Saftige Solidarität: LandFrauen pressen Apfelsaft auf dem Schorsenbummel in Hannover
Von Katharina Wertenbruch

Der Stand der fleißigen LandFrauen in
Hannover auf dem Schorsenbummel.
© NLV"Viel fehlt nicht und ich habe mir die ersten Blasen an den Fingern geschnippelt", lacht die LandFrau Margrit Möbius und schneidet trotzdem flink und behände schnell noch ein paar rote Äpfel klein. Die Saftpresse muss aufgefüllt werden, denn der frische Saft schmeckt süß und lecker und das Geschäft läuft perfekt. Unter dem Motto "LandFrauen für LandFrauen - Ihr Saft ist gefragt" pressen deutsche LandFrauen Apfelsaft zugunsten der LandFrauen in Ruanda.
Der Schorsenbummel ist der Auftakt der gemeinsamen Aktion der LandFrauen und der Welthungerhilfe "Ihr Saft ist gefragt", die ihren Höhepunkt in der Woche der Welthungerhilfe vom 11. bis zum 18. Oktober findet. In diesem Jahr stehen die Frauen im Fokus der "Woche" – in den Projekten und in Deutschland. Und so heißt es dann für die LandFrauen: Weiterpressen, denn ihr Saft ist gefragt!

"Der Saft geht weg wie nix."
© Wertenbruch"Voll lecker der Saft!"
50.000 Besucher, jung und alt, schlendern am Sonntag in der warmen Herbstsonne an den bunt dekorierten Ständen des Schorsenbummels auf dem Georgsplatz vorbei. Da türmen sich Kürbisse, Herbststräuße, selbstgebackenes Brot, eingekochte Marmelade, frische Pflaumen und Äpfel. Am Saftstand der LandFrauen aus Niedersachsen herrscht reges Treiben. Im Angebot: Ruanda-Cocktail, Kirsch-Tonic und Apfelsaft. "Hier vierteln wir die Äpfel, dort in der Schreddermaschine werden sie zerkleinert und dann kommt die Masse in die Saftpresse", erklärt eine LandFrau.
Zwei Zehnliter-Eimer klein gehäckselte Äpfel benötigen die LandFrauen für ungefähr drei Liter Apfelsaft. Und was sind schon drei Liter bei dem Andrang? "Voll lecker der Saft!" Und Sie wissen, wem der Erlös zugute kommt? "Na klar, die zwei Euro gehen nach Ruanda für die Welthungerhilfe", sagt eine Dame und setzt den Becher noch einmal an, um den letzten süßen Tropfen zu genießen.
Frauen in Ruanda stärken
Seit 2007 unterstützen die LandFrauen das Millenniumsdorf der Welthungerhilfe in Ruanda. Die Frauen im Base-Kiryango Tal möchten wirtschaftlich unabhängiger werden. Die Welthungerhilfe berät Frauengruppen, untersucht mit ihnen Marktchancen für neue Produkte und ermöglicht gezielt Weiterbildung. Eine Idee ist der Anbau von Ananas und die Weiterverarbeitung zu Saft.

Der Erlös fließt in ein
Projekt in Ruanda.
© NLVIhr Saft ist gefragt
Alle packen an, da kennen die LandFrauen nichts. "Wenn man alle Hände voll zu tun hat, dann vergeht die Zeit im Nu," sagt Susanne Steinert-Bode. Sie schreddert mit Begeisterung die geviertelten Äpfel und ihr Lachen lädt die Menschen ein, stehen zu bleiben. Ein kleiner Junge fragt: "Was ist denn das?" "Das ist eine Saftpresse, die ohne Strom arbeitet." Reine Handarbeit und echte Teamarbeit, so wie alles bei den LandFrauen. Eine Apfelkiepe nach der anderen leert sich. 130 Kilo Äpfel brachten bis zum Abend 500 Euro reinen Safterlös. Es kehrt langsam Ruhe ein. Nur die Wespen schwirren weiterhin in der warmen Herbstsonne über die süß duftenden zerkleinerten Apfelstücke.
Autorin
Katharina Wertenbruch ist freie Journalistin aus Köln.
