Liberia: Neue Lebensgrundlagen schaffen

Den Menschen eine neue wirtschaftliche Grundlage schaffen, das ist das Ziel der Welthungerhilfe im Südosten Liberias. In den Bezirken Grand Gedeh, River Gee und Sinoe wird seit Jahren Raubbau am Tropenholz betrieben. Die wirtschaftlichen Aktivitäten stagnieren schon seit langem. Hinzu kommen die Verwüstungen, die der Krieg im Jahre 2002 und 2003 in der Region hinterlassen hat. Die Menschen sind weitestgehend sich selbst überlassen.

Wiederaufbau des
Verkehrsnetzes.
© WHH/Decker-HorzReintegration und Wiederaufbau: Die Welthungerhilfe in Liberia
Mit einem Programm zur Reintegration und zum Wiederaufbau hilft die Welthungerhilfe den Menschen in Südostliberia nun, wieder auf eigenen Füßen zu stehen. Der Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur ist ein Schwerpunkt des Programms. Besonders in ländlichen Gebieten ist das Verkehrsnetz in der ganzen Region unvollständig. Nur sehr wenige Straßen sind ganzjährig befahrbar. Viele Brücken sind beschädigt oder völlig unbenutzbar. Mit Hilfe der Welthungerhilfe werden nun Straßen und Brücken erneuert und das Verkehrsnetz erweitert. Neue Brunnen entstehen, aus denen die Menschen sauberes Trinkwasser bekommen.

Bäuerin erntet Nassreis.
© FrankFörderung der Landwirtschaft
Auch die kleinbäuerliche Produktion wird von der Welthungerhilfe gefördert. Ziel ist es, genug zu produzieren, um einen Teil der Ernte auf dem Markt verkaufen zu können. Doch dafür muss noch viel getan werden: In der Landwirtschaft fehlen Geräte, Saatgut und Arbeitskräfte. Die Welthungerhilfe stockt den Kleinviehbestand der Bauern auf und fördert landwirtschaftliche Ausbildungen, zum Beispiel im Bereich Agro-Forsttechniken.

Eine Frau verputzt die Wände
eines neuen Gebäudes.
© FrankHöhere Qualität des Schulunterrichts
Ein weiterer Schwerpunkt der Welthungerhilfe-Aktivitäten liegt auf dem Bildungsbereich. Mit Unterstützung der Welthungerhilfe werden in einem ersten Schritt Schulen neu errichtet und mit Schulmöbeln ausgestattet. Neue Lehrmaterialien werden hergestellt. Die Lehrer können Fortbildungen besuchen und so die Qualität des Unterrichts deutlich verbessern.

Alte Frau in Liberia. © FrankGewalt gegen Frauen verhindern
Auch eine geschlechtsspezifische Komponente umfasst das Programm zu Reintegration und Wiederaufbau: Während des Bürgerkriegs in Liberia wurden Vergewaltigungen systematisch als Kriegswaffe eingesetzt. Der Krieg ist vorbei, doch die Gewalt gegen Frauen nimmt kein Ende. 70 Prozent der weiblichen Bevölkerung im Projektgebiet sind von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen. Die Kölner Hilfsorganisation medica mondiale engagiert sich im Unterauftrag der Welthungerhilfe für diese Frauen und Mädchen. Ziel der medizinischen und psychosozialen Versorgung ist es, die Lebenssituation der Frauen zu verbessern und vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Gewalt gegen Frauen umzusetzen.
Welthunger-Index 2009: Liberia
Mehr zum Welthunger-Index 2009
Weitere Informationen
Hilfsprojekt der Welthungerhilfe in Liberia: Kampf gegen sexuelle Gewalt
Wie Liberias Frauen um ihre Söhne kämpfen - den Kindersoldaten.
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Das Projektgebiet
Grand Gedeh, River Gee und Sinoe gehören zu den insgesamt fünfzehn Verwaltungsbezirken in Liberia. Die meisten Menschen leben in Lagern oder in Dörfern, die vom Krieg zerstört sind. Eingestürzte Brücken und kaputte Straßen prägen selbst nach dem Bürgerkrieg das Landschaftsbild. Manche Landstriche sind nach wie vor von der Außenwelt abgeschnitten. Sauberes Trinkwasser gibt es fast nur in den Hauptstädten. Schulen ohne Dächer machen Unterricht in der Regenzeit unmöglich. Der Anbau von Reis und Kassava, beides Grundnahrungsmittel, liegt noch weitgehend brach.
Projektnummer
LBR1012
Projektdauer
von Mai 2005 bis August 2010
Projektorte
- Grand Gedeh
- River Gee
- Sinoe
Schwerpunkt
- Reintegration
- Wiederaufbau
- Landwirtschaft
- Bildung
Finanzierung
- Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
- Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

