Fortschritte in Sarwan

In Sarwan sind die Erträge aus dem Reisanbau gestiegen. © Boethling
In Sarwan sind die Erträge aus dem Reisanbau
gestiegen. © Boethling
Das Klima können die Bewohner von Sarwan nicht beeinflussen. Sie haben jedoch effektive Maßnahmen ergriffen, die Schäden durch extreme Wetterlagen einzuschränken. Heute sammeln die Dorfbewohner Regenwasser in großen Speichern und bewässern damit ihre Felder während der Trockenperiode. Sie haben Brachland urbar gemacht, Brunnen gebaut und kleine Wasserverteiler mit Pumpen errichtet. Dadurch können die Menschen im Millenniumsdorf jetzt in der Nebensaison Mais, Weizen, Kartoffeln und andere Feldfrüchte anbauen (MDG 1). Um ihre Böden vor Erosion zu schützen, haben die Kleinbauern Abflussrinnen und Feldeinfassungen gegraben und sie haben an strategischen Stellen Bäume gepflanzt, die den kostbaren Mutterboden bei starken Niederschlägen festhalten (MDG 7).

Das notwendige Wissen für diese Maßnahmen haben die Männer und Frauen in Kursen der Welthungerhilfe erworben. Jetzt wenden sie zum Beispiel das sogenannte Double Cropping System an, indem sie Weizen und Senf nebeneinander anbauen. Die Ernten sind dadurch beträchtlich gestiegen. Gleiches gilt für den Reisanbau, der durch innovative Methoden höhere Erträge bringt. Auch die Bereitschaft, organischen Kompost statt Kunstdünger auf die Felder zu bringen, ist gewachsen (MDG 1).


Obstbäume und Gemüsegärten
sorgen für ein breites Angebot an Nährstoffen. Dadurch sind Krankheiten und Mangelernährung deutlich zurückgegangen und die Dorfbewohner haben die Chance auf ein zusätzliches Einkommen, indem sie ihre Überschüsse auf den lokalen Märkten verkaufen (MDG 1, 4, 5).


Versammlung einer Frauenselbsthilfe- und spargruppe. © Boethling
Versammlung einer
Frauenselbsthilfe- und
spargruppe. © Boethling

Die Kleinbauern brauchen jedoch auch Alternativen zum Erwerb ihres Lebensunterhalts. Deshalb fördern die Welthungerhilfe und ihre lokalen Partnerorganisationen zahlreiche Selbsthilfegruppen. Allein die Frauen haben 50 Gruppen gegründet. Sie erhalten Zugang zu staatlichen Spar- und Kreditprogrammen und stellen Kompost her, züchten Kleintiere oder Milchvieh, produzieren Seile aus Jute oder töpfern Einwegbecher und -schalen aus Ton. Der Erfolg als Unternehmerinnen stärkt die Position der Frauen. Ihr Einkommen ermöglicht den Männern, bei den Familien zu bleiben und vor Ort zu arbeiten. Außerdem lernen die Frauen in den Selbsthilfegruppen das Wichtigste über Ernährung, Hygiene und Gesundheit. So sind Sarwans Frauen heute selbstbewusste Mitglieder der Dorfgemeinschaft, die ihre Kinder – Jungen wie Mädchen – impfen lassen und zur Schule schicken (MDG 1, 2, 3, 4, 5).

 

Letzte Änderung an dieser Seite: 29.04.2009
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