Maniokmehl - Togos weiße Pyramiden

Verarbeitung von Maniok. © LyonsWenn in Togos Dörfern Maniok geröstet wird, riecht man das über den Hof hinaus in der ganzen Straße. "Mmh, es gibt wieder frischen Gari", rufen dann die Leute. Es duftet ähnlich wie Brot, wenn es bei uns aus dem Backofen kommt. Und doch ist das körnige, geröstete Maniokmehl – Gari genannt - etwas ganz anderes. Es wird in Westafrika entweder dick aufs Essen gestreut oder man kocht daraus einen Teigkloß als Beilage zur Soße. Getrocknet hält sich Gari lange, frisch ist es aber besonders gut – wie beim Bauernbrot.
Aufwändige Herstellung
Doch von den Maniokpflanzen bis zum Gari sind viele Arbeitsschritte erforderlich, denn die Herstellung ist sehr aufwändig. Pro Pflanze werden mit unterarmlangen Handhacken zwei bis vier Kilogramm Knollen aus der Erde gegraben. Oft in der glühenden Mittagshitze. Die saftigen Knollen müssen gewaschen, geschält und geraspelt werden. Dann folgt die Pressung. Dazu wird die gemahlene Masse in ein Tuch gegeben und über einem Erdloch mit Steinen und Seilen ausgequetscht. In der weißen Flüssigkeit setzt sich Stärke ab, die getrocknet ein feines Mehl ergibt – die Grundlage für das Gari.

Maniokmehl. © Wienek
Brot für Afrika
Über einer Feuerstelle werden kleine Mengen des feuchten Garis erst gesiebt, dann unter stetigem Rühren mit einer Tonscherbe getrocknet und geröstet. Das braucht Fingerspitzengefühl und ständige Aufmerksamkeit. Denn wenn das Gari zu dunkel ist, lässt es sich schlecht verkaufen. Auf den Märkten türmen die Händler das weiße Gari pyramidenartig auf und warten auf Abnehmer. Eine leere Dose, glatt gestrichen gefüllt, gilt in der Regel als Maßeinheit. Und jede Maßeinheit Gari ist ein Stück Brot für Afika.
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Die aktuelle Welternährung 4/2007
Maniok
Maniok, auch Tapioka genannt, gehört zu den Wolfsmilchgewächsen (‚Euphorbiaceae’) und wird drei Meter hoch. Der mehrjährige Halbstrauch hat knollige Rhizome und handförmig geteilte Blätter. Die milchsaft- und stärkereichen Rhizome enthalten Dhurrin, das an der Luft zu Blausäure werden kann. Diese verflüchtigt sich aber beim Erwärmen. Ursprünglich kommt die Pflanze aus Südamerika, wurde aber vor über 500 Jahren von den Portugiesen nach Afrika gebracht. Sie ist nach Reis und Mais das drittwichtigste Nahrungsmittel in West- und Zentralafrika. Maniok dient auch als billige Futterpflanze für Fleischproduktion in den Industrienationen. Neben dem kleinbäuerlichen Anbau gibt es in vielen Ländern, vor allem Südamerika, auch exportorientierte Monokulturen.
Togo
- Westafrika
- 56.785 qkm
- 5,7 Mio. Einwohner
- Amtssprachen: Ewe, Kabiyè, Französisch
- stark unterentwickelt
- Kindersterblichkeit: 15 %

