Laos: Frauen schaffen sich eine Lebensgrundlage
Üppiges Grün bedeckt die Berge und Hügel in Oudomxay. Die unberührten Wälder und berauschenden Wasserfälle der abgelegenen Bergregion im Norden von Laos ziehen Reisende aus aller Welt an. Doch die schöne Kulisse trügt: Das Leben der Menschen ist alles andere als idyllisch. Die Lebenserwartung der hier ansässigen Angehörigen von ethnischen Minderheiten wie den Hmong und den Khamu ist niedrig und die Kindersterblichkeit hoch. Es mangelt an Gesundheitsversorgung und Nahrungsmitteln. Immer seltener reichen die landwirtschaftlichen Erträge aus, um die stark wachsende Bevölkerung zu ernähren.
Wegen den vielen Hügel kann nur in wenigen Gebieten landestypischer Nassreis angebaut werden. Die meisten Bewohner der zweitärmsten Provinz in Laos sind deshalb zum Überleben ausschließlich auf Brandrodungsackerbau angewiesen. Ausreichend Waldflächen stehen jedoch längst nicht mehr zur Verfügung. 
Die Idylle trügt: Das Leben
in den laotischen Bergen ist
beschwerlich.Neue Erwerbsquellen benötigt
Eine Verbesserung lässt sich nur erreichen, wenn die Menschen in den kleinen Bergdörfern ihre Produktion umstellen und die Ernährungsgewohnheiten ändern. Doch das allein reicht nicht. Neue Erwerbsquellen werden dringend benötigt, damit sich die Hmong und Khamu ausreichend und abwechslungsreich versorgen können.
Welthungerhilfe hilft auf dem Weg in die Zukunft
Mit Beratungen und Material fördert die Welthungerhilfe die Einführung alternativer Anbaumethoden und eine vielseitigere Ernährung. In Küchengärten lernen die Bäuerinnen und Bauern Reis, Kohl-Gemüse, Soja, Zwiebeln und Knoblauch anzupflanzen. So wird das Essen abwechslungsreicher und die Menschen sind weniger anfällig für Krankheiten.

Sauberes Trinkwasser aus
dem neuen Brunnen.Gesundheit und Hygiene fördern
Auch in Fragen der Hygiene berät die Welthungerhilfe Frauen, Männer und Kinder. Hier erfahren sie, wie wichtig zum Beispiel regelmäßiges Händewaschen für die Abwendung von Infektionen ist. Und dass sauberes Trinkwasser und getrennte Wasserstellen für Mensch und Tier helfen, Krankheiten vorzubeugen. Doch guter Rat allein hilft bei so großen Mängeln in der Infrastruktur nicht. Deshalb unterstützt die Welthungerhilfe die Menschen auch mit Baumaterial für Latrinen und Trinkwassersysteme.
Rund 5.320 Personen in 16 Dörfern profitieren von der Arbeit der Welthungerhilfe. Mit gezielten Maßnahmen wie dem Anbau von tropischen Gewürzpflanzen, z.B. Galangal und Kardamon, werden vor allem die ärmsten Bevölkerungsgruppen gefördert.

Bäuerinnen mit frisch
geernteten Gewürzknollen. Frauen besonders unterstützen
Das Hilfsprojekt der Welthungerhilfe soll zwar allen Menschen zugute kommen. Doch da Frauen die Hauptverantwortung für die Ernährung ihrer Familien tragen, werden sie besonders unterstützt. Als erstes ist es wichtig, dass sie lesen, schreiben und rechnen lernen. In den abgelegenen Gebieten in Laos sind viele Frauen Analphabetinnen. Mit ihren neuen Kenntnissen können sie besser ihre Waren auf den Märkten in den umliegenden Dörfern und Kleinstädten verkaufen.
Darlehen für den Aufbau eines kleinen Geschäfts
Als nächstes richtet die Welthungerhilfe gemeinsam mit den Frauen so genannte Entwicklungssparkassen in den Dörfern ein. Das Prinzip ist simpel und orientiert sich an dem Welthungerhilfe-Ansatz "Hilfe zur Selbsthilfe". Die Mitglieder zahlen einen Beitrag in die Kasse ein. Wenn alle Frauen in einem Dorf ihren Beitrag geleistet haben, stockt die Welthungerhilfe die Summe um den gleichen Betrag auf. Aus dem Sparfonds können die Bäuerinnen anschließend einen Kleinkredit zu einem sehr niedrigen Zinssatz beantragen. Das Geld investieren sie in kleine Geschäfte, wie zum Beispiel eine Schweinemast oder einen Fischteich. So können sie sich langfristig besser aus unterschiedlichen Einkommensquellen versorgen. Durch ihre neuen Kenntnisse im Schreiben und Rechnen können die Frauen auch die Buchführung des Sparfonds selbst übernehmen.
Die Kleinkredite erfreuen sich bei den Frauen großer Beliebtheit. Die Rückzahlquote für die Darlehen beträgt fast 100 Prozent. Frauen sind nun die neuen Unternehmerinnen im Dorf - und ihre Familien haben einen Weg aus der Armut gefunden.
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Weitere Informationen
Weitere Informationen über Laos
Projektdauer
- Oktober 2009 bis Oktober 2011
Projektort
- Provinz Oudumxay in Nordlaos
Schwerpunkt
- Ernährungssicherung
Finanzierung
- Europäische Union

