Kuba: Lebensmittel lokal produzieren
Seit dem Zerfall des sozialistischen Staatenbundes 1989 leidet Kuba unter einer Wirtschaftskrise. Die Erträge der Landwirtschaft reichen nicht aus, um die Bevölkerung des Inselstaates zu ernähren. Niedrige Einkommen und Nahrungsmittelknappheit sind direkte Folgen der Krise für die KubanerInnen. Der Staat muss einen großen Teil des Bruttoinlandsprodukts für Importe von Reis, Bohnen, Fleisch und Milch investieren und verteilt zusätzlich Lebensmittelmarken an die Bevölkerung. Um die Ernährungssituation zu verbessern, hat Kuba bereits vor mehr als zehn Jahren ein breit angelegtes Programm zur Förderung der urbanen Landwirtschaft ins Leben gerufen.

Kubaner pflanzt Gemüse
Hilfe zur Selbsthilfe für kubanische Landwirte
Die Welthungerhilfe und ihre kubanische Partnerorganisation Instituto Nacional de Ciancias Agrícolas (INCA) unterstützen KubanerInnen in acht Provinzen mit Beratungs- und Ausbildungsprogrammen. Ihr Ziel ist es, die Menschen mit Nahrungsmitteln aus der lokalen Produktion zu versorgen und ihre Einkommen zu erhöhen. Neues technisches Wissen, Fähigkeiten in der Betriebsführung und Zugang zu landwirtschaftlichen Produktionsmitteln sollen dabei helfen. Die Hilfsorganisationen legen Wert darauf, dass Ressourcen wie Zuchttiere, Kraftfutter, Saatgut und Dünger lokal beschafft werden. So können sie gewährleisten, dass die Bauern und Bäuerinnen nicht von externer Hilfe abhängig werden.

Bewässerung der Pflanzen in
Setzkästen
Wer wird unterstützt?
Insgesamt 4.000 landwirtschaftliche ProduzentInnen in den Provinzen Las Tunas, Holguin, Provincia La Habana, Cienfuegos, Villa Clara, Sancti Spíritus, Matanzas, und Pinar del Río profitieren von der Unterstützung der Welthungerhilfe. Hierzu gehören sowohl Familienbetriebe als auch Genossenschaften und Kooperativen. Damit auch nach dem Ende des Projekts die neuen Kenntnisse vermittelt werden, wurden zehn Landwirtschaftsschulen als Ausbildungsstätten in das Projekt eingebunden.
MultiplikatorInnen vermitteln Wissen weiter
Um die Nachhaltigkeit des Projekts zu sichern, werden zunächst MultiplikatorInnen und PromotorInnen ausgebildet, die ihr Wissen an die Kooperativen und Familienbetriebe weitergeben. In Trainings und Workshops üben diese "Lehrlinge" ganz praxisnah Betriebspläne zu erstellen und erfahren, wie Betriebe effizient geführt werden. Unter Anleitung von ACPA und der Welthungerhilfe entwickeln sie neue Produktionstechniken.

Düngung mit lokalen
Produkten
Genügsame Ziegen statt kostenintensiver Kühe
Eine dieser neuen Produktionsmöglichkeiten ist die Ziegenzucht. In Kuba sind gerade Fleisch und Milch sehr knapp. Die kubanischen Kühe geben nur sehr wenig Milch und sind äußerst kostenintensiv. Sowohl der Transport als auch die Behandlung der Milch sind problematisch. Um die Versorgung mit Fleisch und Milch trotzdem zu verbessern, unterstützt die Welthungerhilfe die KubanerInnen dabei, Ziegen zu züchten. Ziegen kommen besser auf den kargen Böden zurecht, da sie weniger Futter brauchen und sich auch von Pflanzen, die Kühe nicht fressen. Außerdem suchen sie sich ihr Futter selbst. In Fortbildungen schulen die Welthungerhilfe und ACPA deshalb Landwirte in der Ziegenzucht.
Unterstützen Sie unsere Arbeit und spenden Sie einmalig oder regelmäßig. Ihre Spende unterstützt dringende Hilfsprojekte und Aufgaben der Welthungerhilfe.
Euro
Welthunger-Index 2009: Kuba
Mehr zum Welthunger-Index 2009
Welthungerhilfe in Kuba
Die Welthungerhilfe ist seit 1994 in Kuba aktiv. Damit zählt sie dort zu den am längsten tätigen Nichtregierungsorganisationen. In dieser Zeit hat sie 34 Projekte gefördert und durchgeführt.
Weitere Informationen
Kubanischer Partner der Welthungerhilfe erhält Goldman Preis für Einsatz im Umweltschutz (Mai 2010)
Kurz und Knapp: Die Arbeit der Welthungerhilfe in Kuba
Projektnummer
CUB 1032 - 07
Projektlaufzeit
01.07.2007 - 30.06.2011
Projektorte
Die Provinzen Las Tunas, Holgiun, Granma, Santiago de Cuba, Guantánamo, Havanna und Pinar del Río.
Projektpartner
Zusammenarbeit mit Instituto Nacional de Ciencias Agrícolas (INCA)
Schwerpunkte
- Landwirtschaft
- Ernährungssicherung
- Beratungs- und Ausbildungsprogramme
Finanzierung
Kofinanzierung: Cosude in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Institut fuer Agrarforschung (Instituto Nacional de Ciencias Agrículas – INCA), Direktion für Entwicklungszusammenarbeit, Schweiz

