
2006
Welthunger-Index 2006: Kriege verschärfen Hunger – zehn afrikanische Länder bilden Schlusslicht
2005
Welthunger-Index 2005: Warnung vor dramatischer Zunahme von Hunger
Grafiken und Karten
Karte: Welthunger-Index 2009 (mit Ranking)
Karte: Der Welthunger-Index 2009 - nach Schweregrad in den einzelnen Ländern
Säulendiagramm: Anteil der einzelnen Indikatoren
So viel tragen Sterblichkeitsrate unter fünf Jahren, Anteil Unterernährter und Anteil untergewichtiger Kinder zum WHI 1990 und zum WHI 2009 bei.
Rangliste: Der Welthunger-Index 1990 und 2009 nach Ländern
Karte: Entwicklung des WHI von 1990 bis 2009
So stark ist der Hunger in den einzelnen Ländern gestiegen bzw. gesunken.
Grafik: Gewinner und Verliererländer im WHI von 1990 bis 2009
In diesen Ländern ist der Hunger am meisten gesunken bzw. gestiegen.
Diagramm: Der Zusammenhang zwischen Hunger und Bildung
Vergleich zwischen dem WHI 2009 und dem Gender Gap Index 2008
Grafik: Immer mehr Menschen leiden an Hunger
Hunger - das Kernthema der Welthungerhilfe
Weitere Informationen
Welthunger-Index 2009: Frauen stärken, Hunger bekämpfen
A Sub-National Hunger Index for Ethiopia: Assessing Progress in Region-Level Outcomes, Oct. 2009.
