Millenniumsziele
Die acht Millenniumsziele sind Zielvorgaben für die Verringerung von Armut, Hunger, Krankheitslast, Analphabetismus, Umweltbelastung und Geschlechterdiskriminierung. Bis zum Jahr 2015 sollen sie erreicht sein. Die Ziele sind im September 2000 von der UN-Generalversammlung beschlossen worden, die Staatschefs von rund 150 Ländern – darunter Deutschlands und aller anderen großen Geberstaaten von Entwicklungshilfe – haben sich dazu bekannt.
Das erste Ziel ist, bis 2015 den Anteil der Menschen mit einem Einkommen unter einem US-Dollar pro Tag (extreme Arme) sowie den Anteil der Hungernden und Unterernährten gegenüber dem Stand von 1990 zu halbieren. Weiter soll erreicht werden, dass alle Jungen und Mädchen mindestens die Grundschule abschließen, die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren um zwei Drittel und die Müttersterblichkeit um drei Viertel sinkt (jeweils gegenüber 1990) sowie die Ausbreitung von HIV/Aids, Malaria und anderen schweren Infektionskrankheiten aufgehalten wird.
Nichtstaatliche Organisationen, wie die Welthungerhilfe, unterstützen die Ziele. Manche kritisieren aber, dass Aspekte wie die Achtung der Menschenrechte fehlen und das siebte (Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit) und achte Ziel (internationale Entwicklungspartnerschaft mit entsprechenden Pflichten für Industrieländer) sehr vage sind. Nach den gegenwärtigen Trends werden einige Ziele, darunter die Verringerung der Armut, wegen der Fortschritte in bevölkerungsreichen Staaten Asiens im globalen Durchschnitt erreicht. In den ärmsten Ländern, vor allem Afrikas, dürften die meisten Ziele verfehlt werden, wenn nicht die Anstrengungen erheblich verstärkt werden.
