Menschenrecht auf Wasser: Jeder kann etwas tun

Seit dem 28. Juli 2010 ist Wasser offiziell von den Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt. © Stedtler
Seit dem 28. Juli 2010 ist Wasser offiziell von den Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt. © Stedtler

Wasser ist ein Menschenrecht. Das haben die Vereinten Nationen am 28. Juli 2010 anerkannt und den Anspruch auf sauberes Wasser und eine sanitäre Grundversorgung in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen. Doch für 900 Millionen Menschen weltweit ist dieses Menschenrecht nur Theorie. Braune Brühe statt blaues Gut, so sieht die Realität vielerorts aus - vor allem in ländlichen Regionen, aus denen die Korrespondenten der Welthungerhilfe in ihren Blogs in der Internet-Community 123WIR.org berichten. Das Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung kann also noch längst nicht jeder Mensch in Anspruch nehmen.

Jährlich sterben 1,9 Millionen Menschen in Entwicklungsländern, weil sie sich aus schmutzigen Wasserlöchern oder seichten Flüssen versorgen müssen. Todesursache sind häufig Durchfallerkrankungen, die über verschmutztes Wasser übertragen werden. "Fehlender Zugang zu Wasser und mangelhafte Hygieneverhältnisse gehören zu den größten Problemen des 21. Jahrhunderts.  Es besteht eine enge Verbindung zwischen Wasserverfügbarkeit, Wasserqualität, menschlicher Gesundheit und wirtschaftlicher Produktivität", sagt Stephan Simon, Wasserexperte der Welthungerhilfe.

Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung - längst nicht durchgesetzt

Um diese Verbindung weltweit in einen besseren Einklang zu bringen und das Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung überall Realität werden zu lassen, fördert die Welthungerhilfe derzeit 21 Projekte in diesem Bereich mit einem Gesamtvolumen von 20 Millionen Euro. Damit kann die Hilfsorganisation die Lebensbedingungen von über einer Million Menschen weltweit nachhaltig verbessern. Bei allen Projekten ist die Verbesserung der sogenannten WASH-Komponente (Wasser, Sanitär und Hygiene) grundlegendes Handlungsprinzip. So wird dauerhaft sauberes Trinkwasser bereitgestellt und eine menschenwürdige Sanitärversorgung garantiert.

Spender erfahren über aktuelle Blogs in der Internet-Community 123WIR.org vom Fortgang der Arbeiten vor Ort. So kommen sie über das Internet mit den Projektleitern oder ihren Mitarbeitern in Kontakt und sind dank Fotos und Videos mitten im Geschehen. Ein regionaler Schwerpunkt wird auf den ländlichen Raum im südlichen und östlichen Afrika, etwa in Äthiopien, gelegt. Dabei steht das Menschenrecht auf Wasser im Mittelpunkt. Auf diese Weise soll Zugang zu sauberem Trinkwasser und eine ausreichende sanitäre Grundversorgung garantiert werden. In der Amhara-Region in Äthiopien, wo die sanitäre Situation so schlecht ist, wie sonst kaum auf der Welt, hat die Welthungerhilfe gemeinsam mit der einheimischen Bevölkerung 375 Trinkwasserversorgungsanlangen errichtet. Auf dem Land in Afrika und Asien bauen die Helfer und die Dorfbevölkerung gemeinsam Toilettenanlagen und Handwascheinrichtungen, um das Trinkwasser sauber zu halten. Kindern wird von klein auf beigebracht, wie sie sich richtig hygienisch verhalten, und auch Erwachsene können die Hygieneschulungen besuchen.

Zehn Euro sorgen für sauberes Wasser

Die ersten Erfolge der Aktionen sind bereits spürbar: In der Region Amhara gingen die Krankheitsfälle zurück, die auf Mangel an sauberem Wasser zurückzuführen waren. Dort und in anderen Regionen, wie zum Beispiel in Pakistan, packt die Bevölkerung kräftig mit an, die Wasserqualität zu verbessern. Was im Einzelnen geschieht, um die Lebensbedingungen von Flutopfern in Pakistan zu verbessern, kann man zum Beispiel auf der Internet-Community 123WIR.org verfolgen. Die Bedeutung eines solchen Engagements ist auch hierzulande im Bewusstsein der Menschen präsent, wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov unter 1.000 Personen zeigt: Neun von zehn Deutschen fordern mehr Geld für Trinkwasser-Projekte in Entwicklungsländern.

Und jeder kann seinen Teil dazu beitragen, das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung wahr werden zu lassen: Mit nur zehn Euro im Monat ist es bei einigen Projekten der Welthungerhilfe möglich, den Unterhalt für eine Wasser-Zapfstelle zu finanzieren, die etwa zehn Familien jeden Tag mit sauberem Trinkwasser versorgt.


Ein Beitrag des djd

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Letzte Änderung an dieser Seite: 28.07.2011
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