Filmtipp: Warum schmeißen wir unser Essen weg? 

Täglich werden tonnenweise Lebensmittel vernichtet. Oft noch gute Ware: Joghurt, der nur noch eine Woche haltbar ist, Fleisch das zu viel gekauft wurde oder Gurken, die nicht der Norm entsprechen. Das Essen, das wir in Europa wegwerfen, würde reichen, um viele Hungernde auf der Welt zu ernähren. Warum schmeißen wir es trotzdem weg? Mit diesem Thema beschäftigt sich der Dokumentarfilm „Taste the Waste“, der am 8. September in den Kinos startet und das Buch „Die Essenvernichter“, das zeitgleich erscheint.  

 

Große Auswahl bis zum Ladenschluss. Lange haltbare Produkte. Frisches Gemüse, das perfekt aussieht. Die Lebensmittelbranche gibt den Kunden, was sie verlangen. Aber zu welchem Preis? Der Film „Taste the Waste“ zeigt, wie viele Lebensmittel täglich vernichtet werden. Allein 90 Millionen Tonnen sollen es pro Jahr in der EU sein. Für den Film hat der freie Filmemacher Valentin Thurn den Umgang mit Lebensmitteln international recherchiert und kommt unter anderem zu folgenden Ergebnissen: Jeder zweite Kopfsalat wird aussortiert, jedes fünfte Brot entsorgt. Kartoffeln, die der offiziellen Norm nicht entsprechen, bleiben auf dem Feld liegen. In den Abfall-Containern der Supermärkte findet man große Mengen einwandfreier Nahrungsmittel, original verpackt, mit gültigem Mindesthaltbarkeitsdatum. Auf der Suche nach den Ursachen und Verantwortlichen deckt Thurn ein weltweites System der Lebensmittelvernichtung auf. Mehr zum Film unter www.tastethewaste.de  

 

Zeitgleich zum Kinostart von „Taste The Waste“ erscheint das Buch „Die Essensvernichter“. Es ergänzt den Film um weitere Fakten, Hintergründe und Zusammenhänge. Es beleuchtet historische Entwicklungen der Überproduktion, der Wegwerfgesellschaft und der Amerikanisierung der Ernährungsgewohnheiten und zeigt die Auswirkungen des Überflusses in den Industrienationen auf das Leben in Entwicklungsländern. Die Autoren Stefan Kreutzberger und Valentin Thurn lassen Sachverständige und Aktivisten zu Wort kommen und stellen beispielhafte Aktionen und Kampagnen vor. Das Buch ist auch eine Anleitung zum Aktivwerden. Es soll eine gesellschaftliche Veränderung anstoßen. Es kann daher auch als Materialsammlung verstanden werden - für die Bildungsarbeit oder weitere Aktivitäten.  Mehr zum Buch unter www.essensvernichter.de    

Letzte Änderung an dieser Seite: 22.08.2011
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