Madagaskar: Nothilfe für unterernährte Kinder

Kinder im Projektgebiet: Der rote Haaransatz verrät  die Mangelernährung. © Lohkamp

 

Provinz Fianarantsoa. Mangel- und Unterernährung gehören zum Alltag der einheimischen Bevölkerung. Weil die Infrastruktur mangelhaft ist oder sogar völlig fehlt, sind große Teile des Distriktes teilweise isoliert oder gar nicht zu erreichen. Akut wird die Situation besonders während der Regenzeit. Im Januar und März 2005 wurde die Region durch zwei zerstörerische Überschwemmungen heim gesucht – die für die Monate Mai und Juni vorgesehenen Reisernten wurden komplett vernichtet. Seit dieser Notsituation ist die Welthungerhilfe vor Ort und mit hilft bei der Bekämpfung der Unterernährung tätig.

 

 

Eine Großteil der Ernte wurde vernichtet. Hier: Gewürznelken. © Lohkamp
Eine Großteil der Ernte
wurde vernichtet. Hier:
Gewürznelken. © Lohkamp
Indiz: Oberarm-Messungen

Ein Übriges trugen Insekten und Krankheitserreger zur Verschlimmerung der Situation bei: Es kam zu starken Einbußen anderer Nahrungspflanzen wie Maniok und Süßkartoffeln. Im Laufe der folgenden Monate verschlechterte sich die allgemeine Ernährungssituation unter anderem wegen der für die Jahreszeit außergewöhnlich geringen Regenfälle.


Nach besorgniserregenden Meldungen aus dem Distrikt führte eine im Mai 2005 durchgeführte Evaluierung zu folgendem Ergebnis der derzeitigen Ernährungssituation: 3,2 Prozent der Menschen sind sehr stark unterernährt, 17 Prozent stark unterernährt. Von 1.800 Kindern im Alter von sechs bis 59 Monaten durchgeführten Oberarm-Messungen weisen 14,2 Prozent einen Umfang von unter 110 mm auf. Bei 38,3 Prozent der Kinder konnte nur noch ein Oberarmumfang zwischen 110 und 124 mm gemessen werden und bei 47,5 Prozent lag er über 124 mm. Diese Ergebnisse sind ein Indiz für ein extrem hohes Maß an starker Unterernährung.

Büro der Welthungerhilfe in Farafangana. © Lohkamp
Büro der Welthungerhilfe in
Farafangana. © Lohkamp

Den Hunger lindern

Die Welthungerhilfe fördert die Einrichtung von stationären und ambulanten Zusatzernährungszentren. Damit sollen hohe bis sehr hohe Sterberaten  in den Kategorien "stark und sehr stark unterernährte Kinder" gesenkt werden. Insgesamt werden fünf Basiszentren eingerichtet werden, wobei jede Basis mehrere Gemeinden abdecken soll.

Des weiteren führt die Welthungerhilfe in der betroffenen Region eine gezielte Nahrungsmittelverteilung in 12 Gemeinden in der Gruppe der mäßig stark unterernährten Kinder und ihrer Familien durch. Da in den Gemeinden nur in der Gemeindehauptstadt ausreichend Lagerkapazitäten vorhanden sind, wird die Verteilung von dort aus zentral erfolgen.

 

 

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Letzte Änderung an dieser Seite: 23.06.2010
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