Riberas del Huallaga in Peru: Umweltschutz lohnt sich

- Endlich gute Ernten dank des angepassten Anbaus.
Das Millenniumsdorf Riberas del Huallaga liegt im zentralen Hochland Perus. Obwohl die Wirtschaft des südamerikanischen Landes boomt, lebt etwa die Hälfte der Bevölkerung unterhalb des Existenzminimums. Die Kleinbauern hoch oben in den Anden sind davon besonders hart getroffen. Auch in den zwölf Bauernsiedlungen von Riberas del Huallaga herrscht bittere Armut. Acht von zehn Menschen wissen nicht, wie sie satt werden sollen. Ihre Felder liegen an steilen Hängen, die Böden sind ausgelaugt und liefern nicht genug Nahrung.
Der Klimawandel zeigt sich in Höhenlagen zwischen 1.900 und 4.500 Metern besonders dramatisch: In Trockenperioden fällt der Regen sturzbachartig und reißt ganze Abhänge und fruchtbare Böden in die Tiefe. In Regenzeiten vertrocknet die frisch eingebrachte Saat auf dem Acker. Die Menschen brauchen Unterstützung, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Im Rahmen der Initiative Millenniumsdörfer hilft die Welthungerhilfe ihnen fachlich und finanziell dabei ihr Leben zu verbessern.
Der Klimawandel verschärft die Armut
Die Nachfahren der Inka haben in den Anden seit jeher unter schwierigen Bedingungen gelebt. Dennoch haben sie Jahrtausende lang erfolgreich Kartoffeln und Mais angebaut. Doch das Wetter wird für die Kleinbauern im Zuge des Klimawandels immer unberechenbarer: Kältewellen vernichten die Ernten, andererseits steigen die Temperaturen, wodurch Nutzpflanzen stärker von Schädlingen und Pilzen befallen werden. Viele Familien wandern ab und suchen ihr Glück im Regenwald mit illegalem Kokaanbau. Andere streben in die Hauptstadt Lima, wo sie entgegen ihren Hoffnungen ein Leben in den Vorort-Slums erwartet.
Umweltschutz sichert Ernährung
Mit Unterstützung der Welthungerhilfe und ihrer lokalen Partnerorganisation IDMA (Instituto de Desarrollo y Medio Ambiente) haben die Bewohner des Millenniumsdorfes Riberas del Huallaga ihr Leben selbst in die Hand genommen. Sie haben sich in Gruppen zusammengeschlossen, forsten die Wälder auf und legen Bewässerungssysteme an. Die Fachkräfte von IDMA verbinden das traditionelle Wissen der Bevölkerung mit modernen Anbaumethoden. Die Dorfbewohner nutzen Kompost, legen Gemüsegärten an, züchten Kleinvieh und ernähren sich dadurch gesünder.
Bildung und Bürgerbeteiligung spielen in diesem Prozess eine wesentliche Rolle – nur wenn die Kleinbauern ihre Potenziale erkennen, sich organisieren und ihre Interessen auf politischer Ebene durchsetzen, kann eine nachhaltige Dorfentwicklung gelingen. Die Welthungerhilfe und IDMA unterstützen sie dabei und entwickeln gemeinsam mit der Bevölkerung nachhaltige Landnutzungspläne für die Gemeinden. Dazu gehören Risikoanalysen, Katastrophenschutz, Wassermanagement und Vermarktungsstrategien.
Die Bauern von morgen
Heute engagieren sich Kinder und Jugendliche in Umweltgruppen für Naturschutz und Artenvielfalt. Nach der Schule helfen sie beispielsweise, Baumsetzlinge zu pflanzen oder Mauern zum Schutz vor Erosion anzulegen. Der nächste Schritt sind Umweltgruppen an Schulen, die ökologische Landwirtschaft praktizieren werden. Mülltrennung sowie Gesundheits- oder Kochkurse stehen ebenfalls auf dem Plan. Mit Unterrichtsmaterialien will IDMA den Schülern die Zukunft so wichtigen Themen nahe bringen. Lehrer werden fortgebildet und dadurch zu wichtigen Multiplikatoren.
Die Familien hier arbeiten für ein Leben ohne Hunger und Armut. Sie nehmen an Kursen zur besseren Ernährung teil und setzen das Erlernte engagiert um. Zudem beteiligen sie sich an Landwirtschaftsmessen, tauschen dort untereinander lokales Saatgut aus und informieren sich gegenseitig über ihre Erfahrungen. Ihr Ziel ist es, in ihrer Heimat bleiben zu können und ein würdevolles Leben zu führen.
Bankverbindung der
Welthungerhilfe
Millenniumsdörfer
Erfahren Sie mehr über die Initiative Millenniumsdörfer der Welthungerhilfe.
Messen der Erfolge
Wir haben ein Verfahren entwickelt, mit dem die Fortschritte in den Dörfern regelmäßig überprüft werden.
Fakten
Durchführung: Partnerorganisation IDMA (Instituto de Desarrollo y Medio Ambiente) gemeinsam mit der Welthungerhilfe
Kooperationspartner: Iwan Budnikowsky GmbH, Freundeskreis Hamburg
Länderinformation

Bericht aus Riberas del Huallaga
Mit Bio besser leben als mit Koka - Text von Martina Hahn, Freie Journalistin aus Berlin

Burkina Faso - Kongoussi
Indien - Nimpith
Kambodscha - Kanat Toch
Mosambik - Mabote
Nepal - Korak
Nicaragua - Auhya Pihni
Peru - Ayacucho
Tadschikistan - Veshab
Uganda - Ogur

