Die Welt besser hinterlassen

Iris Krebber, Mitarbeiterin der Welthungerhilfe. © WHHEigentlich ist Iris Krebber gelernte Dolmetscherin. Zu ihren früheren Auftraggebern gehörten unter anderem die deutsche Regierung, das Weiße Haus und das Pentagon in Washington, die Europäische Union und DaimlerChrysler. Während dieser Arbeit entstanden die ersten Kontakte zu Entwicklungshilfeorganisationen und zu den Vereinten Nationen. "Da wusste ich: Leben kann ich auch von dem, was ich bei der Entwicklungshilfe verdiene. Und als Entwicklungshelfer ist es möglich, die Welt ein wenig besser zu hinterlassen, als man sie vorgefunden hat", sagt die gebürtige Saarländerin zu ihrer Motivation, den wirtschaftlich lukrativeren Job aufzugeben.

Projektgebiet in Kenia.
© WHHAnruf aus Bonn
Im Januar 2001 erhielt Krebber eine Anstellung bei der Welthungerhilfe. Kaum einen Monat später ging es dann schon nach Kenia als Projektleiterin. "Mein Mann Terry und ich saßen in Heidelberg in einem Café, als der Anruf aus Bonn kam. 24 Stunden später waren wir in Kenia", erzählt Krebber, der keine Zeit für einen großen Abschied von Freunden und Familie blieb. Im Oktober 2002 reiste sie dann weiter als Organisationsleiterin nach Äthiopien. Von dort führte ihre Entwicklungshilfetätigkeit sie ein knappes Jahr später wieder zurück nach Nairobi. Dort lebt die engagierte Mendenerin nun mit ihrem Mann und den drei Hunden in einem kleinen Haus und koordiniert vom Hauptbüro der Welthungerhilfe die Entwicklungshilfeprojekte in Kenia und Somalia.

Unermüdlich im Einsatz:
Iris Krebber. © WHHNicht nur ein Job
Sie ist ständig im Land unterwegs und hat ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen. Dabei versucht sie, so viel Geld wie möglich für die Projekte zu bekommen. "Normalerweise hätte ich am Wochenende frei. Doch meistens muss ich noch einen Antrag an die EU schreiben, damit wir mehr Geld für das Governance-Projekt bewilligt bekommen", erzählt sie.

Krebber bei einem
Projektbesuch. © WHH
Gefahr ist stetiger Begleiter
Obwohl die Welthungerhilfe bei der Bevölkerung und der Regierung hohes Ansehen genießt, ist die Arbeit nicht immer ganz ungefährlich: "Als ich mit vier unserer kenianischen Mitarbeiter auf dem Heimweg zu unserem Feldbüro war, wurden wir in Dunkeln von Räubern überfallen", berichtet Krebber. Zum Glück wurde keiner ernsthaft verletzt. Lediglich Bargeld, Schuhe, Uhren und alles Glänzende nahmen die Diebe mit. "Ich denke, wir wurden verschont, weil man uns kannte und nicht wollte, dass die Welthungerhilfe nach einem solchen Zwischenfall ihre Arbeit in der Region einstellt", vermutet sie.
"In meiner Kindheit dachte ich immer, meine Familie und ich hätten weitaus weniger zum Leben als andere. Wenn ich heute in Menden zu Besuch bin, weiß ich, dass wir steinreich sind!" Deshalb hofft die mutige Entwicklungshelferin, dass viele Menschen zu Hause die Arbeit der Welthungerhilfe mit Spenden unterstützen.
Weitere Informationen zu Kenia
Die Welthungerhilfe in Kenia
Die Welthungerhilfe unterstützt bereits seit mehr als 30 Jahren kenianische Partnerorganisationen bei der Durchführung von Projekten, seit 1993 ist die deutsche Hilfsorganisation mit einer eigenen Struktur in Kenia präsent. Derzeit sind neun internationale (darunter acht Deutsche) und rund 100 kenianische Mitarbeiter in 11 Projekten tätig. Die aktuellen Vorhaben haben ein Gesamtvolumen von ca. 8,5 Millionen Euro.
Videos
Wasserhelden von Kenia - Die Massai kämpfen für eine bessere Zukunft
Blogbeiträge
Klimawandel in Kenia: Die sorgenvollen Blicke der Bauern (Dez. 2009)
Kenia: 20 Kilometer bis zum nächsten Wasserloch bei staubiger Trockenheit und Hitze (August 2009)
Bericht aus Kenia: Besuch beim Matinga-Damm in Kitu (Februar 2009)
Bericht aus Kenia: Viele Wasserstellen sind nur noch braune, hohle Löcher (Februar 2009)
Multimedia
Bildergalerie: Kenia nach den turbulenten Wahlen (Januar 2008)
Bildergalerie: Überschwemmungen in Kenia (Dezember 2006)
Bildergalerie: Bettina Zimmermann besucht Kenia (November 2006)
Bildergalerie:Impressionen aus Kenia (Oktober 2006)
Bildergalerie: Aids in Kenia (Dezember 2005)
Yvonne Catterfeld in Kenia mit der Welthungerhilfe (Oktober 2006)

