Länderinformation Sudan

Hilfsgüter gegen Fingerabdruck: Die Welthunger-
hilfe versorgt Vertriebene im Sudan. © MeissnerDer Sudan ist das größte Land Afrikas und liegt im Osten des Kontinents. Seit 1955 erschüttern Bürgerkriege die Republik am Roten Meer. Vor allem die Zivilbevölkerung leidet unter dem andauernden Kriegszustand. Sechs Millionen Menschen sind nach Angaben des Internal Displacement Monitoring Centres (2007) Vertriebene im eigenen Land, davon allein zweieinhalb Millionen aus der Darfur-Region.

Fischer. © DWHHDer Südsudan kämpft um Autonomie
Die Auseinandersetzungen zwischen dem Süden und dem Norden Sudans begannen kurz vor der Unabhängigkeit des ostafrikanischen Staates im Jahr 1955 und dauerten mit einer Unterbrechung von elf Jahren bis 2005 an. Die Ursachen sind vielfältig: Wirtschaftliche Interessen an den Bodenschätzen des Südens, die mangelnde politische Teilhabe Südsudans sowie ethnische und religiöse Unterschiede zwischen dem arabisch-muslimisch dominierten Norden und dem Süden, in dem vorwiegend Schwarzafrikaner mit christlichem oder animistischem (traditionell afrikanischem) Glauben leben, zählen zu den Wichtigsten. In dem Friedensabkommen von 2005 einigten sich die Konfliktparteien auf die Schaffung einer autonomen Region Südsudan, die von der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung SPLM weitgehend selbständig verwaltet werden soll.

Flüchtlingslager. © MeissnerKeine Ruhe im Sudan: Der Darfur-Konflikt
Mit der Beilegung des Nord-Südkonflikts ist im Sudan jedoch keineswegs Frieden eingekehrt. Im westsudanesischen Darfur kämpfen seit 2003 die Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) und die Sudanesische Befreiungsarmee (SLA) gegen die Khartumer Regierung und die arabischen Reitermilizen Jenjaweed. Die Rebellengruppen aus Darfur werfen der sudanesischen Regierung vor, die Region zu marginalisieren und die Bevölkerung zu unterdrücken.

Lokale sudanesische
Mitarbeiter/innen. © MeissnerReiches Land – arme Menschen
Der Sudan verfügt vor allem im Süden und im Zentrum über vielfältige Bodenschätze wie beispielsweise Erdöl, Erdgas, Gold und Diamanten. Trotz der reichhaltigen Ressourcen ist der Sudan ein armes Land. Im Human Development Index der Vereinten Nationen belegt der ostafrikanische Staat den 147. Rang von 177 erfassten Ländern. Daran tragen vor allem die Bürgerkriege und ihre Folgen wie die Zerstörung der Infrastruktur, Vertreibungen und mangelnde Bildungschancen die Schuld. Auch die immer wiederkehrenden Dürren der letzten 20 Jahre tragen zur Armut der Bevölkerung bei, die zum großen Teil von der Landwirtschaft lebt. Zudem fallen die Erlöse aus dem boomenden Erdölhandel vor allem der städtischen Elite zu – die Bevölkerungsmehrheit profitiert in der Regel nicht davon.
Spenden Sie online für die Flüchtlinge im Sudan!
Unser Hilfsprojekt im Sudan
Nothilfe für Flüchtlinge in Darfur
Welthungerhilfe im Sudan
Die Welthungerhilfe ist seit 1998 im Sudan in den Provinzen Nord-Darfur, West Kordofan und Unity State tätig. In Nord-Darfur versorgt sie 485.000 Menschen mit Lebensmitteln, in Unity State 185.000. Weitere Projektschwerpunkte sind Landwirtschaft, Ernährungssicherung und Trinkwasserversorgung.
Weitere Informationen
Fünf Jahre Krieg im Sudan
"Wir brauchen einen Dalai Lama für Darfur" (11.04.2008)
Unermüdlicher Einsatz im Sudan
Zahlen und Fakten zu unseren Hilfsmaßnahmen in Darfur (November 2007)
Internationale Friedenskonferenz für Darfur
Sicherheitslage für Helfer und Flüchtlinge im Sudan weiter verschlechtert (26.10.2007)
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon im Sudan:
Friedensverhandlungen voranbringen (04.09.2007)
Kämpfe im Südsudan:
Welthungerhilfe evakuiert Mitarbeiter (20.7.2007)
Krisengipfel in Paris zur Lage im Sudan
Friedensverhandlungen für Darfur müssen weitergeführt werden (25.6.2007)
Bundestagsentscheidung über die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes
Auch im Südsudan ist die Lage noch chaotisch (27.04.2007)
Welthungerhilfe im Sudan
Arbeit war erfolgreich - trotz schwieriger Situation (April 2007)
Konflikt im Sudan
Friedensverhandlungen für Darfur müssen wieder aufgenommen werden (23.04.2007)
Kein Durchbruch für Darfur
Mehr UN-Soldaten und Verhandlungen nötig (16.04.2007)
Sudan-Krise
Druck auf Konfliktparteien in Darfur muss verstärkt werden (November 2006)
Kämpfe im Südsudan
Mitarbeiter kehren zurück ins Projektgebiet (August 2006)
